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YB: Das Ziel und die Rechnung

Nach dem 4:1-Sieg im Hinspiel in Bern hat YB heute ein gutes Polster, um erstmals den August im Europacup zu überleben. Gegner Debrecen will ohne seinen besten Spieler Gergely Rudolf, der verletzt ist, alle dreissig Minuten treffen.

Europacup ist immer auch ein bisschen Abenteuer. Und so entschieden die Young Boys, sämtliche Kaderspieler mit nach Ungarn zu nehmen, also auch jene Akteure, die verletzt (Häberli, Schwegler, Doubai) oder nicht spielberechtigt (Degen) sind oder ausgeliehen werden sollen (Liechti, Dénervaud, Frimpong) oder möglicherweise bald zu Everton wechseln (Zayatte). Neuigkeiten von der Transferfront gibt es keine, bei YB gilt alle Aufmerksamkeit dem heutigen Spiel in Debrecen.

Gestern Abend bestritt YB eine Trainingseinheit im baufälligen Olah-Gabor-Stadion, wo der georgische Schiedsrichter Paniaschwili heute um 20 Uhr das Rückspiel in der Uefa-Cup-Qualifikation anpfeifen wird.

YB nimmt ja ein hübsches Polster aus dem Treffen im Stade de Suisse mit. Trainer Vladimir Petkovic feierte vor zwei Wochen mit dem 4:1-Erfolg gegen Debrecen ein spektakuläres Debüt bei YB, als er erstmals sein mutiges 3-4-3-System präsentierte. Petkovic hat seither vieles sehr gut gemacht, und heute wird man sehen, ob seine Mannschaft ihren Job auch ordentlich erledigt, wenn nicht in erster Linie ein Sieg erwartet wird. Petkovic sagt, was ein Trainer, der das Hinspiel 4:1 gewonnen hat, sagen muss: «Wir sind noch nicht weiter, wir müssen konzentriert verteidigen. Es stand im Hinspiel lange 1:1.» Petkovic sagte gestern auch, er werde die «beste Mannschaft» aufstellen, aber es ist dennoch vorstellbar, dass er heute einige Akteure schont.

Marco Wölflis Warnung

Und so schicken sich die Young Boys an, heute im sechsten Anlauf seit dem Wiederaufstieg erstmals den Monat August im Europacup zu überleben. «Es wäre schön, wenn wir endlich einmal ein wenig länger dabei wären», sagte Thomas Häberli, der in all den erfolglosen Europacup-Jahren bei YB stets dabei gewesen war. Debrecen hinterliess in Bern nicht unbedingt den Eindruck, über die offensive Stärke zu verfügen, 3:0 oder höher zu gewinnen. Und dummerweise fällt heute mit grösster Wahrscheinlich auch noch der begabteste und deutlich beste Akteur, der ungarische Nationalstürmer Gergely Rudolf, verletzt aus. Aber auch ohne den einzigen Debrecen-Torschützen im Hinspiel glaubt Andras Herczeg an ein «kleines Fussballwunder». Der Debrecen-Trainer erklärte gestern: «Wir wollen das Unmögliche möglich machen. Im Hinspiel nutzte YB in den letzten 30 Minuten unsere Konzentrationsschwächen mit drei Toren resolut aus. Aus der ungarischen Liga sind wir uns einen tieferen Rhythmus gewohnt. Und wir bekundeten Mühe mit dem Kunstrasen.»

Die Ungarn haben scharf gerechnet und herausgefunden, dass es ihnen reichen würde, alle dreissig Minuten ein Tor zu erzielen. «Wir müssen aufpassen, es kann schnell gehen», sagte Marco Wölfli. Der YB-Torhüter darf sich ja berechtigte Hoffnungen machen, als dritter Torhüter hinter Diego Benaglio und Eldin Jakupovic für die WM-Qualifikationsspiele in Israel und gegen Luxemburg aufgeboten zu werden, da Fabio Coltorti in Santander weiter bloss auf der Bank sitzt. «Ich lasse mich nicht stressen», sagte Wölfli. «Es kommt, wie es kommt. Und wenn ich so weitermache, kommt es sicher gut.» Der YB-Torhüter weiss, dass er im Duell mit FCZ-Goalie Johnny Leoni mit starken Darbietungen auf europäischer Ebene Eigenwerbung betreiben kann. Vorerst nur gegen Debrecen, in der nächsten Runde aber vielleicht gegen einen internationalen Topverein. 90 konzentrierte Minuten ist YB vom Erreichen der ersten Hauptrunde (und vielleicht Milan oder Sevilla oder Tottenham) entfernt.

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