Sponsorenwirbel bei Klinsmanns erstem Auftritt

Jürgen Klinsmann filmte bei seiner Bundesliga-Rückkehr die Hertha-Fans. Auf dem Handy: das Logo eines Rivalen des Hertha-Ausrüsters. Es war nicht sein erster Fauxpas.

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Der frühere deutsche Nationaltrainer Jürgen Klinsmann ist gleich bei seinem Premierenspiel als neuer Chefcoach von Hertha BSC kräftig ins Fettnäpfchen getreten. Vor dem Anpfiff des Heimspiels gegen Borussia Dortmund (1:2) filmte Klinsmann die Atmosphäre im Stadion, hielt die Szenen mit seinem Handy fest. Das steckte allerdings in einer Handyhülle von Sportartikelhersteller Adidas, dem ewigen Rivalen des Hertha-Ausrüsters Nike. Immerhin: Klinsmann trug die Jacke des US-Giganten.

«Ich habe das ganz spontan gefilmt, weil mir das Eingangslied der Hertha, ‹Nur nach Hause gehen wir nicht›, seit Jahren so gut gefällt. Jetzt stand ich da unten, und auf einmal ging das Lied los. Das war einfach schön», sagte Klinsmann, dessen Sohn Jonathan von 2017 bis 2019 als Torwart zum Hertha-Kader gehörte und aktuell zweiter Goalie beim FC St. Gallen ist. Auf möglichen Ärger mit den Sponsoren wollte er vor den Kameras zunächst nicht eingehen. Auch nicht darauf, ob er einen persönlichen Sponsoring-Vertrag mit Adidas habe.

Am Morgen danach lenkte Klinsmann jedoch ein und entschuldigte sich. Er meinte, dass ihm seine Frau Debbie die Handyhülle mitgegeben habe. «Das tut mir leid, ich habe nie daran gedacht, dass ich Adidas auf der Hülle habe», sagte er. Er werde die Hülle austauschen gegen eine mit Hertha-Emblem.

Aber ob das Logo tatsächlich so unabsichtlich auf der Handyhülle auftauchte, wie Klinsmann es darstellt? Oder ob er sich wichtiger als der Verein nimmt? So leitete Klinsmann das erste Training von Hertha BSC am Mittwoch zwar in Herthas Trainingskleidung von Nike, trug aber schon dort – gut sichtbar – Adidas-Fussballschuhe.

Auf seinem Twitteraccount, auf dem er es am Sonntag postete, wird er für das Video gelobt. «Gemäss #sky90 sind Stimmung filmen vor dem Spiel, lachen, vor allem nach einem verlorenen Spiel und grundsätzlich jede Art von Positivität NICHT gestattet», oder «Starke Aktion, nur wird es jetzt wieder kritisiert, unter anderem bei #sky90», schreiben zum Beispiel zwei Nutzer. Hertha BSC hat sich zum Vorfall bisher nicht geäussert. (nih)

Erstellt: 02.12.2019, 11:35 Uhr

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