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Vom Highbury in den Kreis 4 und zurück an die Spitze

Urs Longo Schönenberger ist wieder im Trainergeschäft. Der FC Wohlen ist erster Leader der Challenge League. Doch der Zürcher hat schwere Zeiten hinter sich. In Redaktion Tamedia spricht er darüber.

Der Zürcher war schon ganz oben, aber auch schon ziemlich weit unten. Seine erfolgreichste Zeit hatte er von 2004 bis 2006 im Berner Oberland, als er mit dem FC Thun die Champions League stürmte. Das Spiel im altehrwürdigen Londoner Highbury-Stadion gegen das Starensemble von Arsenal war das Highlight für den Schweizer. Die «Schweizer Illustrierte» machte bei den Schönenbergers eine Homestory, wie es sich für erfolgreiche Schweizer gehört. Das Familienleben war intakt, die Schönenbergers waren eine richtig schöne Schweizer Vorzeigefamilie. Die Trainerkarriere des Familienvaters schien so richtig lanciert. Damals musste er sich keine Gedanken um seine Zukunft und seine Existenz machen. Nach den magischen Nächten in der Champions League schien die Laufbahn zum Selbstläufer zu werden. Doch es kam anders, als es sich die Schönenbergers vorgestellt hatten.

Longos vorzeitige Beurlaubung beim FC Thun war in der Szene eine Überraschung, aber eben der Karriere-Knick und ein Imageschaden zugleich. Schönenberger war fortan bei Grossklubs kein Thema mehr. Es folgten die Stationen Aarau, IF-Juventus Zürich, Altach (1. Bundesliga Österreich), Niederweningen und jetzt Wohlen. Zwischenzeitlich tingelte er für «der Match» bei SF durchs Land, war Assistent von Kulttrainer Gilbert Gress und versuchte unter anderen Sänger Baschi auf Trab zu bringen. Schönenberger bekam die Mechanismen des Geschäfts brutal zu spüren. In der vergangenen Saison war er sich nicht zu schade, in der Provinz von Wohlen einen Neuanfang zu wagen. Es blieb ihm auch gar nichts anderes übrig. «Es war eine grosse Chance, wieder ins Profigeschäft einzusteigen. Und die musste ich nutzen», sagt er. Er sei geradezu gezwungen gewesen, diesen Job anzunehmen. Endlich könne er den Duft des Rasens wieder in die Nase einatmen. «Fussball ist mein Leben», sagt Schönenberger. Und das habe auch seine Familie spüren müssen.

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