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Wunschdestination 2. Liga

Ezgjan Alioski zaubert neuerdings in Leeds. Warum Englands Unterhaus immer mehr talentierte Fussballer anlockt.

Schlägt in Leeds auf Anhieb ein: Ex-Lugano-Star Ezgjan Alioski.
Schlägt in Leeds auf Anhieb ein: Ex-Lugano-Star Ezgjan Alioski.
Reuters

In Leeds geniesst er schon ein ziemlich hohes Ansehen: Neuzugang Ezgjan Alioski. Der 25-Jährige kam aus der Schweiz, in Lugano war der Flügelspieler eine Attraktion. Nach seinen ersten Spielen spricht einiges dafür, dass er es auch in England sein wird. Nicht etwa in der Premier League, sondern im Unterhaus, in der Championship.

Ein Tor und zwei Assists gelangen ihm in den ersten fünf Ligaspielen. Ein britischer Fussballexperte schrieb unlängst: «Es scheint, als ob Leeds einen kleinen Diamanten gefunden hätte.»

Als Alioski im Juli bekannt gab, die Super League zu verlassen und sich Leeds United anzuschliessen, runzelte so mancher die Stirn. Nicht wenige sahen in ihm einen Kandidaten für die Bundesliga. Aber in die 2. englische Liga? Abseits der Scheinwerfer? Nein, eine solche Bühne ist diesem unterhaltsamen Fussballer nicht würdig.

Ein Einzelfall ist Alioski nicht. Auch diesen Sommer lockte Englands zweithöchste Spielklasse wieder einige talentierte Fussballer an. Ruben Neves von Porto, Martin Braithwaite von Toulouse oder Rui Fonte von Braga. Etwa 267 Millionen Franken wurden in Transfers investiert – nur die fünf grossen europäischen Ligen gaben mehr aus.

Alioski kostete Leeds wohl nicht ganz drei Millionen Franken, damit kommt er knapp in die Top 30 der teuersten Sommertransfers der Championship.

Gehälter auf Premier-League-Niveau

Das Wettrüsten ist vor allem auf die Millionenflut in der Premier League zurückzuführen. Die Absteiger erhalten im ersten Jahr nach der Relegation zusätzlich zu den TV-Einnahmen gesamthaft rund 55 Millionen Franken. Damit soll ein finanzieller Kollaps der Absteiger vermieden werden. Gleichzeitig zwingt das die anderen Championship-Teams dazu, ebenfalls zu investieren.

Im Schatten der Geldwedler aus der Premier League ist Englands 2. Liga längst zum ernst zu nehmenden Player auf dem Transfermarkt gewachsen. Ein Jahressalär von zwei bis drei Millionen Franken sind für einen Führungsspieler in der Championship durchaus gängig.

Swansea-Spieler Martin Olssen, einst selbst im Unterhaus engagiert, sagte dem Fussballmagazin «11 Freunde» kürzlich: «Die Gehälter sind fast auf Premier-League-Niveau. Gewisse Clubs bezahlen mehr Geld, als in der Serie A oder in Frankreich gezahlt wird.» Gemäss der «Daily Mail» verdient ein 2.-Liga-Spieler durchschnittlich etwa 850’000 Franken.

«2. Liga? Wenig Stress!»

Doch die Liga hat auch andere Vorzüge. «Die Qualität dort ist nicht so hoch wie in der Premier League. Wenn du ein bisschen denkst und nicht nur kopflos herumrennst, hast du dort ziemlich wenig Stress», sagt Olssen.

Anders sieht das Chelsea-Legende John Terry, der diesen Sommer zum zweitklassigen Aston Villa wechselte. «Die Championship ist eine attraktive, hoch professionelle Liga, die wirtschaftlich sehr gut aufgestellt ist.»

Terry profitierte lange genug von den noch volleren Honigtöpfen der Premier League. Viele andere Spieler hoffen, über die Championship überhaupt einmal dahin zu gelangen. Auch Ezgjan Alioski. Sein Traum ist es, mit Leeds aufzusteigen. Dafür muss er im wenig beachteten Unterhaus erst zuverlässig zaubern. Aber immerhin: Der Lohn, der wird schon heute anständig sein.

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