Und der Vierte macht den Fehler

Der FC Zürich kommt im Tessiner Regen nicht über ein Unentschieden hinaus. Das 0:0 gegen den FC Lugano ist ein logisches Resultat. Es brachte Trainer Magnin sogar zum Scherzen.

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Nun erinnerte die Partie an ein echtes Cupspiel. Die beiden Teams hatten sich auf dem tiefen Rasen des Cornaredo, getränkt von zwei Tagen Dauer­regens, einen Abnützungskampf geliefert. Jetzt standen die Mannschaftsteile weit auseinander, nur ein «lucky punch» konnte in den Schlussminuten noch die Entscheidung bringen. Der eingewechselte Holender versuchte es für Lugano mit einem Distanzschuss, auch Gerndt, und für die Zürcher nahm der enorm lauffreudige Schönbächler einen letzten Anlauf. Es blieb beim 0:0.

Ein Treffer in den letzten Minuten wäre für den Sieger glücklich gewesen, für den Verlierer sehr hart. Nach dem Remis war FCZ-Trainer Ludovic Magnin ­guter Laune und sogar zum Scherzen aufgelegt: «Entweder verlieren wir in dieser Saison 0:4 oder wir halten die Null. Diese Serie haben wir fortgesetzt.» ­Immerhin herrscht in dieser ­Bilanz nun Gleichstand: Viermal verlor der FCZ 0:4, nun blieb er zum vierten Mal ohne Gegentor. Und holte in diesen Partien zwei Drittel seiner zwölf Punkte.

Die Fans protestierten

Für Wettfreaks wäre das 0:0 ­ohnehin ein logisches Resultat gewesen. Zürich hat gegen Lugano seit sechs Spielen nicht mehr getroffen, und die Tessiner tun sich trotz stark besetzter Offensive vor heimischem Anhang schwer: Sie haben in fünf Ligaheimspielen nur zwei Tore erzielt. Gestern manifestierten unzufriedene Anhänger wiederholt ihren Unmut, sie sind der Meinung, das Team müsse generell offensiver auftreten. Auch Trainer Fabio Celestini hätte sich einen anderen Auftritt gewünscht: «Uns fehlte die Intensität mit dem Ball.»

Das Ergebnis sei insgesamt leistungsgerecht gewesen, darin ­waren sich beide Cheftrainer ­einig. Magnin sagte: «Die Partie hätte auf beide Seiten kippen können, uns hat im Abschluss das letzte Quäntchen gefehlt, aber die Mannschaft spielte sehr solidarisch.»

Der FCZ tat mehr fürs Spiel, irgendwann mangelte es aber an Genauigkeit. Diese äusserte sich beispielsweise in ungenauen Flanken oder Fehlern, die zu Kontern führten. Magnin ­beschrieb es so: «Drei Spieler ­haben etwas gut gemacht, der vierte machte dann einen Fehler. Aber vieles, das ich gesehen habe, stimmt mich zuversichtlich.» Die Bedingungen hatten ihm nichts ausgemacht: «Der Rasen war insgesamt in einem guten Zustand. Mir ist es lieber, so zu spielen, als im Hochsommer bei 40 Grad.»

Der Offensivschwung war bei beiden Teams am Anfang gross gewesen: Schon in der 6. Minute zwang Luganos Bottani den FCZ-Goalie Brecher zu einer Fussabwehr, kurz darauf musste sein Tessiner Pendant Baumann gegen Marchesano erstmals eingreifen. Dass die Verhältnisse die Techniker zumindest nicht entscheidend benachteiligten, zeigt die Tatsache, dass die beiden Nummern 10 oft im Mittelpunkt standen. Bottani und Marchesano, die beiden «fantasisti», die zuständig sind für die Kreativität. Marchesano hatte auch nach der Pause die ersten beiden Topchancen. ­Luganos Tor wurde nun von Da Costa gehütet, der FCZ-Legende. Er ersetzte Baumann, der kurz vor der Pause hatte ausgewechselt werden müssen, weil er seine Hand nicht mehr spürte. Der FCZ seinerseits verlor nach einer Stunde Pa Modou ebenfalls mit einer Verletzung.

Da Costa mirakulös

Für Da Costa war es der erste Meisterschaftseinsatz seit April, die Wettkampfpause war ihm nicht anzumerken. Eine Viertelstunde vor Schluss rettete «Piu» mirakulös aus kürzester Distanz gegen Sohm. Kurz darauf hatte der gerade eingewechselte Aratore einen Matchball für die ­Luganesi auf dem Fuss, sein harter Schuss aus 25 Metern prallte gegen die Latte.


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Erstellt: 20.10.2019, 22:28 Uhr

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