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Wenn Fehler Gutes bewirken

Brillant war der erste Schweizer Auftritt in der WM-Qualifikation nicht. Doch genau dieser Umstand führte zur erfreulichsten Erkenntis der Fussballreise nach Slowenien.

Schweizer Jubel: Die Nati freut sich nach Granit Xhakas raffiniertem Tor zum 1:0 nach 20 Minuten in Ljubljana.
Schweizer Jubel: Die Nati freut sich nach Granit Xhakas raffiniertem Tor zum 1:0 nach 20 Minuten in Ljubljana.
Keystone
Die Jubelpose aus anderer Sicht.
Die Jubelpose aus anderer Sicht.
Keystone
Die rund 800 mitgereisten Schweizer Supporter freuen sich über den Sieg, aber auch über den effizienten, kämpferischen und solidarischen Auftritt der Nati.
Die rund 800 mitgereisten Schweizer Supporter freuen sich über den Sieg, aber auch über den effizienten, kämpferischen und solidarischen Auftritt der Nati.
Keystone
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Ein unangenehmer und oft unterschätzter Gegner, der Wirbel wegen des Kolumnisten-Engagements von Trainer Ottmar Hitzfeld beim «Blick» und die Befürchtung, die Innenverteidigung könnte sich als allzu wacklig für höhere Aufgaben erweisen, nährten vor dem Auswärtsspiel gegen Slowenien die Zweifel am Gelingen des Schweizer Starts in die Qualifikation zur WM 2014 in Brasilien.

90 Minuten und zwei herrliche Tore später lassen drei Erkenntnisse hoffen, dass die SFV-Equipe den Sprung ans nächste grosse Turnier schaffen wird: 1. Es gibt eine neue Solidarität innerhalb der Mannschaft. 2. Hitzfelds Kollektiv besitzt offenbar die Fähigkeit, Widerstände zu überwinden. 3. Die Schweiz verfügt über Schlüsselspieler, die sich auch im Nationaltrikot durch internationale Klasse und Strahlkraft auszeichnen.

Für einmal förderte gerade das Negative Positives zutage. Vor allem in der ersten halben Stunde lief bei den Schweizern noch längst nicht alles nach Wunsch. Sie begingen Fehler, die gegen eine individuell besser besetzte Mannschaft wohl Konsequenzen gehabt hätten, zudem mussten sie sich zweimal beim exzellenten Torhüter Diego Benaglio für dessen Rettungsaktionen bedanken. Wenn sich ein Spieler einen Schnitzer leistete, versuchte aber stets ein anderer, in die Bresche zu springen – so entwickelte sich eine positive Dynamik. Ein deutlicher Beweis dafür, dass die Mannschaft gesund ist.

Zum einen ist diese Vitalität Trainer Hitzfeld zu verdanken, der die Apathie der erfolglosen EM-Kampagne abgeschüttelt hat und nun offensichtlich die richtigen Worte findet, zum anderen Captain Gökhan Inler, der anders als einst Alex Frei die gesamte Mannschaft hinter sich weiss und zudem rackert, als wäre er nicht der Star von der SSC Napoli, sondern ein Debütant vom FC Aarau, der die Chance seines Lebens wittert. An einem spielerisch brillanten Tag lässt sich über das Innenleben einer Mannschaft wenig Aufschlussreiches sagen, nach einer über weite Strecken harzigen und vom Kampf geprägten Begegnung wie jener gestern in Slowenien schon.

Die Erkenntnis lautet: Die Schweiz kann auch dann gewinnen, wenn sie lange nicht gut spielt. Das ist ein Qualitätsmerkmal – ebenso wie die beiden herrlichen Treffer von Granit Xhaka und Inler, die von individueller Klasse und Selbstbewusstsein zeugen. Dieses Selbstbewusstsein legten die Schweizer auch nach dem überharten Platzverweis gegen Tranquillo Barnetta an den Tag, sie schaukelten den Sieg souverän nach Hause.

Das 2:0 in Slowenien ist ein idealer Steilpass für das erste Heimspiel der WM-Kampagne am Dienstag in Luzern gegen Albanien. Der Auftaktsieg hat das Selbstvertrauen der Mannschaft gestärkt, den Spielern aber nicht die Sinne vernebelt wie das 1:0 gegen den späteren Titelträger Spanien an der WM 2010 in Südafrika.

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