Touré nennt Guardiola einen Rassisten

Der Ivorer kritisiert seinen ehemaligen Trainer scharf. Dass er unter Guardiola oft nur Ersatz war, hat für ihn mit seiner Hautfarbe zu tun.

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Yaya Touré preschte in seinen allerbesten Tagen mit Riesenschritten über die Rasen der Premier League. Power, Kraft, Wucht, das waren stets die drei Attribute, die den Ivorer bei Manchester City auszeichneten und ihn zu einem der besten afrikanischen Fussballer der Geschichte werden liessen.

Doch auf dem Platz ist es mittlerweile ruhig geworden um den einstigen Anführer der goldenen Generation der Elfenbeinküste. Dafür hat er daneben noch einiges loszuwerden. Und das ist happig.

«Ich begann mich zu fragen, ob es etwas mit der Hautfarbe zu tun hat»

Empfänger der wütenden Worte des ehemaligen Mittelfeldspielers von Manchester City ist der Trainer des Vereins, Pep Guardiola. In einem Interview mit «France Football» beschuldigt Touré diesen, ein Rassist zu sein. «Er wird es nie zugeben», sagt Touré, «aber an dem Tag, an dem er ein Team mit fünf Afrikanern aufstellt, werde ich ihm einen Kuchen schicken.»

Dass er in dieser Saison nur noch selten zum Einsatz kam, hatte für Touré keinen ersichtlichen Grund: «Ich habe angefangen, mich zu fragen, ob es etwas mit meiner Hautfarbe zu tun hat.» Er habe gemerkt, dass weder Statistiken noch Physis Gründe für seine Ersatzrolle sein konnten, denn dort habe er nicht schlechter als seine Konkurrenten abgeschlossen.

Der Trainer als Rivale

Als Guardiola ab Sommer 2016 bei ManCity übernahm und damit begann, das Team umzubauen, fand sich Touré oft auf der Bank wieder, 2017/18 kam er lediglich zu zehn Einsätzen in der Premier League und das, ohne verletzt gewesen zu sein. Guardiola setzte im Mittelfeld auf andere Kräfte, Kevin de Bruyne zum Beispiel, Fernandinho oder Ilkay Gündogan. Nur dreimal durfte Touré von Beginn weg ran.

Geht es nach Touré, ist Rassismus schuld daran. Guardiola sei eifersüchtig gewesen. «Ich weiss nicht warum, aber er sah mich als Rivalen», sagt er. Touré setzt gleich zum Rundumschlag aus. Er sei nicht der Erste, dem die ungleiche Behandlung auffalle: «Auch bei Barça haben sie diese Frage gestellt. Vielleicht werden wir Afrikaner nicht von allen immer gleich behandelt wie alle anderen.» Touré hatte bereits 2008 bis 2010 unter Guardiola bei Barcelona trainiert, der Trainer folgte ihm später nach England.

«Er wollte meine letzte Saison ruinieren»

Touré, heute 35 und auf Vereinssuche, hatte sich seine letzte Saison beim englischen Meister ganz anders vorgestellt. Einen Abschied wie jenen von Gianluigi Buffon bei Juventus oder Andrés Iniesta bei Barcelona habe er sich gewünscht. «Das Schlimmste ist, dass ich am Schluss glücklich war, den Club zu verlassen», sagt er jetzt. «Guardiola wollte meine letzte Saison ruinieren.» (mro/te)

Erstellt: 05.06.2018, 18:37 Uhr

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