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Yakins Traumeinstand in der Wüste

Mit einem schönen Tor und einem Sieg hat Nationalspieler Hakan Yakin sein Abenteuer in Katar bei Al Gharafa begonnen.

Fussball in Katar ist: anders. Eintrittspreise gibt es nicht, vielleicht 400 Zuschauer sitzen am Sonntagabend um 22.30 Uhr Ortszeit im hübschen Gharafa-Stadion (Fassungsvermögen: 25'000 Plätze). Es herrschen nicht mehr Temperaturen über 40 Grad, aber 30 Grad sind es immer noch. Man gerät leicht ins Schwitzen. Auf der Ehrentribüne verfolgen die Scheichs in tiefen Sesseln das muntere Treiben unten auf dem Rasen eher gelangweilt. Einzig der Kommentator des TV-Senders Al-Kass schreit und gestikuliert, als ginge es gerade um den WM-Titel.

So exotisch präsentiert sich die neue Fussballwelt Hakan Yakins. Der Nationalspieler agiert bei Al Gharafa in einem 4-2-2-2-System mit vielen Freiheiten im linken offensiven Mittelfeld. Die Mitspieler suchen ihn, nach drei Sekunden folgt der erste Ballkontakt Yakins, nach sechzig Sekunden der erste Torschuss, und nach achtzig Sekunden führt Al Gharafa, der Meister, gegen Al Wakrah, den Abstiegskandidaten. Der brasilianische Stürmer Fernandao nutzt den ersten der vielen fürchterlichen Abwehrfehler zum 1:0 aus.

Starke Angriffe, löchrige Abwehr

Yakin schlägt kluge Pässe, er läuft viel, auch nach hinten, und er tritt die meisten Eckbälle und Freistösse. Den ersten nach fünf Minuten hält der Torhüter unkonventionell. Mohd Abdulla Anyas, der Keeper Al Wakrahs, übt seinen Job clownesk aus. Investiert wird in Katar offenbar nur in Offensivleute. Zum Beispiel in Yakin. Nach einer halben Stunde erzielt er mit dem Aussenrist nach einem energischen Lauf übers halbe Feld und einem feinen Doppelpass mit dem filigranen Iraki Nashat Akram das 2:0. Yakin versteht sich gut mit den Brasilianern Fernandao und Clederson, der letzte Saison 29 Tore in 28 Partien erzielte und auch Torschützenkönig in Brasilien und Japan gewesen war.

Die Defensive Al Gharafas allerdings ist nicht über alle Zweifel erhaben. Zur Pause steht es in einer unterhaltsamen und fehlerhaften Partie 3:1, in der zweiten Hälfte fallen keine Tore mehr, obwohl es Chancen für ein 7:4 gibt. Yakin wird nach 83 Minuten ausgewechselt, sein Einstand ist geglückt. Doch der 31-Jährige wird wissen: es folgen schwierigere Aufgaben.

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