Rückkehr der alten Basler Helden

Der FC Basel erhält einen neuen Besitzer. Bernhard Burgener hat erstmals die offizielle Bühne als Präsident betreten – und will zurück zum Lokalkolorit.

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Der FC Basel wagt den Schritt in eine neue Ära. 2389 Mitglieder hören sich am Freitagabend die Pläne der neuen Führungscrew um den neuen Mehrheits­aktionär Bernhard Burgener an. 1986 von ihnen lassen sich überzeugen. Sie stimmen für den Gang in eine veränderte Zukunft, die begleitet wird von viel Sehnsucht nach der Vergangenheit. Das Podium in der Basler St.-Jakobs-Halle sieht aus wie die Rückkehr der alten ­Helden. Marco Streller sitzt dort oben und Alex Frei, zwei der grossen ­Figuren der jüngeren Geschichte.

Sie sind Zeugen einer Vergangenheit, in der der Kern des Teams zu grossen ­Teilen aus Spielern aus dem Nachwuchs oder heimkehrenden Bundesligaprofis bestand. Und dann ist da noch Massimo Ceccaroni, der von 1987 bis 2002 für ­Basel gespielt hat. Er dient Streller als Pointenlieferant, als der vorrechnet, dass Ex-Spieler vereint seien, die mehr als 250 Tore für den FCB geschossen hätten: «Danke, Massimo.» Ceccaroni ist in Basel auch darum eine Legende, weil er auf höchstem Level nie getroffen hat. Sie alle sitzen im neuen Verwaltungsrat. Streller vor allem wird den Verein gegen aussen prägen, er wird Sportchef. Und er selbst sagt, dass er sich mit Blick auf die erfolgreiche Arbeit seines Vor­gängers Georg Heitz oft die Frage gestellt habe: «Kann ich das?» Er kann sie nicht mit Ja beantworten. Aber er verspricht: «Ich brenne für diese Aufgabe.»

Strellers Identifikation mit dem FCB, die er schon als Spieler gelebt hat, ist einer der grössten Pluspunkte des neuen Führungsgremiums, wenn es darum geht, die Öffentlichkeit zu überzeugen. Natürlich gehen 90 Prozent der Aktien der FCB Holding AG an Burgener, den 59-jährigen Unternehmer, der unter anderem im Filmbusiness tätig ist und in der Vermarktung der Champions League. Doch ­Burgener ist kein Menschenfänger, kein geborener Conférencier wie der abtretende Präsident Bernhard Heusler.

Das Kader soll kleiner werden

Aber eben, Streller, nicht Burge­ner wird vorerst das Gesicht des neuen FCB sein. Und in nicht allzu ferner Zukunft dürfte Burgener sowieso einen CEO einsetzen, der die operativen Geschäfte übernimmt. Er gibt gar nicht erst vor, über grosses Fussballwissen zu verfügen, und sagt: «Ich setze auf Leute, die sich im Fussball auskennen. Ich bringe mein kaufmännisches Wissen ein.» Und dann spricht er von Bayern München, weil ihm die Politik imponiert, ehemalige Spitzenspieler in die Clubführung einzubinden.

Das Konzept, das Burgener erläutert, könnte manch ein Club vorlegen. Er will nachhaltig sein, er will Erfolg und eigene Junioren fördern. Dieser Punkt ist wohl der wichtigste der neuen Führung. Ein Fanionteam von noch 18 bestandenen Profis soll von «6 bis 8» selbst ausgebildeten Spielern ergänzt werden. Eine ambitionierte Zahl für einen Club, dessen Anspruch auch ist, international Aufsehen zu erregen. Die Übergabe von Heusler an Burge­ner ist am 9. Juni. Über den Verkaufspreis der Aktien wird geschwiegen. Aber Burge­ner behält sich vor, eine Dividende auszuzahlen, um den Kauf zu refinanzieren, falls der FCB dauerhaft ­Gewinn schreibt. Für 2017 rechnet er schon einmal mit einem Plus von 10,3 Millionen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.04.2017, 21:36 Uhr

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