Haben Hoeness und die Justiz allen ein Schnippchen geschlagen?

Uli Hoeness ist kein Häftling mehr. Exakt nach der Hälfte seiner dreieinhalbjährigen Gefängnisstrafe wurde der 64-Jährige heute vorzeitig entlassen.

Vorzeitige Entlassung: Uli Hoeness sitzt nicht mehr im Gefängnis. (Archiv)

Vorzeitige Entlassung: Uli Hoeness sitzt nicht mehr im Gefängnis. (Archiv) Bild: Keystone

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Das bestätigte das bayerische Justizministerium. Einzelheiten zum genauen Zeitpunkt und zum Ort der Entlassung von Uli Hoeness nannte das Ministerium auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa nicht. Gemäss welt.de sei der ehemalige Bayern-Präsident in einer Nacht- und Nebelaktion aus dem Gefängnis entlassen worden.

Gut informierte Quellen wollen allerdings wissen, dass er schon vorher in ein anderes Gefängnis überführt worden sei, um von dort nach Hause reisen zu können. Damit wäre auch ein Spiessrutenlauf durch die wartenden Kamerateams und Fotografen verhindert worden. Sein Sohn Fabian bestätigte gegenüber «diewelt.de» dass sein Vater mitten in der Nacht heimgereist sei.

Am Mittwoch im Stadion

Insider gehen davon aus, dass sich Hoeness in den nächsten Monaten kaum öffentlich äussern wird, ausser zu Fussballfragen. Am Mittwoch, beim Bundesliga-Heimspiel der Bayern gegen Mainz, wird er aber in der Allianz-Arena erwartet. Am 13. März wird er dann die Laudatio halten, wenn Jupp Heynckes den Ehrenpreis der Stadt Gladbach bekommt, 150 Anmeldungen von Journalisten sind für diesen festlichen Akt eingegangen, aber nur etwa 50 werden tatsächlich finden.

Ein Ausnahmefall

Das Münchner Landgericht hatte Hoeness am 13. März 2014 wegen Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen Euro zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Am 2. Juni 2014 trat er seine Strafe an.

Bereits Anfang 2015 wurde er Freigänger. Seitdem arbeitete Hoeness tagsüber in der Jugendabteilung des deutschen Fussball-Rekordmeisters FC Bayern, dessen Präsident er bis zu seiner Verurteilung war. Die meisten Wochenenden verbrachte er in seinem Haus in Bad Wiessee am Tegernsee.

Hoeness kam aufgrund der selten angewandten Halbstrafenregelung bereits nach 21 Monaten frei. Üblicherweise werden Haftstrafen erst nach zwei Dritteln zur Bewährung ausgesetzt. Das Strafgesetzbuch erlaubt aber in Ausnahmefällen auch die Aussetzung der Strafe nach der Hälfte der Zeit.

(fal/TA/sda)

Erstellt: 29.02.2016, 07:00 Uhr

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