Was Netzer über Embolo sagt

Der Torjäger wurde in der Schalker Krise gescholten. Jetzt straft er seine Kritiker Lügen und geht heute gestärkt in das WM-Qualifikationsspiel gegen Ungarn.

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Breel Embolo schoss seine beiden ersten Bundesligatore und Schalke beim 4:0 über Gladbach aus einer Megakrise nach fünf Niederlagen zum Saisonstart. Es war aber nicht nur die Misere der ganzen Mannschaft, mit der sich der 19-jährige Basler auseinandersetzen musste. Er war auch noch einer der Meistgescholtenen.

Zudem ist er der teuerste Spieler der Vereinsgeschichte, für den Schalke in einem Gesamtpaket gegen 30 Millionen Euro investiert. Das Millionenblatt «Bild» stellte vor dem Spiel gegen Gladbach mit einer grossen Schlagzeile die Frage: «Wann ist Embolo endlich sein Geld wert?» und bemerkte, dass dieser in seiner neuen Welt noch überfordert sei. Von wegen überfordert. Jetzt strafte der Basler seine Kritiker Lügen.

Katastrophaler Eindruck

«Die Mannschaft hat in den ersten Spielen von der Mentalität her einen katastrophalen Eindruck hinterlassen», sagt Weltmeister Günter Netzer. Der Befreiungsschlag sei nun aber auch dank Breel Embolo gelungen. «Das hat mich dann doch überrascht. Die Neuen brauchen erfahrungsgemäss eine gewisse Eingewöhnungszeit. Doch Embolo hat eindrücklich unter Beweis gestellt, dass er sich von Kritik offenbar nicht gross beeinflussen lässt und solche mental durchaus wegstecken kann, wie er gegen Gladbach in einer für ihn sehr schwierigen Phase eindrücklich unter Beweis gestellt hat.»

Netzer gibt zu, dass er nach der Verpflichtung Embolos selbst skeptisch gewesen sei. «Schalke hat für einen erst 19-Jährigen ungewöhnlich viel Geld investiert, aber offenbar fest an seine Qualitäten geglaubt, die er gegen Gladbach jetzt auch erstmals grandios ausgespielt hat.»

«Er ist schon Schalker durch und durch»

Embolo sei ein hervorragender Fussballer und ein riesengrosses Talent. «Er ist schnell, physisch robust. Und neben seiner Torgefährlichkeit hat er auch ein Auge für seine Mitspieler und arbeitet auch fürs Kollektiv.» Das sei schon mal eine sehr gute Voraussetzung.

Embolo habe nach der Niederlage in Hoffenheim geweint, sich durch diese Emotionen jedoch nicht lange leiten lassen und schon im darauf folgenden Spiel gegen Gladbach gezeigt, dass er eben auch mental robust sei. «Man spürt ihm förmlich an und das dokumentierten auch seine Tränen, dass er den Club Schalke 04 bereits fest in sein Herz geschlossen hat. Er ist schon Schalker durch und durch und gibt für seinen Beruf alles.»

«Dann wird das eine wunderbare Geschichte»

Embolo sei auf Schalke ins kalte Wasser geworfen worden und könne darin aber sehr wohl schwimmen. «Man darf nicht vergessen, dass Embolo nicht einfach zu einem Bundesligaclub gekommen ist. Er hat sich für Schalke entschieden, einem Club der Emotionen, in dem die Uhren anders gehen als in anderen Bundesligavereinen», sagt Netzer.

Die Leistung gegen Gladbach sei für Embolo und auch für den Verein schon mal wegweisend und eine erste gewisse Bestätigung dafür gewesen, dass beide das Richtige getan hätten. «Wenn Embolo weiterhin an sich hart weiterarbeitet und er sich stetig weiterentwickelt, dann könnte das mit Schalke wahrlich eine wunderbare Geschichte werden. Voraussetzung dazu ist aber auch, dass er ab jetzt eine gute Leistung bestätigen kann.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.10.2016, 11:13 Uhr

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