Übergangener Ronaldo ist «wütend»

Europas Fussballer des Jahres heisst Luka Modric. Das stösst Cristiano Ronaldo und seinem Umfeld sauer auf.

Modric sticht Ronaldo und Salah aus. (Video: SID/Tamedia)

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Cristiano Ronaldo braucht man längst nicht mehr zu fragen, wen er für den besten Fussballer Europas, ja des Planeten hält. Er wird nie müde zu betonen, dass nur er das sein kann. Es ist deshalb naheliegend, dass die neue Attraktion von Juventus Turin nicht damit einverstanden war, dass Luka Modric am Donnerstag an der Champions-League-Auslosung in Monaco zum besten Spieler des Kontinents gewählt wurde. Die Trainer der 80 Teams, die 2017/18 die Gruppenphase der Champions und Europa League bestritten hatten, sowie 55 Journalisten hatten abstimmen dürfen.

Modric, das ist der 32-Jährige mit den wehenden Haaren, der im Mai an der Seite von Ronaldo mit Real Madrid zum dritten Mal in Serie in der Königsklasse triumphierte, der Taktgeber im Mittelfeld, der Mann mit dem Rundumblick und den feinen Aussenristpässen. Im Sommer stand er als Captain Kroatiens im WM-Final und erhielt die Auszeichnung zum besten Spieler des Turniers.

Ronaldo hatte durchaus auch ein paar nette Argumente geliefert, die ihn zum verdienten Sieger gemacht hätten. Dass er seinem früheren Teamkollegen den Vortritt überlassen musste, brachte seinen mächtigen Berater Jorge Mendes in Rage. «Die Wahl ist eine Schande, einfach lächerlich», wetterte der Portugiese in der Zeitung «Record». «Der Fussball wird immer noch auf dem Platz gespielt – und hier hat Cristiano Ronaldo gewonnen. Er hat 15 Tore in der Champions League geschossen und Real Madrid damit zum Titel geführt.»

Video: Ronaldos schönstes CL-Tor

Fans wählten den Fallrückzieher gegen Juventus zum Tor der Saison. Video: SRF

Gala geschwänzt

Auch Ronaldos neuer Arbeitgeber zeigte sich irritiert über das Ergebnis. Juventus' Sportlicher Leiter Giuseppe Marotta sagte, er verspüre «tiefe Bitterkeit», denn: «Der Preis bezieht sich auf die Champions League, nicht auf die Weltmeisterschaft. Ich denke, Cristiano hat in diesem Wettbewerb für die grössten Emotionen und die schönsten Tore gesorgt.»

Der Unterlegene hat sich bisher nicht geäussert, sein Trainer Massimiliano Allegri tat dies jedoch am Freitag an der Pressekonferenz des italienischen Rekordmeisters. «Es ist normal, dass Cristiano nach dieser Saison, die er letztes Jahr gespielt hat, wütend ist», sagte er. Deshalb sei Ronaldo auch nicht an der Verleihung erschienen.

Noch am Donnerstag als Gast angekündigt, war CR7 der Gala ferngeblieben. «Wir haben kurz vor der Veranstaltung von Juventus Turin erfahren, dass er nicht kommt. Wir wissen nicht, warum», sagte Uefa-Präsident Aleksander Ceferin.

Dass Ronaldo zum besten Champions-League-Stürmer der vergangenen Saison gekürt wurde, mochte ihn offensichtlich nicht zum Besuch im Grimaldi Forum bewegen. Ein bisschen mehr Ehre hätte ihm dafür schon zuteil werden müssen. (kai)

Erstellt: 31.08.2018, 15:55 Uhr

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