Warum das späte 2:0 der Schweiz entscheidend sein kann

Nur Erlösung? Mitnichten! Der Treffer in der Nachspielzeit hat den Wert von zwei zusätzlichen Punkten.

Dank diesem Tor reichen der Schweiz noch vier Punkte für die direkte EM-Qualifikation. Video: SRF

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In der 93. brach es aus ihnen heraus. «Jaaaaaaaaaaaaaa», schrie SRF-Kommentator Sascha Ruefer ins Mikrofon, Yann Sommer schien eine ähnliche Wortwahl zu verwenden, als er alleine in der Schweizer Platzhälfte jubelte. Der Rest stürzte sich auf den (vermeintlichen) Torschützen Edimilson Fernandes. Vorbei ist er, der Fluch der späten Gegentore. Zurück sind sie, die erlösenden Treffer kurz vor Schluss – wie beispielsweise gegen Serbien an der WM 2018. Dabei dürfte den meisten im ersten Augenblick gar nicht bewusst gewesen sein, dass dieses Tor viel mehr wert ist, als nur die Entscheidung in diesem kapitalen EM-Qualifikationsspiel.

Nein, das späte 2:0 gegen Irland nahm auch noch gehörig Druck für die letzten beiden Partien. Um sich sicher für die Europameisterschaft 2020 zu qualifizieren benötigt die Schweiz nun maximal vier Punkte. In diesem Fall hätte die Schweiz 15 Punkte, diese Marke könnten auch Dänemark und Irland erreichen. Dann würde die Tordifferenz aus den Direktbegegnungen der punktgleichen Teams entscheiden. Dank dem 2:0 gegen Irland steht die Schweiz bei einer Differenz von +1 – ebenso wie Dänemark.

Irland hat aufgrund der Niederlage vom Dienstagabend eine Minus-2-Bilanz. Um die Konstellation von drei Mannschaften mit 15 Punkten zu erreichen, müsste Irland gegen die Dänen gewinnen, Dänemark stünde dann also schlechter da als die Schweiz. Hätten die Schweizer gegen Irland nur 1:0 gewonnen, wäre ein Ausscheiden mit 15 Punkten noch möglich gewesen.

Nun ist die Ausgangslage vor dem Heimspiel gegen Georgien und dem Gastauftritt in Gibraltar zum Schluss noch etwas komfortabler. Das Nationalteam könnte sich sogar einen kleinen Ausrutscher erlauben und wäre dennoch an der EM. Auch wenn Punktverluste gegen die beiden Aussenseiter so gar nicht ins Selbstverständnis dieses Teams passen: etwas Reserve zu haben schadet nie.

Noch ruhiger schlafen lässt es sich mit etwas Hilfe von den Gegnern. Es gibt nämlich ein Szenario, in dem der Schweiz ein einziger Punkt zum Weiterkommen genügt: Wenn die Dänen am letzten Spieltag Irland schlagen, sind sie Gruppensieger. Dann würde der Schweiz ein Punkt genügen – mit 12 Zählern hätten sie zwar gleich viele wie die Iren, aber auch in diesem Szenario die bessere Tordifferenz aus den Direktbegegnungen.


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier: (fas)

Erstellt: 16.10.2019, 11:03 Uhr

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