Der FC Sion entlässt Tramezzani

Nach dem 2:2 gegen Lugano zieht Sions Präsident Christian Constantin die Reissleine. Er entzieht seinem Trainer die Verantwortung.

Job los: Paolo Tramezzani ist seines Amtes enthoben worden. (22. Oktober 2017)

Job los: Paolo Tramezzani ist seines Amtes enthoben worden. (22. Oktober 2017) Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone

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Der FC Sion trennt sich nach der 12. Runde von seinem Coach Paolo Tramezzani. Nach dem 2:2 gegen Lugano hat der Walliser Super-League-Club in einem Communiqué mitgeteilt, dass der Italiener entlassen worden sei. Mit 13 Punkten und ebenso vielen Zählern Rückstand auf Leader YB belegt Sion nur den 7. Rang. Der Nachfolger steht noch nicht fest.

Sechs Heimspiele (vier davon in Folge), kein Sieg: Das 2:2 gegen Lugano brachte in Sitten das Fass zum Überlaufen. Trotz 52-minütiger Überzahl schaffte Sion gegen die Tessiner weder den Turnaround in der Partie noch in einer Saison, die bislang gar nicht nach dem Gusto von Präsident Christian Constantin verlief.

Erfolgslosigkeit als Hauptursache

Sion gewann seit einem 9:1 in der ersten Cuprunde gegen Gränichen nur noch eines von neun Pflichtspielen. Unter anderem schieden die Walliser in der zweiten Rundes des Cups gegen Stade Lausanne-Ouchy aus. In der Meisterschaft hat Sion seit Ende Juli nur noch einmal gewonnen, beim 2:1 in Lugano, in dessen Nachgang Präsident Constantin gegen Rolf Fringer handgreiflich wurde.

Zudem hatte Tramezzani auch das peinliche Out in der Europa-League-Qualifikation gegen den bescheidenen litauischen Vertreter Suduva Marijampole zu verantworten. Die Bilanz des 47-jährigen Italieners, erst im Sommer mit einem Zweijahresvertrag aus Lugano weggelotst, liest sich schwach: In 16 Ernstkämpfen holte Sion im Schnitt 1,06 Punkte (vier Siege, fünf Punkte, sieben Niederlagen).

«Ich habe keinen Trainer parat»

Tramezzani hatte sich in der letzten Super-League-Rückrunde für den Job im Wallis empfohlen. Der frühere Co-Trainer der albanischen Nationalmannschaft führte den FC Lugano bis auf den 3. Platz. Das Sittener Ensemble bekam er aber nicht in den Griff. Nach einem gelungenen Saisonstart lief kaum mehr was zusammen. Ein erstes Ultimatum von Christian Constantin überstand er Ende September. Doch nun wurden im vier Heimspiele mit nur zwei gewonnen Punkten zum Verhängnis. Beim 2:2 am Sonntagnachmittag gegen seinen früheren Arbeitgeber Lugano war die Leistung bedenklich schwach.

Tramezzanis Nachfolger wird der bereits vierte Coach des FC Sion in diesem Jahr sein. Peter Zeidler wurde im April entlassen und durch Sébastien Fournier ersetzt, der Ende letzter Saison Tramezzani Platz machen musste. «Ich habe keinen Trainer parat», sagte Constantin dem «Nouvelliste». «Die Mannschaft wird am Dienstagnachmittag zum Training erwartet. Bis dann müssen wir eine Lösung finden.» Die nächste Partie bestreitet Sion am kommenden Sonntag bei den Young Boys.

(fal/sda)

Erstellt: 22.10.2017, 20:26 Uhr

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