Zum Hauptinhalt springen

St. Paulis romantischer Weg aus der Krise

Kann man mit einem Trainer Erfolg haben, der in den ersten 14 Spielen nur sechs Punkte holt? Ja, fanden die Verantwortlichen beim FC St. Pauli – und behielten Recht.

Katastrophale Hin-, starke Rückrunde: St. Paulis Trainer Ewald Lienen hat die Freude am Fussball wiedergefunden. (Foto: Getty Images)
Katastrophale Hin-, starke Rückrunde: St. Paulis Trainer Ewald Lienen hat die Freude am Fussball wiedergefunden. (Foto: Getty Images)

Wie schnell man im Fussball vom Helden zum Sündenbock werden kann, musste kürzlich Leicester Citys Meistertrainer Claudio Ranierei erfahren: Ein Dreivierteljahr nach dem sensationellen Premier-League-Triumph wurde der Italiener entlassen. St. Paulis Chefcoach Ewald Lienen ist dagegen immer noch im Amt, obwohl er mit seiner Mannschaft in den ersten 14 Runden der 2. Bundesliga nur kümmerliche sechs Zähler gesammelt hatte.

Inzwischen ist St. Pauli nicht mehr Letzter, sondern weist als nach dem 2:1-Auswärtssieg gegen 1860 München drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang 16 auf. Vergangene Woche hatten die Hamburger durch ein furioses 5:0 gegen den Karlsruher SC erstmals in dieser Saison die Abstiegsplätze verlassen, in der Rückrundentabelle sind sie hinter Union Berlin und dem VfB Stuttgart die Nummer 3. Die übrigen Ergebnisse: 2:1 in Braunschweig, 2:0 gegen Dresden und ein sehr unglückliches 1:1 gegen Bielefeld.

Statt wie andernorts in Aktionismus auszubrechen, bewahrten die Verantwortlichen beim FC St. Pauli in der schwersten Krise der letzten zehn Jahre die Ruhe. «Natürlich gehen wir mit Ewald Lienen in die Rückrunde. Wir glauben, dass wir mit ihm die grösste Chance haben, unser Ziel Klassenerhalt zu erreichen», sagte Sportchef Andreas Rettig dem «Kicker», als St. Pauli noch Letzter war. «Den Verantwortlichen gebührt grosser Respekt dafür, dass sie wider jeder Szene-Regel alle Zweifler ignoriert und zu ihrem Glauben an Lienen gestanden haben», kommentierte die «Hamburger Morgenpost».

Auch der FC Zürich lieferte schon einmal den Beweis, dass sich Geduld auszahlen kann: Lucien Favre, der später zweimal Meister wurde, war mitnichten von Beginn an erfolgreich. In den ersten sechs Partien unter Favre sprang für die Zürcher in der Saison 2003/04 lediglich ein Zähler heraus. Am Schluss stand der FCZ auf Platz 4.

Beim FC St. Pauli ist die Saison zwar noch nicht gerettet, es sieht aber wieder gut aus für den Verein, der in ganz Deutschland und auch in der Schweiz grosse Sympathien geniesst. Ein grosser Faktor ist laut Lienen dabei die Anhängerschaft. «Die Fans sind ein wichtiger Pluspunkt im Kampf um den Klassenerhalt. Am liebsten würde ich zu jedem Einzelnen hingehen und ihm die Hand drücken. Nicht, um mich feiern zu lassen, sondern um mich zu bedanken, dass sie uns derart unterstützen», sagte der Trainer dem «Kicker».

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch