Van Wolfswinkel droht das Karrierenende

Beim holländischen Stürmer wurde ein Aneurysma festgestellt. Er fehlt dem FCB mindestens ein halbes Jahr – und es stellt sich die Frage nach Ersatz.

Wird dem FC Basel für längere Zeit fehlen: Stürmer Ricky van Wolfswinkel.

Wird dem FC Basel für längere Zeit fehlen: Stürmer Ricky van Wolfswinkel. Bild: Walter Bieri/Keystone

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Dass Ricky van Wolfswinkel im Hinspiel gegen den Linzer Athletiksport-Club einen Schlag auf den Kopf bekommen und dabei eine Hirnerschütterung erlitten hatte, schien im ersten Moment unglücklich. Eine Woche später muss man sagen: Der Unfall hat ihm womöglich das Leben gerettet. Im Rahmen der Untersuchungen im Basler Universitätsspital, die mit der Hirnerschütterung einhergingen, wurde beim holländischen Mittelstürmer des FC Basel ein Aneurysma festgestellt, das schon vorher existierte und damit nicht in Zusammenhang mit dem erlittenen Schlag steht.

Ein Aneurysma ist eine Arterienerweiterung im Gehirn, die eine Ausstülpung bildet. Van Wolfswinkel selbst beschreibt es in einer Videobotschaft als «kleinen Ballon». Dieser kann aufreissen oder platzen, somit zu einer Hirnblutung oder einem Hirnschlag führen und ist damit potenziell lebensbedrohlich.

Mindestens ein halbes Jahr out

Die Konsequenz daraus ist klar: Ricky van Wolfswinkel wird sich einem Eingriff unterziehen müssen. Ob es sich dabei um eine sogenannte endovaskuläre Therapie oder um eine Operation am offenen Gehirn handelt, geht aus den gemachten Angaben nicht genau hervor. Selbst spricht der Holländer allerdings von einer Operation. Und davon, dass man nicht sagen kann, wann er zurückkehrt. Aber dass er mindestens ein halbes Jahr lang nicht mehr Fussball spielen wird.

Es ist Glück im Unglück, dass das Aneurysma festgestellt wurde. Das Leben und die Gesundheit stehen auch dann über dem Sport, wenn dieser professionell ausgeübt wird. Gleichzeitig sind die Konsequenzen, die damit einhergehen, ein hartes Los für den Spieler und auch für den Club. Für Van Wolfswinkel geht es zunächst um die Frage, wie er den Eingriff übersteht und wie die Genesung verläuft. Letztlich wird auch der 30-Jährige vorerst nicht wissen, ob er seine Karriere als Fussballprofi danach fortsetzen kann – und falls dies möglich ist, ob er noch einmal dasselbe Rendement erreicht.

Gleichzeitig läuft sein Vertrag mit dem FCB im Sommer 2020 aus und wird er maximal eine Rückrunde lang Gelegenheit haben, sich für eine Verlängerung oder einen neuen Arbeitgeber zu empfehlen.

Der FC Basel wiederum verliert innerhalb von einer Woche jene zwei Stürmer, von denen sich sagen lässt, sie genügten den Ansprüchen des Clubs, um seine nationalen und internationalen Ziele zu erreichen. Van Wolfswinkel wird in diesem Kalenderjahr nicht mehr zur Verfügung stehen, Albian Ajeti ist in der Vorwoche dem Lockruf der englischen Premier League gefolgt und wurde zu West Ham United transferiert.

Wer füllt die Lücke?

Waren jene 12 Millionen Franken, die als Ablöse die Runde machten, zunächst einzig als schöner Zustupf an die Clubfinanzen gesehen worden, um das ambitionierte Ziel einer ausgeglichenen Rechnung ohne Rückgriff auf weitere Reserven zu erreichen, präsentiert sich die Situation nun verändert: Die Verantwortlichen des FC Basel werden sich zumindest intensiv darüber beraten, ob sie einen Ersatz für Van Wolfswinkel verpflichten.

Kemal Ademi (23) und Afimico Pululu (20) weisen zwar beide schon einige Super-League-Erfahrung auf. Doch keiner hat in der bisherigen, kurzen Zeit so gewirkt, als sei er bereits so weit, um die Rolle als FCB-Mittelstürmer Nummer 1 vollständig auszufüllen. Und dahinter stehen mit Julian Vonmoos und Tician Tushi zwei Angreifer im Kader, die beide erst 18 sind.

Ganz auf dieses junge, unerfahrene Quartett zu setzen, wäre zwar im Sinne des Konzepts der Nachwuchsförderung und zumindest kurzfristig auch im Sinne der Finanzen. Doch das Risiko, dass es dem FCB dann auf der zentralen Stürmerposition an einer Mischung aus Erfahrung und Qualität mangelt, ist nach dem Ausfall von Van Wolfswinkel nicht von der Hand zu weisen.

Erstellt: 15.08.2019, 19:13 Uhr

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