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«Wir sind schliesslich YB und nicht irgendein Verein»

20 Punkte Rückstand auf Basel. Für YB ist die Meisterschaft längst gelaufen. Captain Marco Wölfli sagt im Interview mit Redaktion Tamedia, was in Bern falsch läuft.

YB-Captain Marco Wölfli ist in Bern eine Integrationsfigur.
YB-Captain Marco Wölfli ist in Bern eine Integrationsfigur.
Keystone
Der Nationaltorhüter ist von einer erfolgreichen YB-Zukunft völlig überzeugt.
Der Nationaltorhüter ist von einer erfolgreichen YB-Zukunft völlig überzeugt.
Keystone
YB-Goalietrainer Pascal Zuberbühler (r.), Marco Wölfli (M) und Ersatzgoalie Ivan Benito arbeiten hervorragend zusammen.
YB-Goalietrainer Pascal Zuberbühler (r.), Marco Wölfli (M) und Ersatzgoalie Ivan Benito arbeiten hervorragend zusammen.
Keystone
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Marco Wölfli, nach der 1:3-Niederlage gegen Lausanne hagelte es Pfiffe und in den Medien setzte es harte Kritik ab. Wie gehen Sie damit um?

«Wenn man im eigenen Stadion gegen Lausanne mit 1:3 verliert, dann wird man kritisiert. Der Kritik müssen wir uns stellen. Wir sind schliesslich YB und nicht irgendein Verein. Wir sind ein Verein mit Ambitionen. Und da ist Kritik bei einem verlorenen Heimspiel gegen Lausanne nur logisch.

Weshalb konnte es überhaupt zu dieser grössten Enttäuschung in dieser Saison kommen?

Wir haben nicht gut gespielt. Da können und wollen wir auch gar nichts schönreden. Nach dem 0:2-Rückstand haben wir uns leicht aufgefangen. Nach dem Anschlusstreffer habe ich fest an die Wende geglaubt. Doch dann wurden wir noch einmal eiskalt erwischt und kassierten das alles entscheidende dritte Tor.

Weshalb kommt YB unter dem neuen Trainer Christian Gross nicht vom Fleck.

Das würde ich nicht so sagen. Wir hatten auch eine gute Serie und machten Fortschritte. Doch leider kamen auch die Rückschläge.

Weshalb?

Man darf nicht vergessen, dass unter Christian Gross ein Neuaufbau stattfindet. Es ist ein Umbruch im Gang, der auch eine gewisse Zeit erfordert, bis die Automatismen funktionieren. Es sind auch viele neue Spieler bei uns. Da ist auch eine gewisse Geduld gefordert.

Im Fussball hat man keine Zeit.

Das ist mir schon klar. Aber wir wollen eine Mannschaft aufbauen, die dann über Jahre an der Spitze mitspielen kann. Um den Titel. Und um den Einzug in die Champions League.

Aber Gross bastelt nun schon seit 27 Runden an seiner Mannschaft. Eine Handschrift des Trainers ist überhaupt nicht zu erkennen. Es fehlt ein klares Konzept. Sie glauben trotzdem immer noch, dass YB auf einem guten Weg ist?

Ja, absolut. Ich teile Ihre Einschätzung im Übrigen nicht. Wir arbeiten in jedem Training hart an uns. Und ich sehe in jeder Einheit Fortschritte und welche grosse Qualität wir im Kader besitzen. Und wir haben in den Spielen auch schon taktische Fortschritte gemacht. Wenn wir zu einer gewissen Konstanz finden, dann wird sich auch der durchschlagende Erfolg bei uns einstellen. Ich möchte darauf hinweisen, dass wir immer noch auf dem dritten Tabellenrang liegen, drei Zähler hinter dem FC Luzern. Wir können noch Vizemeister werden.

Aber das kann ja nicht der Anspruch von YB sein.

Nein, sicher nicht. YB muss in jeder Saison um den Titel mitspielen. Das muss unser Anspruch sein.

Als Captain sind Sie Ansprechpartner für Trainer Christian Gross. Wie ist Ihr Verhältnis zu ihm?

Professionell. Wir reden oft miteinander und sprechen die Probleme an.

Gross hat auch gleich einen ganzen neuen Trainerstaff mitgenommen. Auch Goali-Trainer Peter Kobel musste gehen und wurde durch Pascal Zuberbühler ersetzt. Kobel war in der Mannschaft sehr beliebt. Wie ist diese Rochade bei Ihnen angekommen?

Wechsel gehören zum Geschäft. Peter Kobel war eher der ruhigere Typ. Zubi setzt viel auf Emotionen. Ich habe von beiden sehr viel gelernt und profitiert.

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