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Typisch Hitzfeld

Der Trainer, der die Schweiz zum zweiten Mal in Folge an die WM führte, ist statt am Feiern längst am Planen: Brasilien, die Entwicklung des Teams – und seine Zukunft.

Fredy Wettstein
Schon früh feiert Ottmar Hitzfeld Erfolge als Trainer. Als 35-Jähriger steigt er 1984 mit dem SC Zug als NLB-Meister in die höchste Klasse auf. Im Frühling 1985 holt der ehemalige Stürmer des FC Basel den Cupsieg mit dem FC Aarau, der im Final in Bern Xamax mit 1:0 bezwingt. (Bild: 27. Mai 1985)
Schon früh feiert Ottmar Hitzfeld Erfolge als Trainer. Als 35-Jähriger steigt er 1984 mit dem SC Zug als NLB-Meister in die höchste Klasse auf. Im Frühling 1985 holt der ehemalige Stürmer des FC Basel den Cupsieg mit dem FC Aarau, der im Final in Bern Xamax mit 1:0 bezwingt. (Bild: 27. Mai 1985)
Keystone
Mit dem Zürcher Traditionsverein wird er 1990 und 1991 auch Schweizer Meister. (6. Juni 1991)
Mit dem Zürcher Traditionsverein wird er 1990 und 1991 auch Schweizer Meister. (6. Juni 1991)
Keystone
Die Erfolge des Lörrachers südlich des Rheins dringen auch in seine Heimat. Nach GC heisst Borussia Dortmund die nächste Station für Hitzfeld. Auch mit dem BVB feiert er Triumphe. Hitzfeld gewinnt mit den Borussen 1995 und 1996 die deutsche Meisterschaft – der letzte Erfolg ist für die Dortmunder besonders süss, da er nach einem 2:2 bei Rivale 1860 München feststeht. (11. Mai 1996)
Die Erfolge des Lörrachers südlich des Rheins dringen auch in seine Heimat. Nach GC heisst Borussia Dortmund die nächste Station für Hitzfeld. Auch mit dem BVB feiert er Triumphe. Hitzfeld gewinnt mit den Borussen 1995 und 1996 die deutsche Meisterschaft – der letzte Erfolg ist für die Dortmunder besonders süss, da er nach einem 2:2 bei Rivale 1860 München feststeht. (11. Mai 1996)
Keystone
Auch international stehen Hitzfeld und der BVB im Blickpunkt: 1997 siegen die Westfalen in München gegen Juventus Turin mit 3:1 und entfachen in Dortmund eine grosse Euphorie bei der Ankunft. (29. Mai 1997)
Auch international stehen Hitzfeld und der BVB im Blickpunkt: 1997 siegen die Westfalen in München gegen Juventus Turin mit 3:1 und entfachen in Dortmund eine grosse Euphorie bei der Ankunft. (29. Mai 1997)
Keystone
In der Saison 1997/98 übt Hitzfeld in Dortmund das Amt als Sportdirektor aus. Er kehrt im Sommer 1998 in den Trainerjob zurück – bei den Bayern. Mit grossem Erfolg: 1999, 2000, 2001, 2003 und – nach seiner Rückkehr – 2008 führt er die Münchner zum deutschen Titel. Erneut kann er die Meisterschale emporheben. (17. April 2003)
In der Saison 1997/98 übt Hitzfeld in Dortmund das Amt als Sportdirektor aus. Er kehrt im Sommer 1998 in den Trainerjob zurück – bei den Bayern. Mit grossem Erfolg: 1999, 2000, 2001, 2003 und – nach seiner Rückkehr – 2008 führt er die Münchner zum deutschen Titel. Erneut kann er die Meisterschale emporheben. (17. April 2003)
Keystone
Hitzfeld und die Bayern müssen aber auch zittern. Unvergesslich das Meisterschaftsfinale im Frühjahr 2001, als in der letzten Sekunde das Hitzfeld-Team mittels eines indirekten Freistosses das 1:1 in Hamburg schiesst und damit Schalke auf Rang 2 verweist. Königsblau hat vor dem Ausgleich der Bayern in der 94. Minute zu Hause schon den Titel gefeiert. (29. Mai 2001)
Hitzfeld und die Bayern müssen aber auch zittern. Unvergesslich das Meisterschaftsfinale im Frühjahr 2001, als in der letzten Sekunde das Hitzfeld-Team mittels eines indirekten Freistosses das 1:1 in Hamburg schiesst und damit Schalke auf Rang 2 verweist. Königsblau hat vor dem Ausgleich der Bayern in der 94. Minute zu Hause schon den Titel gefeiert. (29. Mai 2001)
Keystone
Die Bayern holen unter Trainer Hitzfeld auch dreimal den DFB-Pokal, und zwar in den Jahren 2000, 2003 und 2008. Giovane Elber verschont nach dem 3:0-Finalsieg gegen Werder Bremen seinen Trainer bei der obligaten Bierdusche nicht. (5. Mai 2000)
Die Bayern holen unter Trainer Hitzfeld auch dreimal den DFB-Pokal, und zwar in den Jahren 2000, 2003 und 2008. Giovane Elber verschont nach dem 3:0-Finalsieg gegen Werder Bremen seinen Trainer bei der obligaten Bierdusche nicht. (5. Mai 2000)
Keystone
Wie schon mit dem BVB kann Hitzfeld auch mit den Bayern auf europäischem Parkett Erfolge feiern. In einem spannenden Endspiel der Champions-League-Saison 2000/01 gegen Valencia in Mailand (1:1 n. V.) setzt sich Hitzfelds Mannschaft mit 5:4 im Penaltyschiessen durch. Der knappe Erfolg ist Balsam für die Bayern-Seele nach der bitteren 1:2-Finalniederlage in Barcelona gegen ManU zwei Jahre zuvor. 2001 sichern sich die Bayern auch den Weltpokal. (23. Mai 2001)
Wie schon mit dem BVB kann Hitzfeld auch mit den Bayern auf europäischem Parkett Erfolge feiern. In einem spannenden Endspiel der Champions-League-Saison 2000/01 gegen Valencia in Mailand (1:1 n. V.) setzt sich Hitzfelds Mannschaft mit 5:4 im Penaltyschiessen durch. Der knappe Erfolg ist Balsam für die Bayern-Seele nach der bitteren 1:2-Finalniederlage in Barcelona gegen ManU zwei Jahre zuvor. 2001 sichern sich die Bayern auch den Weltpokal. (23. Mai 2001)
Keystone
Ein rührender Abschied nach vielen erfolgreichen Jahren: Nach dem Double 2008 wird Hitzfeld von Bayerns Führungsriege verabschiedet. Der Coach zeigt Emotionen. (Mai 2008)
Ein rührender Abschied nach vielen erfolgreichen Jahren: Nach dem Double 2008 wird Hitzfeld von Bayerns Führungsriege verabschiedet. Der Coach zeigt Emotionen. (Mai 2008)
Keystone
Hitzfeld ist nun nicht mehr Clubtrainer, sondern Nationalcoach. Und zwar in der Schweiz, die für ihn schon längst eine zweite Heimat geworden ist. Nach duchzogenem Start qualifiziert sich die Nati direkt für die WM 2010 in Südafrika, wo das erste Gruppenspiel gegen Spanien sensationell mit 1:0 gewonnen wird. Trotz dieses Traumstarts qualifziert sich die Schweiz nach einer 0:1-Niederlage gegen Chile und einer Nullnummer gegen das bescheidene Honduras nicht für die Achtelfinals. Die EM-Endrunde 2010 wird unter Hitzfeld verpasst. Kritische Stimmen fordern einen neuen Mann als Nationaltrainer. (16.Juni 2010)
Hitzfeld ist nun nicht mehr Clubtrainer, sondern Nationalcoach. Und zwar in der Schweiz, die für ihn schon längst eine zweite Heimat geworden ist. Nach duchzogenem Start qualifiziert sich die Nati direkt für die WM 2010 in Südafrika, wo das erste Gruppenspiel gegen Spanien sensationell mit 1:0 gewonnen wird. Trotz dieses Traumstarts qualifziert sich die Schweiz nach einer 0:1-Niederlage gegen Chile und einer Nullnummer gegen das bescheidene Honduras nicht für die Achtelfinals. Die EM-Endrunde 2010 wird unter Hitzfeld verpasst. Kritische Stimmen fordern einen neuen Mann als Nationaltrainer. (16.Juni 2010)
Keystone
Der Verband hält jedoch an Hitzfeld fest, der Vertrag wird bis zur WM 2014 verlängert. Der SFV wird für seine Treue belohnt: Unter dem inzwischen 64-jährigen Fussballlehrmeister qualifiziert sich die Schweiz vorzeitig und souverän für die Endrunde in Brasilien. Hitzfeld zeigt sich nach dem 2:1-Erfolg in Albanien und nach geschaffter Qualifikation im Camp am oberen Zürichsee relaxed und gut gelaunt. (13. Oktober 2013)
Der Verband hält jedoch an Hitzfeld fest, der Vertrag wird bis zur WM 2014 verlängert. Der SFV wird für seine Treue belohnt: Unter dem inzwischen 64-jährigen Fussballlehrmeister qualifiziert sich die Schweiz vorzeitig und souverän für die Endrunde in Brasilien. Hitzfeld zeigt sich nach dem 2:1-Erfolg in Albanien und nach geschaffter Qualifikation im Camp am oberen Zürichsee relaxed und gut gelaunt. (13. Oktober 2013)
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Wer ist Ottmar Hitzfeld? Es genügt, ihn zu beobachten, im Berner Stade de Suisse an diesem Dienstagabend, zwischen zehn und elf Uhr. Dann hat man die Antwort. Genau so ist er, gibt er sich öffentlich, immer. Typisch Hitzfeld.

Das Spiel gegen Slowenien ist vorbei, die Zuschauer feiern die Schweizer Mannschaft, schwenken im ganzen Stadion die roten Fähnchen. Die Spieler tragen jetzt zitronengelbe T-Shirts, «Suisse goes Brazil» steht drauf, sie jubeln im Dauerregen, und ein Betreuer macht Gesten, Ottmar Hitzfeld solle doch auch auf den Rasen kommen. Dieser winkt ab. Steht am Spielfeldrand in seinem dunklen Mantel, die Hände auf dem Rücken, die linke umfasst das rechte Handgelenk, sehr kontrolliert, emotionslos, nur seine Finger zucken immer noch wild, sie tun es immer, wenn er stehend, angespannt und nervös, das Spiel verfolgt. Vorher ist er einen kurzen Moment auf der Bank gesessen, ganz allein. Ein Kurzfilm sei da in seinem Kopf abgelaufen, und er habe sich erinnert an das Spiel damals gegen Island, wenige Wochen zuvor am gleichen Ort, als aus dem 4:1 ein 4:4 wurde, die Kritik, die nachher aufkam. Es sei der wohl schwierigste Moment in dieser Qualifikation gewesen, sagt er.

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