Vergewaltigte Ronaldo in Las Vegas eine Frau?

Neue Enthüllungen von «Footballleaks»: Der Real-Stürmer soll einer Amerikanerin 375'000 Dollar bezahlt haben.

Ronaldo im Mai 2009, nach dem verlorenen Champions-League-Final gegen Barcelona. Zwei Wochen später reiste er nach Las Vegas.

Ronaldo im Mai 2009, nach dem verlorenen Champions-League-Final gegen Barcelona. Zwei Wochen später reiste er nach Las Vegas. Bild: Keystone

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Der Vorwurf ist massiv: Superstar Cristiano Ronaldo soll eine Frau vergewaltigt haben. «Der Spiegel» bezichtigt den Portugiesen dieses Vergehens und bringt Belege vor. Einige spielte die Enthüllungsplattform «Footballleaks» dem renommierten deutschen Nachrichtenmagazin zu.

Ronaldo musste für die angebliche Tat in der Nacht vom 12. auf den 13. Juni 2009 in seiner Suite im Palms-Place-Ho­tel in Las Vegas nie vor Gericht: Seine Anwälte handelten mit der Amerikanerin einen Vergleich aus, Ronaldo bezahlte für ihr Schweigen – immer laut «Spiegel» – 375'000 Dollar. Das entsprach für ihn damals einem Wochensalär.

Dafür musste sich Susan K., wie sie der «Spiegel» nennt, verpflichten, nie mehr ein Wort über die Nacht zu verlieren. Ohne «Footballleaks» wäre dieses Kapitel aus dem Leben des Fussballstars nie öffentlich geworden.

Er bot ihr ein Badekleid an, folgte ihr ins Schlafzimmer

Es war der Sommer, in dem Ronaldo für 94 Millionen Euro von Manchester United zu Real Madrid wechselte. Der damals 24-Jährige verbrachte einige freie Tage in Las Vegas, zusammen mit seinem Schwager und einem Cousin. Nach einer Partynacht feierten sie im Ap­par­te­ment 57306 weiter, dabei war auch Susan K., die Ronaldo zuvor in einem Club kennen gelernt hatte. Alle wollten in den Jacuzzi, Ronaldo bot der Frau ein Badekleid an, folgte ihr dann ins Schlafzimmer. All dies und was danach dort passiert sein soll, ist einem fast sechsseitigen Schreiben von K. an Ronaldo zu entnehmen, das Teil des Vergleichs war, den die beiden schlossen. Mindestens neun Anwälte waren daran beteiligt.

Während sich der Fussballstar bei den Verhandlungen stets durch seine Anwälte vertreten liess, K. also nach dem 13. Juni 2009 nie mehr begegnete, musste er sich anhören, was diese ihm schrieb: Teil der Vereinbarung war, dass ein Anwalt Ronaldo den ganzen Brief vorlesen musste.

«Ich habe immer wieder Nein, Nein, Nein, Nein geschrien»

Der «Spiegel» beschreibt die Schilderungen der Frau so: «Er habe sie gepackt und aufs Bett gelegt. Sie habe versucht, sich mit beiden Händen zu schützen. ‹Ich habe immer wieder Nein, Nein, Nein, Nein geschrien und Dich angefleht, aufzuhören. Ich hatte noch nie so eine Angst in meinem Leben.›»

Das Magazin versuchte K. zu erreichen. Auf die Kontaktaufnahme reagierte die Mit-Dreissigerin geradezu panisch, wie die Journalisten vermerken. Weil sie nach wie vor traumatisiert ist? Oder weil sie sich vor Klausel 4 in der Vereinbarung fürchtet? Dort wurde festgelegt, wie sie sich zu verhalten hat, sollte sie auf die Nacht im Juni 2009 an­ge­spro­chen werden: «Sie habe dar­auf ‹nichts zu er­wi­dern›. Soll­te man sie auf der Stra­sse an­spre­chen, habe sie ‹wei­ter­zu­ge­hen›.»

Am Tag nach dem an­geb­li­chen Überg­riff meldete sich K. bei der Polizei und erzählte von einem Sexualdelikt. Die Beamten brachten sie darauf ins Krankenhaus, wo sie auf Vergewaltigungsspuren untersucht wurde. Was danach geschah, ist unklar. Der «Spiegel» schreibt: «Es ist nicht be­kannt, ob K. nach der Un­ter­su­chung im Krankenhaus An­zei­ge er­stat­tet hat. Aus den Do­ku­men­ten geht her­vor, dass sie womöglich da­von Ab­stand nahm, aus Angst vor den Kon­se­quen­zen. Ein Pro­zess ge­gen ei­nen Welt­star be­deu­tet Ka­me­ra­teams vor der Tür. Es wer­den vie­le Be­haup­tun­gen aufge­stellt, der Aus­gang ist un­ge­wiss, die Schlag­zei­len hal­len ein Le­ben lang nach.»

Zum zweiten Mal mit derartigen Vorwürfen konfrontiert

K. nahm jedoch eine Anwältin, die ein halbes Jahr mit Ronaldos Anwälten verhandelte, ehe der Vergleich und die Zahlung über 375'000 Dollar standen. Die Rechtsvertreter des Portugiesen gingen auch gegen den «Spiegel» in die Offensive. «Die An­schul­di­gun­gen, die Ihre Fra­gen na­hele­gen, sind aufs Schärfs­te als un­zu­tref­fend zu­rück­zu­wei­sen», schrieb einer seiner An­wälte dem Hamburger Magazin. Und forderte, «eine Berichterstat­tung zu dem Kom­plex zu un­ter­las­sen». Was der Spiegel ignorierte.

Für Ronaldo ist es nicht das erste Mal, dass er mit derartigen Vorwürfen konfrontiert wird. 2005 hatte ihn eine Frau der Ver­ge­wal­ti­gung bezichtigt. Der da­mals 20-Jäh­ri­ge wur­de darauf von der Po­li­zei be­fragt, be­stritt die Vor­wür­fe. An­kla­ge wur­de nie er­ho­ben. (ebi.)

Erstellt: 14.04.2017, 20:51 Uhr

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