Tore für Träume

Napoli ist Leader der Serie A – vor allem dank Stürmer Gonzalo Higuaín.

Am Samstag hat er die Massen im Stadio San Paolo wieder verzückt: Gonzalo Higuaín (r.) feiert seinen Treffer zum 2:1 gegen Sassuolo. Foto: Ciro Fusco (EPA, Keystone)

Am Samstag hat er die Massen im Stadio San Paolo wieder verzückt: Gonzalo Higuaín (r.) feiert seinen Treffer zum 2:1 gegen Sassuolo. Foto: Ciro Fusco (EPA, Keystone)

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Manchmal breitet er die Arme aus, als möchte er demnächst mit weit aufgerissenem Mund abheben. Oder er ballt die Fäuste und trommelt wild auf die Brust, als wolle er sagen, dass er sich nicht stoppen lässt. Von keinem Verteidiger, von keinem Goalie, von niemandem. Er trägt die Nummer 9 auf dem Rücken und kann unangenehm sein, und für nichts vergöttern sie ihn in Neapel mehr als für seine Tore – ihn, Gonzalo Higuaín.

Am Samstag hat er die Massen im Stadio San Paolo wieder verzückt, 40'000 waren da und feierten ihn. Als Napoli gegen Sassuolo in Rücklage geriet, war Verlass auf den 28-jährigen Stürmer, der im französischen Brest zur Welt kam, aber Argentinier ist und für die Nationalmannschaft bislang 54-mal stürmte. Nach Callejons Ausgleich übernahm er das Kommando noch vor der Pause mit dem 2:1. Und tief in der Nachspielzeit setzte er mit dem 3:1 den Schlusspunkt.

Alle Tore von Napoli - Sassuolo. Video: Serie A – Highlights (Youtube)

Es war Higuaíns Treffer Nummer 20 in Spiel Nummer 20; die restlichen 21 Saisontore Napolis teilen sich sieben Spieler. 108 Torschüsse in 1766 Einsatzminuten benötigte er, um diese Quote zu erreichen. Keiner in der Serie A ist auch nur annähernd so erfolgreich wie er, keiner schürt Hoffnungen mehr als er.

Ende November sagte Higuaín schon: «Diese Stadt verdient es, zu träumen.» Solche Worte kommen an beim heissblütigen Anhang, der sehnsüchtig darauf wartet, dass Napoli eine Saison wieder einmal da beendet wie 1990, als es den zweiten und bis jetzt letzten Titelgewinn zu feiern gab. Auch und vor allem dank einem Argentinier – Diego Maradona.

Und die Bayern schwärmen

Napoli ist auf Kurs, führt die Tabelle an, und Higuaín hat ein simples Rezept parat, um das Angefangene zu Ende zu bringen: «Den Moment bis Dienstag geniessen, aber mittwochs wieder arbeiten und den Schwung ausnützen, um am Wochenende wieder zu gewinnen.»

2013 kam Higuaín aus Madrid nach Neapel, nach 107 Toren in 190 Ligaspielen während sechs Jahren verkaufte ihn Real für 38 Millionen Euro. Der Empfang am Flughafen war für ihn ein Vorgeschmack auf die Zeit in seiner neuen Wahlheimat, in der Emotionen in Extremen gelebt werden.

Daheim nennen sie ihn «Pipita»

Seine erste Saison endete mit einem ersten Pokal, im Cup. Immerhin. Aber über allem steht ein grosses Ziel, der Gewinn des Scudettos, das der Mann anstrebt, der in der Heimat «Pipita» gerufen wird, Pfeifchen – es soll ein Erbe seines Vaters sein. Ihn nannten sie wegen seiner spitzigen Nase «Pipa», Pfeife.

Higuaín hat sich vertraglich für fünf Jahre an Napoli binden lassen, aber was hat das schon zu bedeuten? Stürmer seines Formats sind begehrt auf dem Markt der Kaufkräftigen, und Carlo Ancelotti, der ab Sommer den FC Bayern trainiert, hat schon einmal seine Botschaft in Italien platziert: «Von allen ausländischen Spielern würde ich Gonzalo Higuaín am liebsten in meiner Mannschaft haben.» Der Münchner Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge schwärmte neulich: «Higuaín ist ein grossartiger Spieler, der Bayern gefällt.» Es wäre eine kostspielige Angelegenheit, Higuaín aus dem Vertrag zu kaufen. Spekuliert wird, dass er eine Klausel über 94 Millionen Euro hat.

Aber für ihn ist noch nicht der Moment, um über die Zukunft zu reden. Er hat zuerst Wichtigeres zu erledigen. Und wenn Napoli auch dank ihm das Ziel erreicht, dürften ihm die Fans selbst einen Weggang verzeihen.

Erstellt: 19.01.2016, 10:01 Uhr

«Diese Stadt verdient es, zu träumen»: Solche Worte kommen an beim heissblütigen Anhang. Foto: Keystone

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