Zum Hauptinhalt springen

Und plötzlich ist Alex Frei wieder Thema

Jeden Tag eine neue Indiskretion beim FC Basel. Nun wird vor dem Spiel gegen den FCZ der Name des ehemaligen Interimscoach herumgeboten.

Soll sich um mehr Einfluss bemühen: Alex Frei, im Juli noch Interimscoach beim FCB.
Soll sich um mehr Einfluss bemühen: Alex Frei, im Juli noch Interimscoach beim FCB.
Keystone

Wahrscheinlich haben sie beim FC Basel das mit der Weihnachtszeit und dem Adventskalender falsch verstanden. Zwar geht auch bei den Baslern derzeit jeden Tag ein neues Türchen auf. Aber statt einem netten Bildchen oder gar Schokolade ist es jeweils eine neue Indiskretion, die ans Licht kommt.

Der «Blick» erfuhr, dass sich Spieler nach dem 1:3 gegen YB bei Sportchef Marco Streller und Präsident Bernhard Burgener heftig über Trainer Marcel Koller beklagten. Die «Basler Zeitung» weiss, dass Burgener seinem Sportchef kein globales Budget für die Kaderzusammenstellung zur Verfügung stellt, sondern Transfers gerne punktuell absegnet. Und die «bz Basel» kann berichten, dass sich Fussballer nerven, weil sie an offiziellen Anlässen nicht mehr private Designer-Taschen zur Schau stellen dürfen, sondern jene des Ausrüsters zu tragen haben.

Wie bei einem guten Krimi gibt es auf der Suche nach den Maulwürfen ganz viele Verdächtige, die infrage kommen. Spielerberater, deren Klienten beim FCB derzeit laufend an Marktwert einbüssen. Sportchef Streller, dessen Freiheiten offenbar eng begrenzt sind - und der doch für alle Fehler geradestehen muss. Spieler, die sich von Koller schlecht behandelt fühlen. Mitarbeiter im Trainerteam, die sich nicht sicher sind, ob sie der Cheftrainer nicht bereits im Winter ersetzen möchte.

Beim FC Basel heisst die Devise: Rette sich, wer kann

Und dann ist da noch eine Geschäftsstelle mit rund 70 Mitarbeitern, die sich gemäss mehrerer Quellen in Gruppen und Grüppchen aufteilen. Alle auf der Suche nach der richtigen Seilschaft, deren Anführer bei der nächsten Machtverschiebung nicht plötzlich im Abseits steht. Beim FCB gilt derzeit: Jeder gegen jeden. Oder vielleicht besser: Rette sich, wer kann.

Allgemein wird erwartet, dass im Winter Schuldige für die Krise benannt und ersetzt werden. Noch scheint alles möglich: Von einer Transferoffensive über einen erneuten Trainerwechsel bis hin zum Sturz der Club-Ikone Streller. Auch darum häufen sich derzeit die Indiskretionen. Weil der internen Aufarbeitung offensichtlich misstraut wird, wird versucht, die Schuld an den schwachen sportlichen Auftritten öffentlich jemand anderem in die Schuhe zu schieben.

Dazu gehört auch, Gerüchte zu streuen - oder sie zumindest nicht zu dementieren. Und so ist rund um den St.-Jakob-Park plötzlich zu vernehmen, Alex Frei bringe sich in Stellung für einen Posten mit mehr Einfluss. Bislang ist der ehemalige Nationalstürmer beim FCB Verwaltungsrat und Trainer der U-18. Ende Juli war er für zwei Spiele als Interimstrainer ins Rampenlicht zurückgekehrt. Ansonsten sind seine öffentlichen Auftritte rar.

Der FCZ könnte in Basel eine vorweihnachtliche Panik auslösen

Seit der bekannt gewordenen Spielerrevolte steht Koller am unmittelbarsten unter Beobachtung. Er hat in seiner über 21 Jahre dauernden Trainerkarriere zwar schon einige Stürme überstanden. In seinen etwas mehr als vier Monaten in Basel aber wirkt der 58-Jährige bislang überraschend rat- und einflusslos.

Auch darum ist die heutige Partie gegen den punktgleichen FC Zürich so wichtig für den FCB. Bei der Entlassung von Raphaël Wicky nach bloss zwei Spielen der neuen Saison hat die Clubführung bewiesen, dass sie nicht ohne Hang zu überstürzten Entscheidungen ist. Und eine Niederlage gegen den FCZ wäre ein klassischer Auslöser für vorweihnachtliche Panik.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch