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Was gegen Fangewalt getan wird – und was es bringt

Der Blick auf Massnahmen gegen gewalttätige Fans zeigt: Weniger kann manchmal mehr sein.

Vermummt und gewaltbereit: Hooligans stürmen in Lausanne den Rasen.
Vermummt und gewaltbereit: Hooligans stürmen in Lausanne den Rasen.
Keystone

Nach dem Pyro-Skandal der GC-Fans in Sitten ist der Aufschrei gross. Der Tenor selbst bei CVP-Bundesrätin Viola Amherd: Jetzt muss doch endlich etwas gegen randalierende Zuschauer an Fussballspielen unternommen werden!

Allerdings sind bereits heute Massnahmen in Kraft, und diese sind nicht so wirkungslos, wie das angesichts der wüsten Szenen in Sitten erscheinen mag.

• Dank dem Hooligan-Konkordat haben die Behörden die Möglichkeit, Melde-Auflagen auszusprechen. Das heisst, dass sich verurteilte Übeltäter an Spieltagen bei der Polizei melden müssen. Eine sehr weitgehende Massnahme, die erst selten eingesetzt wurde.

• Häufiger werden Rayonverbote ausgesprochen. Hier darf sich der Verurteilte nicht in der Nähe von Stadien aufhalten. Diese Verbote sind allerdings schwerer zu kontrollieren.

• Alle Stadien der Super League sind mit Kameras ausgestattet, um etwa Pyro-Zünder zu identifizieren. Das Problem: Diese vermummen oder verstecken sich hinter Fahnen. Trotzdem kommt es aufgrund von Videoaufnahmen immer wieder zu Verurteilungen. Seit 2015 filmt die Liga unter dem Namen ­«Focus One» auch ausserhalb der Stadien.

• Widersprüchlich wirkt auf den ersten Blick das 2015 eingeführte Konzept Good Hosting. Auswärtsfans werden von weniger Sicherheitsleuten empfangen als früher. Diese treten erst noch weniger militärisch auf. Das soll zu weniger Gewalt beim Stadion-Eingang führen. Im Mai wird eine Studie der Uni Bern über die Wirkung vorgestellt. Hinweise, dass weniger manchmal mehr sein kann, gibt es. Ausschreitungen bei den Einlass-Kontrollen haben deutlich abgenommen. Allerdings ist das Konzept bei Clubs wie Luzern oder Thun umstritten, weil sie zuletzt Probleme mit Gästefans hatten, die sich weigerten, in den Gästesektor zu gehen.

• Bleibt ein wichtiger Punkt, den GC vernachlässigt hat: den Dialog mit Fans, um ­Randale im Vorfeld vorzubeugen.

Was keine Massnahme garantiert, sind total gewaltfreie Kurven. Dazu müsste die Fan­szene verboten werden, verbunden mit der Frage, wo es gewaltbereite Kurvengänger dann hinzieht.

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