So viel verdient Xhaka bei Arsenal

Der Nationalspieler wechselt für 45 Millionen Franken in die Premier League. Sein Wochenlohn ist enorm – und auch der FC Basel profitiert.

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Granit Xhaka war noch ein junger Mann von 15, 16 Jahren, als er seinen Trainern beim FC Basel zu verstehen gab, dass er nur eines im Sinn hat: eine grosse Karriere zu machen. Er wurde 2009 Weltmeister mit der U-17, mit knapp 19 war er erstmals Meister mit dem FCB und ­Debütant im Nationalteam. Ein Jahr später, 2012, gewann er schon das Double.

8,5 Millionen Euro kostete er, als er danach zu Borussia Mönchengladbach wechselte. Es war ein kluger Transfer, weil er bei Gladbach ein Umfeld vorfand, das für Ruhe und Stabilität stand. Der FCB handelte eine Beteiligung aus, falls sich Xhaka durchsetzt und eines ­Tages weiterverkauft wird. «Wir waren überzeugt, dass er einschlägt», sagt Präsident Bernhard Heusler heute.

Xhaka hat in der Bundesliga eingeschlagen, um Heuslers Wort aufzunehmen, sogar über Erwarten. Und das ­erlaubt ihm den nächsten Karrieresprung: Er steht vor dem Transfer zu ­Arsenal, nach London, in die Premier League, wohin es ihn immer gezogen hat. Die medizinische Untersuchung hat er schon absolviert, und grosszügigerweise hat jemand Fotos veröffentlicht, die ihn im Tenü Arsenals zeigen und ­zusammen mit seinen Eltern und seiner Verlobten auf dem Trainingsgelände der «Gunners» in London Colney.

9 Millionen Salär im Jahr

Von Xhakas Entwicklung profitieren vorerst drei Parteien: der Spieler selbst, Gladbach und Basel. Xhaka werde künftig, schreibt der «Daily Telegraph», 120'000 Pfund die Woche verdienen, was umgerechnet aufs Jahr 9 Millionen Franken ­ergibt. Gladbach erhält eine Ablöse von rund 37 Millionen Franken, die mit ­erfolgsabhängigen Zusatzleistungen auf 45 Millionen steigen soll und Xhaka zum mit Abstand teuersten Schweizer Spieler macht, zweieinhalbmal so teuer wie Xherdan Shaqiri (2015 zu Stoke) und Gökhan Inler (2011 zu Napoli).

Der dritte Begünstigte ist der FCB, dem eine Ausbildungsentschädigung und eben die mit Gladbach ausgehandelte Transferbeteiligung zustehen. Das verschafft ihm eine Zusatzeinnahme in der Grössenordnung von 10 Millionen Franken. Wer jetzt noch die rund 20 Millionen dazurechnet, mit denen er dank der Teilnahme an der Champions League rechnen kann, bekommt erneut eine Bestätigung von seiner wirtschaftlichen Überlegenheit in der Super League.

In Gladbach war Xhaka seit dem letzten September Captain. Er war der Leader einer Mannschaft, die sich nach ­Lucien Favres Abschied aus der Krise kämpfte und die Saison auf Platz 4 beendete. Dass Arsenal an ihm interessiert ist, hielt sich als Gerücht schon lange. Und dass der Zweite der Premier League auf ihn zugeschnitten ist, steht ausser Frage. Dank seiner Jugend passt er ins Beuteschema von Arsène Wenger und dank seiner spielerischen Qualitäten zu dessen gepflegtem Fussball.

Am liebsten bewegt sich Xhaka auf der Position der Nummer 6, wobei er sich selbst nicht als Abräumer versteht, sondern als Spielgestalter. «Meine Stärken habe ich im Zentrum», sagt er. Hier kann er sein strategisches Talent ausleben und eine Schwäche kaschieren: Für eine offensivere Rolle fehlt es ihm an Grundschnelligkeit. Sein früherer Basler Mitspieler Marco Streller sagt darum: «Als Nummer 10 hat er internationale Klasse. Als Nummer 6 ist er Weltklasse.»

Gestern Abend ist Xhaka in Lugano eingetroffen, um mit der Nationalmannschaft die Vorbereitung auf die EM zu beginnen. Geredet hat er noch nicht.

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Erstellt: 23.05.2016, 10:52 Uhr

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