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Totalschaden für den FC Sion

Der Schweizerische Fussballverband ist dem Druck der Fifa erlegen und bestraft den FC Sion mit dem Abzug von 30 Punkten – und auch für zwei Cupspiele werden den Wallisern 6 Zähler abgebucht.

Das ging ins Auge: Christian Constantin muss die Rückrunde der Super League mit dem FC Sion als Tabellenletzter in Angriff nehmen.
Das ging ins Auge: Christian Constantin muss die Rückrunde der Super League mit dem FC Sion als Tabellenletzter in Angriff nehmen.
Keystone

Vor zwei Wochen nahm die Fifa den Schweizerischen Fussballverband in die Pflicht und forderte von ihm, alle Spiele des FC Sion, in welchen ein nicht spielberechtigter Spieler eingesetzt wurde, mit einem Forfait zu werten. Die Fifa gab dem Verband bis zum 13. Januar Zeit, die Angelegenheit im Sinne des Weltfussballverbands zu lösen – ansonsten drohe der Ausschluss, liess sich Fifa-Präsident Sepp Blatter zitieren. In diesem Fall dürfe die Nationalmannschaft keine Partien mehr bestreiten, und auch der FC Basel dürfe nicht zum Champions-League-Achtelfinale gegen Bayern München antreten.

Der SFV hat das Urteil heute kommuniziert und macht nun schon vor dem Jahreswechsel reinen Tisch: Insgesamt werden dem FC Sion für jedes nichtreguläre Spiel 3 Punkte abgezogen werden. Betroffen sind 10 Partien, was einem Minus von 30 Punkte gleichkommt. Zusätzlich werden Sion für zwei Cupspiele 6 Zähler abgezogen. Damit sind die Walliser neu Tabellenletzter mit minus fünf Punkten. Der Rückstand auf Lausanne beträgt somit bereits 16 Punkte.

SFV teil mit, dass mit diesem Punktabzug das rechtsmissbräuchliche sowie rechts-, statuten- und reglementswidrige Verhalten des FC Sion bzw. die unrechtmässige Umgehung der Fifa-Transfersperre durch den Klub geahndet wird, und nicht der Einsatz allenfalls nicht spielberechtigter Spieler.

Erleichterung beim FCB und Hitzfeld

Die Forderungen der Fifa wären damit erfüllt, und Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld kann die WM-Qualifikation für Brasilien 2014 in Ruhe in Angriff nehmen. So auch der FCB, der im Februar in der Champions League auf Bayern München trifft. Dass der FC Sion dieses Urteil nicht akzeptieren wird, hat Präsident Christian Constantin indirekt schon am Donnerstag kommuniziert. Er hat bereits diese Woche Strafanzeige gegen das Fifa-Exekutivkomitee erstattet. Als Grund für die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat nannte Constantin Nötigung. Der Klub könne nicht hinnehmen, dass die Nationalmannschaften der Schweiz und die Schweizer Klubs von der Fifa als Geisel genommen werden, um Entscheide durchzusetzen, die gegen elementare Schweizer Rechtsprinzipien verstossen, heisst es auf der Internetseite des Tabellendritten.

Die Spielberechtigung der sechs Spieler ist weiterhin Gegenstand von Protesten und Einsprachen verschiedener Klubs, welche von der Disziplinarkommission der Liga am 8. Dezember abgelehnt wurden. Die unterlegenen Klubs (Lausanne, Luzern und Thun) haben diesen Entscheid mittlerweile beim Internationalen Sportgericht angefochten. Dessen Entscheid und der Beschluss des Zentralvorstandes sind absolut unabhängig voneinander. Es ist also denkbar, dass das Sportgericht den Entscheid des SFV umstösst und doch noch Forfaits verhängt.

In einem Communiqué liess die Fifa verlauten, sie habe den Entscheid des SFV zur Kenntnis genommen. «Die Fifa wird nun die Unterlagen analysieren und diese Anfang Januar ihrem Dringlichkeitskomitee zur Entscheidung vorlegen.»

Constantin vergleicht Fifa mit Al-Ghadhafi

Der FC Sion war von der Uefa wegen des Einsatzes von sechs nicht spielberechtigten Profis in den Playoffs gegen Celtic Glasgow aus der laufenden Europa League ausgeschlossen worden. Vor zwei Wochen war der Klub vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne mit seiner Klage gescheitert. Sion hatte gefordert, in den Wettbewerb eingegliedert zu werden, und will das Urteil anfechten.

Seit dem Urteil hat der Streit neue Dimensionen erreicht. Zuletzt hatte Präsident Constantin die Fifa verunglimpft und mit dem ehemaligen libyschen Revolutionsführer Muammar al-Ghadhafi verglichen. «Der Weltfussballverband handelt ähnlich wie der ehemalige libysche Diktator Muammar al-Ghadhafi im Dezember 1988, als er die USA bestrafen wollte und einen Anschlag auf ein Flugzeug einer amerikanischen Fluglinie verübte. Gelitten haben aber Unbeteiligte. In diesem Fall wäre das der FCB», hatte Constantin im Interview der «Basler Zeitung» gesagt.

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