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Gemobbte Fussball-Frauen

Nicht einmal 800 Pfund für einen Teambus zahlt der renommierte Premier-League-Club für das Frauenteam. Jetzt stehen Verein und Präsident am Pranger.

Das Frauenteam von West Ham in den alten Trikots.
Das Frauenteam von West Ham in den alten Trikots.
West Ham

Die Genderdiskriminierung hat die Premier League erfasst. Der Präsident des Frauenteams von West Ham wirft dem eigenen Verein Mobbing vor. Präsident Stephen Hunt hat eine formelle Beschwerde bei der Football Association platziert. «West Ham muss bestraft werden, bis es sich wie ein Club des 21. Jahrhunderts verhält», sagte Hunt der BBC.

Was ist passiert? Hunt wirft West Ham vor, es habe das Frauenteam benachteilt und bei der Sponsorensuche gehindert. Die Spielerin mussten am Strassenrand trainieren, weil ihnen der Einlass in das vereinseigene Fitnessstudio verwehrt blieb. Als sich eine Spielerin verletzt hatte, soll der Club die medizinische Hilfe verweigert haben. Weiter konnte sich die Frauenmannschaft, die in der dritten Frauenliga, der Premier League Southern Division, spielt, keinen Teambus leisten – die 800 Pfund für die Auswärtsfahrten fehlen jedes Wochenende. Und weil die Spielerinnen in den Trikots des vergangenen Jahres antreten müssen, sind die Namen der letztjährigen Spielerinnen mit Klebeband durchstrichen. Also haben die Frauen eine Fundraising-Page aufgesetzt.

«Sie wollen uns verhungern lassen»

«Ich denke, West Ham hat die von der FA ausgerufenen Ziele der Gleichberechtigung unterlaufen», sagt Hunt. «Erst dachte ich, dass sei lediglich ein Fehlen von Interessen, heute verstehe ich das als bewusstes Blockieren des Wachstums des Frauenteams. Es ist keine Fahrlässigkeit, sie wollten uns verhungern lassen.» Damit ist der Ball West Ham zugespielt, und der Club antwortete sogleich mit einem Communiqué.

West Ham wies darauf hin, dass der Club klare Prinzipien zur Gleichberechtigung verfolge. Zu den Vorwürfen sagte der Verein, dass das Management des Frauenclubs zu einer Drittpartei (eben Präsident Stephen Hunt) ausgelagert wurde: «Unglücklicherweise hat diese Zusammenarbeit nicht funktioniert.» Über Hunt sagte der Club, dieser habe sich nicht an die Leitlinien von West Ham gehalten und dem Verein wiederholt gedroht.

Als Folge von Hunts Äusserungen werde man daher so schnell wie möglich das Management der Frauenmannschaft wieder in den Verein zurückholen.

Darauf meldete sich noch einmal Hunt. Er wies von sich, dass er dem Club gedroht habe, er sei zudem «glücklich», wenn die Frauenmannschaft wieder in den Verein übergehe.

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