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Titelkampf auf mehreren Ebenen und hohem Niveau

Leader YB empfängt am Sonntag den abgeschlagenen Tabellenletzten Aarau, während Verfolger Basel bereits heute das heikle Gastspiel in Sion austrägt. Im Titelkampf spielen viele Faktoren wie Nervenstärke und Sperren eine Rolle.

Gegner im Meisterrennen: Gilles Yapi (links) von YB und Basels Benjamin Huggel.
Gegner im Meisterrennen: Gilles Yapi (links) von YB und Basels Benjamin Huggel.
Keystone

Im Sauseschritt fegen Berner und Basler synchron durch die Liga. Und auch in den nächsten Runden kann der FCB zweimal (heute und am Donnerstag) gegen Sion vorlegen, während YB seine Pflichtaufgaben gegen Aarau am Sonntag und heute in einer Woche absolviert. «Natürlich ist es angenehmer, wenn wir zuerst spielen», sagt Vladimir Petkovic, «weil wir dann Basel unter Druck setzen können». Aber, ergänzt der YB-Trainer, «es spielt letztlich keine Rolle. Wenn wir unsere Spiele gewinnen, kann uns der FCB nicht einholen».

Der spezielle Spielplan

Man darf die Programmgestaltung in der Super League eigenwillig nennen. Oder in vielerlei Hinsicht besser: speziell, unglücklich, unverständlich. So finden in der Rückrunde 18 Spieltage in nur dreieinhalb Monaten statt. So wird der Spielplan im Frühling nach den neun ersten Runden einfach umgedreht, sodass zwei Teams nun innerhalb weniger Tage zweimal aufeinandertreffen. Und so werden der dritt- und der zweitletzte Spieltag als weltweite Exklusivität unter der Woche ausgetragen.

Vladimir Petkovic stört sich an einem anderen Punkt: «Ich finde es ungerecht, wenn drei Spiele in einer Woche ausgetragen werden und dann ein Team einen Tag mehr Pause hat.» Im konkreten Fall geht es um den FC Aarau, der morgen im Stade de Suisse antritt – und bereits am Mittwoch gespielt hatte (0:3 gegen Sion), während YB erst vorgestern in Bellinzona 3:1 siegte. Wer Meister werden will, muss aber gegen Aarau so oder so gewinnen. Das weiss auch Petkovic: «Natürlich möchten wir den Vorsprung in den nächsten drei Runden ausbauen.» Die Berner treffen zweimal auf Aarau und zu Hause auf Bellinzona, während Basel in Sion und beim FCZ schwierige Aufgaben zu lösen hat. Allerdings hat der FCB zuletzt auch in Luzern (1:0) und St.Gallen (4:2) gewonnen. Basels Trainer Thorsten Fink geht davon aus, dass YB in den nächsten drei Partien neun Punkte holt. «Aber wir unternehmen alles, damit wir am Ende oben stehen», sagt Fink.

Der Titelkampf findet längst auf mehreren Ebenen statt. «Das wird auch eine Nervenfrage», sagt Petkovic. «Ich bin froh, sind wir gelassener geworden.» So regt sich der Trainer nicht gross auf, dass die unfairen Aktionen von Basels Valentin Stocker zuletzt (Petkovic: «zwei Tätlichkeiten in zwei Spielen») keine Strafen nach sich ziehen, während David Degen morgen gesperrt ist, weil er in Bellinzona in der Nachspielzeit reklamierte und zwei Verwarnungen erhielt: «Wir können ja nichts daran ändern.»

Sperren und Zuschauer

Sperren könnten eine entscheidende Rolle spielen. Bei YB wäre nun gegen Aarau und Bellinzona die ideale Zeit für Akteure, die bei der nächsten gelben Karte gesperrt sind, eine Verwarnung zu provozieren. Das betrifft neben Marco Wölfli, Emiliano Dudar, Gilles Yapi und Issam Mardassi die Reservisten Marc Schneider und Matar Coly. Gegen Aarau fehlt bereits Dribbler Alberto Regazzoni gesperrt. Aber auch beim FCB sind mit Behrang Safari, Marco Streller, Antonio Da Silva undValentin Stocker vier Stammspieler bei der nächsten Verwarnung gesperrt.

Nicht zuletzt aber geht es im hochklassigen Duell darum, sich eine glänzende Ausgangslage fürs Erreichen der Champions League zu schaffen. Der Meister wird in der Qualifikation zur Königsklasse erheblich weniger starke Gegner zugelost erhalten als der Zweite, der auf Teams aus den Topligen treffen kann. Und seit wenigen Tagen duellieren sich die Rivalen in der Sparte Zuschauer unter für YB verschärften Bedingungen. Denn der FCB kommuniziert seine Besucherzahlen neu so wie alle Vereine – und zählt alle verkauften Tickets und nicht bloss die anwesenden Leute. Trotz der neuen Zählweise müssen die Basler nicht höhere Abgaben an die Polizei bezahlen. Am Mittwoch, beim 4:1 gegen Zürich, betrug damit die offizielle Zuschauerzahl 27'053. YB (22'066) liegt im Saisondurchschnitt nur noch 33 Zuschauer vor dem FCB, der allein rund 22'000 Dauerkarten verkauft hat. Zumindest in dieser Rubrik stehen die Berner Chancen auf Rang eins eher schlecht.

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