Dortmund mit Brandt und Dusel weiter

Julian Brandt dreht die Partie gegen Gladbach innerhalb von drei Minuten und schiesst den BVB eine Runde weiter.

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Julian Brandt hat Borussia Dortmund vor einem frühen Pokal-Knockout bewahrt und weitere Diskussionen um die Zukunft von Trainer Lucien Favre vorerst abgewendet. Der zuletzt umstrittene Neuzugang sorgte mit einem Doppelpack (77. und 80. Minute) für den 2:1 (0:0)-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach und den Einzug in das Achtelfinale. «Solche Siege wie heute, bei denen man die Zähne zusammenbeissen muss, die tun einem gut», sagte Brandt in der ARD und betonte: «Dass man hier in dem Stadion ein Spiel auch noch drehen kann, ist jedem bewusst.» Vor 79 800 Zuschauern hatte Marcus Thuram (71.) den Bundesliga-Tabellenführer in Führung geschossen.

Gewichtige Ausfälle

Als wäre die Situation nicht schon angespannt genug gewesen, mussten die Dortmunder auch noch kurzfristig auf ihre Führungskräfte Reus und Hummels verzichten. Kapitän Reus fehlte wegen muskulärer Probleme, Hummels mit einem Magen-Darm-Infekt. Dennoch formulierte Sportdirektor Michael Zorc ungeachtet des personellen Rückschlags noch kurz vor dem Anpfiff eine klare Zielvorgabe. «Wir wollen die nächste Runde erreichen, wir wollen hier gewinnen. Das Rezept ist relativ simpel. Wir müssen weiter an uns arbeiten und weiter an uns glauben», sagte der frühere BVB-Profi in der ARD.

Unter der Terminhatz der vergangenen Wochen litten aber auch die Gladbacher, die unter anderem ohne Abwehrchef Matthias Ginter und die Angreifer Alassane Pléa und Breel Embolo antreten mussten. Die Ausfälle machte beiden Teams zu schaffen. Im Spielaufbau mangelte es hüben wie drüben an Präzision, Tempo und Ideen. Deshalb bekamen die Zuschauer anfangs ein an Höhepunkten armes Spiel zu sehen.

Brandt erlöst Favre

Erst nach rund einer halben Stunde war Torgefahr erkennbar. Zunächst traf BVB-Angreifer Thorgan Hazard (28.) mit einem sehenswerten Fernschuss die Latte. Nur zwei Minuten später verpasste Florian Neuhaus nach einem kapitalen Fehler des Dortmunder Keepers Marwin Hitz, der den kranken Roman Bürki vertrat, die Führung der Gäste. Nun entwickelte sich die bis dato unterhaltsamste Phase der Partie. Gladbachs Angreifer Marcus Thuram scheiterte aus kurzer Distanz an Hitz (38.).

Nach dem Wechsel änderte sich das Bild zunächst nicht wesentlich. Julian Weigls Kopfball aus 14 Metern war zu harmlos (46.), auf der anderen Seite verpasste Thuram eine Hereingabe am Fünfmeterraum knapp (60.). Dann aber machte es der Sohn von Frankreichs Weltmeister Lilian Thuram besser und köpfte eine schöne Flanke des eingewechselten Oscar Wendt zur Führung ein. Die Dortmunder schienen nun auf das dritte torlose Spiel in Serie zuzusteuern - auf Favre wären unangenehme Tage zugekommen. Doch ausgerechnet der zuletzt oft kritisierte Brandt drehte die Partie noch zugunsten des BVB.

Souveränes Leipzig

RB Leipzig hat das Bundesliga-Duell beim VfL Wolfsburg in der zweiten Runde des DFB-Pokals klar mit 6:1 für sich entschieden und dem VfL damit im 14. Pflichtspiel der Saison die erste Niederlage unter Trainer Oliver Glasner beigebracht. Der Wolfsburger Jeffrey Bruma traf in der 13. Minute ins eigene Tor, in der zweiten Halbzeit drückten Marcel Sabitzer (55.), Emil Forsberg (58.), Konrad Laimer (61.) und zweimal Timo Werner (68./88.) die gravierende Überlegenheit der Gäste auch in Toren aus. Das 1:6 durch Wout Weghorst eine Minute vor dem Ende war nur Resultatskosmetik, dennoch dürfte es Yvon Mvogo nerven, bei einem seiner seltenen Einsätze im Tor der Leipziger so spät doch noch bezwungen zu worden zu sein. Bei Wolfsburg spielten Kevin Mbabu und Renato Steffen durch.

Auch Werder Bremen erledigte seine Pokalaufgabe am Mittwoch beim 4:1 gegen den Zweitligisten 1. FC Heidenheim souverän. Bereits nach 18 Minuten war die Partie nach Treffern von Milot Rashica (8.), Leonardo Bittencourt (11.) und Davy Klaassen (18.) entscheiden. Marco Friedl legte zum 4:0 nach (41.), ehe Marc Schnatterer (45.+1) mit einem verwandelten Handelfmeter nur das Ehrentor für die harmlosen Gäste gelang.

Verl und Kaiserslautern überraschen

Gleichfalls in der Runde der letzten 16 Teams stehen die Bundesligisten Fortuna Düsseldorf nach einem mühevollen 2:1 (1:1) über den FC Erzgebirge Aue und Eintracht Frankfurt, das mit demselben Resultat beim FC St. Pauli erfolgreich war.

Überraschungen gelangen dem 1. FC Kaiserslautern und dem Regionalligisten SC Verl jeweils in Elfmeterschiessen. Die Lauterer setzten sich gegen den 1. FC Nürnberg mit einem 8:7 (2:2, 2:2;1:1) nach Elfmeterschiessen durch. Verl zog als zweiter Viertligist nach Saarbrücken dank eines 8:7-Erfolges im Elfmeterschiessen gegen Holstein Kiel in die Runde der letzten 16 Teams ein. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es 1:1 (1:1, 1:1) im ersten Pokal-Duell beider Traditionsmannschaften gestanden. (dpa)

Erstellt: 30.10.2019, 23:14 Uhr

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