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YB schafft die Sensation – die Tore

Die Young Boys schlagen Schachtar Donezk und stehen in den Playoffs für die Champions League. Der Held des Spiels hätte eigentlich gar nicht auf dem Feld stehen sollen.

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Die Young Boys machten das 0:2-Handicap aus dem Hinspiel innerhalb von gut sechs Minuten wett. Zweimal vollendete Yuya Kubo (54. und 60.) schöne Aktionen der Berner, die sich nach dem Seitenwechsel in der Offensiv steigerten und in der 68. Minute dem 3:0 ganz nahe kamen. Leonardo Bertone traf mit einem Weitschuss nur die Latte. In der Verlängerung sorgten Scott Sutter und Kubo für die besten Möglichkeiten der Gastgeber.

YB, spielte vor allem in der ersten halben Stunde nach dem Seitenwechsel gross auf, zeigte aber insgesamt eine abgeklärte Leistung, auch als die Partie in der Schlussphase der Verlängerung zur Abwehrschlacht geworden war. Im Penaltyschiessen hielt Yvon Mvogo einen Versuch, ein weiterer ukrainischer Penalty landete an der Latte, während von den YB-Spielern nur Florent Hadergjonaj verschoss. Den letzten Elfmeter verwertete der in der Verlängerung eingewechselte Milan Gajic.

Moment des Glücks: YBs Milan Gajic verwertet den entscheidenden Penalty. Video: SRF.

Ein starker Gegner wartet auf jeden Fall

YB trifft nun in der letzten Qualifikationsrunde vor der Gruppenphase am 16./17. und 23./24. August auf einen der folgenden Gegner: Manchester City, Porto, Villarreal, Ajax Amsterdam oder Borussia Mönchengladbach. Die Auslosung findet am Freitag in Nyon statt. Die Qualifikation für die Europa-League-Gruppenphase hat YB auf jeden Fall auf sicher.

«Das ist der schönste Moment seit ich bei YB bin», freute sich Trainer Adi Hütter. «Ich bin wahnsinnig stolz auf die Reaktion, die wir gezeigt haben nach der Niederlage gegen Lugano. Ich möchte jedem einzelnen Spieler gratulieren. Unser Plan ist aufgegangen. Wir wollten in der ersten Halbzeit sicher stehen und danach etwas mehr Risiko eingehen. Der Traum geht weiter!»

Der Japaner Kubo trifft zum 1:0. Video: SRF.

Die Berner waren sehr bemüht, die richtige Mischung zwischen Angriff und Verteidigung zu finden. Sie standen kompakt, störten die technisch überlegenen Gegenspieler konsequent und verhinderten so meistens, dass Schachtar mit Tempo in die Nähe des Strafraums kommen konnte. Die Young Boys traten vier Tage nach der kläglichen Vorstellung gegen den FC Lugano mit beeindruckender Solidarität und Engagement auf. Bestes Beispiel dafür war der Einsatz von Jan Lecjaks vor dem 2:0. Der Aussenverteidiger eroberte den Ball mit einem starken Tackling im Mittelfeld. «Wir haben heute alles gegeben, als Team agiert», betonte Abwehrchef Steve von Bergen.

Penalty nicht gepfiffen

Was lange Zeit fehlte, waren die zwingenden Aktionen. Erst nach dem Seitenwechsel ging YB mehr Risiken ein und überraschte die etwas überheblich agierenden Ukrainer prompt. Schon wenige Sekunden nach der Pause hätte der französische Schiedsrichter Buquet den Bernern einen Penalty zusprechen müssen. Kubo war von Taras Stepanenko im Strafraum klar gefoult worden. Der Japaner rächte sich für die Ungerechtigkeit mit zwei Toren auf seine Weise. Hätte sich Alexander Gerndt nicht im Hinspiel verletzt, wäre Kubo derzeit mit Japan an den Olympischen Spielen in Rio.

Das Resultat aus dem Hinspiel egalisiert: Kubo macht auch das 2:0. Video: SRF.

Kubo war längst nicht der einzige Berner, der sich gegen Schachtar in den Vordergrund spielte. Miralem Sulejmani war an beiden Toren entscheidend beteiligt, Guillaume Hoarau ging keinem Zweikampf aus dem Weg, Sekou Sanogo war der überragende Mann im defensiven Mittelfeld und Mvogo die nötige Absicherung im eigenen Tor. Der Goalie hielt sein Team mit vier, fünf Paraden schon vor dem 1:0 im Spiel. In der 72. Minute parierte er einen Kopfball von Dentinho stark.

Schachtar hatte die eine oder andere Möglichkeit zum entscheidenden Auswärtstor, etwa in der 91. Minute, als Marlos aus elf Metern daneben schoss. Trotzdem: An die Mannschaft aus dem Hinspiel, die YB richtiggehend deklassiert hatte, erinnerte in Bern nur wenig. Im Schongang wollte der Europa-League-Halbfinalist der letzten Saison die Pflichtaufgabe lösen. Die brasilianisch geprägte Offensive generierte nur selten das Tempo, das die YB-Abwehr vor einer Woche noch so zugesetzt hatte, zumal mit Bernard der gefährlichste Angreifer verletzt fehlte.

Grosses Glück für YB: Hier hätten sie aus der CL-Qualifikation fliegen können. Video: SRF (sep/si)

Erstellt: 04.08.2016, 07:43 Uhr

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