YB schiesst scharf gegen Bickel zurück

Die Young Boys nehmen Stellung zu den Vorwürfen des ehemaligen Sportchefs Fredy Bickel.

Der BSC Young Boys lässt das Nachtreten seines ehemaligen Sportchefs Fredy Bickel nicht einfach auf sich sitzen.

Der BSC Young Boys lässt das Nachtreten seines ehemaligen Sportchefs Fredy Bickel nicht einfach auf sich sitzen. Bild: Andreas Blatter

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Young Boys liessen sich Zeit mit einer Antwort, aber nicht, um Gras über die Sache wachsen zu lassen. So viel ist nun klar.

Am Freitag blickte der frühere Sportchef Fredy Bickel genau drei Jahre nach seiner Entlassung in Bern in einem langen Interview auch auf sein zweites Engagement bei YB zurück (2013 bis 2016). Das Gespräch sorgte intern für Unruhe, so sehr, dass sich der Club am Montagnachmittag gezwungen sieht, in einem Statement des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung Stellung zu beziehen.

Bickels Name wird nicht genannt, stattdessen ist gleich zu Beginn die Schreibe von einem «ehemaligen leitenden YB-Angestellten im Sportbereich». Die Zeilen, die folgen, haben es in sich: Es ist eine ungewöhnlich scharfe Replik. Die erste Begründung von YB lautet: Man wehre sich, wenn Mitarbeiter verunglimpft würden.

Bickel, seit letzter Woche in gleicher Funktion bei GC tätig, sprach im Interview über seinen Abgang, redete von einem abgekarteten Spiel. Er warf YB-CEO Wanja Greuel zudem vor, seine Ernennung zum Manager des Schweizer Nationalteams im Ligakomitee sabotiert zu haben. Und er nannte detaillierte Hintergründe zu Trainerentscheiden und Geschäftszahlen.

Einmal sagte er zum Einwand, er sei nicht der perfekte Sportchef, wenn es darum gehe, einen Sparkurs umzusetzen, dass er daran erinnern möchte, dass die Young Boys noch 2015 sechs Millionen Franken erhielten, um mit dem «Projekt Avanti» den FCB anzugreifen. «Wir holten Miralem Sulejmani, Loris Benito und Denis Zakaria. Ein paar Monate später war alles wieder anders.»

Konter mit Seitenhieb

YB schreibt dazu, dass man kein Verständnis habe, dass drei Jahre nach einem Austritt aus der Firma Betriebsgeheimnisse und Interna, teilweise falsch dargestellt, preisgegeben werden. Und um seine Sichtweise darzulegen, ist der Meister gar bereit, Zahlen zu nennen, deren Geheimhaltung ihm eigentlich stets ein oberstes Anliegen ist. «Selbstverständlich liegt das finanzielle Ergebnis nie in der Verantwortung eines einzelnen Mitarbeiters», schreibt YB. «Aber es trifft zu, dass von 2013 bis 2016 und somit in der Amtszeit des ehemaligen Mitarbeiters im Sportbereich operative Verluste von über 40 Millionen Franken resultierten, die uns immer noch belasten.» Unerwähnt bleibt, dass YB schon in den Jahren zuvor hohe Verluste geschrieben hatte.

Seinen harten, wenn auch nicht souveränen Konter schliesst der Verein mit einem fast schon süffisanten Seitenhieb gegen Bickel ab. Die Clubbesitzer würden sich sehr freuen, dass aus den Fehlern der Vergangenheit die richtigen Schlüsse gezogen wurden und YB sowohl sportlich als auch wirtschaftlich dank Kurskorrektur sehr gut unterwegs sei.

Die Frage ist, wie es nun weitergeht. Es klingt drohend, wenn die Young Boys schreiben: «Gegen schwere Verletzungen der arbeitsvertraglichen Treuepflicht behalten wir uns vor, Rechtsmittel einzuleiten.»


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier:

Erstellt: 16.09.2019, 20:43 Uhr

Artikel zum Thema

«Spycher setzte durch, was ich nie hätte durchsetzen können»

Heute vor drei Jahren wurde Fredy Bickel bei YB zum zweiten Mal entlassen. Ein Gespräch über Medien und Menschenfänger, GC und Personen bei YB, die er nicht mag. Mehr...

GC freut sich auf Fredy Bickel

Der Club aus der Challenge League bestätigt die Verpflichtung von Bickel als neuem Geschäftsführer. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Kommentare

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Herbstlich gefärbte Weinberge: Winzer arbeiten in Weinstadt, im deutschen Baden-Württemberg. (17. Oktober 2019)
(Bild: Christoph Schmidt/DPA) Mehr...