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Valentin Stocker – und sein Trostpreis

Der Schweizer tut sich schwer in Berlin und der Nationalelf. Trotzdem erlebt er jetzt einen Aufsteller.

Eine Zweckgemeinschaft: Spieler Stocker, Trainer Dardai.
Eine Zweckgemeinschaft: Spieler Stocker, Trainer Dardai.
Keystone

Valentin Stocker war erleichtert und musste sich gleich mitteilen: «Zurück in der Startelf. Fühlt sich gut an!» Er sprach die Sätze nach dem Europa-League-Sieg gegen Luhansk nicht in ein Mikrofon, nein, er teilte sie auf Twitter mit.

Das ist insofern ein paar Zeilen wert, weil der Social-Media-affine Stocker erstmals seit Juli wieder in die Twitter-Tasten gegriffen hat, und weil der Schweizer zuletzt auch gegenüber den Medien eher schweigsam war.

Die Gründe dafür liegen in Berlin: Seit er 2014 zur Hertha wechselte, sind seine Haare zwar länger, doch seine Einsatzzeiten wesentlich kürzer geworden – der 28-Jährige spielt meist nicht. Verletzungen bremsten ihn, vor allem aber sind er und Trainer Dardai keine Freunde.

So ist für Stocker ein nächster kleiner Dämpfer angesagt: Nationaltrainer Petkovic bittet zum Tanz gegen Nordirland – und Stocker wird nicht dabei sein. Rückblende: Das letzte Mal, als die Nationalmannschaft so etwas wie mit dem Rücken zur Wand stand, da war Valentin Stocker zur Stelle. Die Schweiz lag gegen Ungarn 1:2 im zweiten Qualifikationsspiel zurück, schoss den Ausgleich, und dann traf der kurz zuvor eingewechselte Stocker zum 3:2-Sieg.

Ein schaler Nachgeschmack bleibt

Der Stellenwert Stockers für die Nationalmannschaft ist gesunken. Da hilft auch der 2:0-Sieg in der Europa League nicht. Stocker durfte erstmals seit einer gefühlten Ewigkeit wieder von Beginn an spielen. Doch selbst diesem Auftritt haftete ein schaler Nachgeschmack an.

Hertha hatte die Europa League nach drei Spielen und einem Punkt bereits abgeschrieben, Dardai befahl eine B-Mannschaft auf das Feld, um zu rotieren; um Kräfte für das Spiel gegen Wolfsburg zu sparen. In diesem Team fand Stocker zwar Platz, doch seine Aufgabe sorgte für Stirnrunzeln. Dardai stellte ihn im defensiven Mittelfeld neben dem 18-Jährigen Arne Maier auf.

Man könnte nun argumentieren, Dardai wolle damit die taktische Flexibilität von Stocker würdigen, mit weniger Wohlwollen kann man aber auch von einem versuchten Blossstellen sprechen. Stocker hat in seiner Karriere noch kaum als Sechser gespielt. Wohler fühlt er sich auf dem Flügel oder auf der Zehnerposition, dort, wo er bei der Hertha zumeist gespielt hat. Nun also der Kaltstart auf ungewohnter Position. Der 36-fache Nationalspieler hatte zuvor in der Bundesliga in dieser Saison lediglich 49 Minuten absolviert.

Das Transferfenster naht

Stocker spielte seine Rolle ziemlich gut, Hertha gewann 2:0 und überzeugte auch spielerisch. Etwas, das mit einer destruktiven Spielart in der Vergangenheit selten der Fall war. Stocker gelangen kluge Spieleröffnungen, er war giftig in den Zweikämpfen, es unterliefen ihm aber auch einige Fehlpässe. Aber eben, der Auftritt war positiv, darum die Erleichterung, darum der Tweet.

Bald wird wieder die Spekulation über Stockers Zukunft beginnen – das Wintertransferfenster naht. Bereits im Sommer war der Berliner Abgang ein Thema. Celtic und Stuttgart bekundeten Interesse. Vor allem aber buhlte Basel um den Krienser, doch Stocker fand, die Zeit sei noch nicht gekommen. Vielleicht erinnerte er sich an den Satz, den er im Sommer 2014 bei seinem Antritt gesagt hatte: «Hertha und Stocker, das geht!»

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