Wird die Fifa-Generalsekretärin gestürzt?

Laut der «Süddeutschen» soll Fifa-Präsident Gianni Infantino an der Abwahl von Fatma Samoura arbeiten.

Gianni Infantino hat Fatma Samoura erst 2016 zur Fifa geholt. Jetzt soll der Präsident bereits wieder an der Ablösung seiner Generalsekretärin arbeiten.

Gianni Infantino hat Fatma Samoura erst 2016 zur Fifa geholt. Jetzt soll der Präsident bereits wieder an der Ablösung seiner Generalsekretärin arbeiten. Bild: Getty Images

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Das Erstaunen war gross, als Gianni Infantino im Mai 2016 seine neue Generalsekretärin aus dem Hut zauberte. Der frisch gewählte Präsident des Weltfussballverbands Fifa präsentierte mit Fatma Samoura eine Uno-Diplomatin, die bislang keinerlei Bezug zum Sport aufwies. Für das Council, den höchsten Fifa-Rat, war das kein Problem. Die Leute, die für drei Sitzungen im Jahr 250'000 Franken erhalten, winkten Samoura einfach durch.

Samoura hat seither nie den Eindruck erweckt, sie halte bei der Fifa die Zügel in den Händen. Obwohl die Idee einst gewesen war, dass sie als eine Art CEO die Fifa führen solle, war es stets Präsident Infantino, der den starken Mann markierte. Das ging so weit, dass die «NZZ» einmal an einer gemeinsamen Pressekonferenz des Duos Infantino/Samoura erstaunt feststellte: «Mehr als vierzig Minuten sass Fatma Samoura still da, ohne ein einziges Wort zu sagen. Irgendwie schien sie an dieser Pressekonferenz vergessen gegangen zu sein.»

Stimmen Informationen, die die «Süddeutsche Zeitung» verbreitet, dann könnte Samouras Zeit nach zwei Jahren bei der Fifa auch schon wieder abgelaufen sein. «Erwartet wird, dass Infantino die überforderte Samoura durch Marco Villiger ersetzt», schreibt die SZ. Villiger ist langjähriger Chef-Jurist der Fifa und verfügt über entsprechend viel Insider-Wissen.

Die Fifa wollte das Gerücht nicht kommentieren. Samoura selbst erklärte gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet: «Ich habe definitiv keine Kenntnis von solchen Vorgängen. Ich kann sie darum auch nicht kommentieren.»

Es wäre allerdings nicht das erste Mal, dass die Generalsekretärin nicht darüber im Bilde ist, was in ihrem Hause vor sich geht. Als im März 2017 erzählt wurde, die Führung der Ethikkommission solle frisch besetzt werden, sagte Samoura der «SonntagsZeitung»: «Ich verstehe nicht, wie solche Gerüchte entstehen können.» Sie jedenfalls unterstütze die bisherigen Mitglieder der Kommission: «Zu 100 Prozent.»

Einen Monat danach waren Chef-Ermittler Cornel Borbély und Richter Hans-Joachim Eckert ihre Jobs los. (czu/fra)

Erstellt: 11.01.2018, 18:24 Uhr

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