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Weisse Weste trotz Wasserschlacht

Die Schweiz schlägt Andorra klar und führt ihre Gruppe weiter ohne Verlustpunkte an. Das Spiel gegen den Aussenseiter bewegte sich an der Grenze zur Irregularität.

Pflichtsieg in Pfützen: Die Schweiz bezwingt Andorra. (Quelle: SRF)

Die Schweizer hatten mit einem abermals destruktiven Gegner gerechnet, der sich wie im unangenehmen Hinspiel (2:1) vorzugsweise in der eigenen Zone verschanzen würde. Nicht kalkuliert hatten die Gastgeber aber mutmasslich mit einem Spielverderber, der nicht zu kontrollieren war: Unaufhörlicher Regen flutete das Terrain.

Zu stoppen war die Nummer 1 der Gruppe B aber weder vom Ostschweizer Schlamm noch vom zwar hartnäckigen, aber weitgehend chancenlosen Widersacher aus den Pyrenäen. Einer behielt trotz allgemeinem «Dammbruch» den Überblick: Haris Seferovic, der Stürmer Benficas, der in Lissabon in diesem Sommer zu einer bestechenden Form gefunden hat. Der frühere U17-Weltmeister führte die SFV-Auswahl mit seiner Doublette (43./62.) auf den gewünschten Kurs.

Die Schweiz feiert im siebten Qualifikationsspiel den siebten Sieg.
Die Schweiz feiert im siebten Qualifikationsspiel den siebten Sieg.
Peter Schneider, Keystone
Der stark aufspielende Haris Seferovic trifft doppelt.
Der stark aufspielende Haris Seferovic trifft doppelt.
Gian Ehrenzeller, Keystone
Lettland, nächster Gegner der Schweiz, verliert in Ungarn 1:3.
Lettland, nächster Gegner der Schweiz, verliert in Ungarn 1:3.
Tibor Illyes, Keystone
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Die Schweiz zeigt Reife

Der siebte Sieg in Folge in der WM-Kampagne war budgetiert, keine Frage, die Art und Weise hingegen hatte niemand vorhersehen können. Wie die Gruppe von Petkovic mit den naturbedingten Erschwernissen umging, verdient Respekt. Sie liess sich trotz mehrerer Platzreinigungen nicht aus dem Konzept bringen, obschon sie unverschuldet nie auf die gewohnten Passquoten kam und ihre deutliche Überlegenheit nicht dauerhaft ausspielen konnte.

So unschön der Rahmen für die 13'600 Zuschauer im Stadion war, so willkürlich sich die Verhältnisse für die Beteiligten anfühlten, nach einem mehrstündigen Abend mit diversen Wasserstandsmeldungen stand der sportlich wichtigste Aspekt im Zentrum: Petkovics Ensemble bleibt auf direktem WM-Kurs und lieferte den Nachweis, derzeit jede Challenge zu bestehen.

Angesichts der fürchterlichen Witterung hat die erfahrene Mannschaft den maximalen Ertrag erreicht. Seit Mai 2016 ist sie ungeschlagen, gewinnen kann sie im Prinzip in jeder Besetzung. Nichts deutet derzeit auf einen Einbruch hin, leisten sich die wetterfesten Schweizer auch in Riga keine «unforced errors», genügen in der letzten Tranche gegen Ungarn und in Portugal sogar zwei Remis zum vierten WM-Vorstoss in Folge.

Irreguläre Bedingungen

Bereits Stunden vor dem Kick-off kursierten erste Gerüchte, wegen der schweren Niederschläge würde ernsthaft in Erwägung gezogen, die Partie um 15 Stunden zu verlegen. Der Schiedsrichter befand die Unterlage aber trotz grossflächiger Wasserlachen und trotz Befürchtungen der Protagonisten, wegen der Umstände in Schwierigkeiten zu geraten, als bespielbar.

Die erhebliche Beeinträchtigung des Rasens war primär ein Nachteil der spielerisch veranlagten Schweizer. Dem limitierten Herausforderer kam das miserable Wetter zupass, derweil die im Prinzip irregulären Bedingungen die Aufgabe des Gruppenleaders spürbar erschwerten.

Nach einer frühen Chance Shaqiris verlagerte sich das Geschehen auf tief getränkte Nebenschauplätze. Nach 24 Minuten ordnete der norwegische Schiedsrichter Tore Hansen einen vorzeitigen Unterbruch an. Rasenpfleger und Securitas-Angestellte versuchten, das Regenwasser vom Feld zu fegen. Teilweise kamen sogar Sauggeräte zum Einsatz.

Klartext von Hitz

Kurzum: Die Szenerie passte nicht zu einem für den weiteren Verlauf der Schweizer WM-Kampagne kursweisenden Termin. Ersatzkeeper Marwin Hitz brachte im Pausen-Interview von «SRF» auf den Punkt, was eigentlich jeder sah: «Normalerweise wird das Spiel abgebrochen, wenn der Ball nicht mehr rollt. So kann man nicht mehr Fussball spielen.»

Dem Statement von Hitz hätte beim Stand von 0:0 wohl auch Stephan Lichtsteiner beigepflichtet. Der Captain der SFV-Auswahl forderte die Spielleiter relativ früh mit unmissverständlichen Gesten auf, den witterungsbedingten Zufällen ein Ende zu setzen und die Partie abzubrechen.

Angesichts der straffen Reisepläne der involvierten Teams wäre eine Verlegung um einen Tag aber wohl nur im äussersten Notfall beschlossen worden. Die Schweizer heben schon am Tag nach dem ausserplanmässigen Wasserball-Rencontre zum Trip nach Lettland ab. Kurzfristige Umdisponierungen sind in der Regel mit unvorteilhaften Begleitumständen verbunden.

Nächste Bestmarken von Cristiano Ronaldo

Cristiano Ronaldo setzt bei Portugals 5:1-Sieg gegen die Färöer weitere Bestmarken. Dank der zweiten Triplette des Superstars hält der Europameister den Rückstand auf die Schweiz bei drei Punkten.

14 Tore in der laufenden WM-Qualifikation, in sechs Einsätzen? Rekord. 29 total in der WM-Qualifikation? Den Rekord des Ukrainers Andrej Schewtschenko (26) überboten. 78 in 144 Länderspielen für Portugal? Sowieso Rekord. Und in der ewigen Rangliste der UEFA-Nationen liegt nur noch der legendäre Ungar Ferenc Puskas mit 84 Treffern vor Ronaldo.

Portugal, das sich im Hinspiel auf den Färöern 6:0 durchgesetzt hatte, wusste schon nach weniger als 130 Sekunden alle Vorteile auf seiner Seite. Ronaldo eröffnete das Skore mit einem herrlichen Seitfallzieher. Später traf der Captain der Lusitaner per Foulpenalty und nach herrlicher Finte im gegnerischen Strafraum. Dazu war Ronaldo auch an der Entstehung der Treffer zum 3:1 und 5:1 entscheidend beteiligt. Die Färöer hatten den Portugiesen, die drei Spieltage vor Schluss ein Torverhältnis von 27:4 vorzuweisen haben, ausser dem wuchtigen Volley von Rogvi Baldvinsson zum 1:2 wenig entgegenzusetzen.

Lettlands Schwäche

Lettland, am Sonntag in Riga der nächste Schweizer Gegner, zeigte sich beim 1:3 in Ungarn primär bei Standards verwundbar. Die Balten kassierten alle drei Gegentreffer nach Freistössen oder Corner und folgendem Kopfball. Beim dritten lenkte Alexanders Solovjovs den Ball unhaltbar für den eigenen Goalie Andris Vanins (FC Zürich) ab.

Das zwischenzeitliche 1:2 erzielte Lettland durch den gegen die Schweiz gelb-gesperrt fehlenden Mittelfeldspieler Gints Freimanis, weil einem ungarischen Verteidiger (Korhut) ein Rückpass zu kurz geraten war.

Schweiz - Andorra 3:0 (1:0) Kybunpark, St. Gallen. - 13'600 Zuschauer. - SR Hansen (NOR). Tore: 43. Seferovic (Shaqiri) 1:0. 62. Seferovic 2:0. 67. Lichtsteiner (Freuler) 3:0. Schweiz: Sommer; Lichtsteiner, Schär, Akanji, Rodriguez; Freuler, Xhaka (65. Zakaria); Shaqiri, Mehmedi (74. Edimilson Fernandes), Zuber (46. Derdiyok); Seferovic. Andorra: Gomes; Jordi Rubio, Rebés, Ildefons Lima, Llovera, Marc Garcia; Clemente (82. Emili Garcia), Vieira, Alex Martinez (76. Sanchez); Pujol (90. Sergi Moreno), Alaez. Bemerkungen: Schweiz ohne Embolo (rekonvaleszent) und Drmic (verletzt), Andorra ohne Chus Rubio, Moisés San Nicolas und Vales (alle gesperrt). Verwarnungen: 41. Alaez (Reklamieren). 50. Clemente (Foul). 60. Gomes (Unsportlichkeit).

SDA

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