YB bezwingt den FC Zürich und feiert

Die Berner gewinnen im Letzigrund, Nsame erzielt das Tor des Tages nach einer strittigen Entscheidung.

Das einzige Tor des Spiels: Jean-Pierre Nsame trifft für den Meister aus Bern. (Video: SRF)

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Am Samstag werden die Young Boys vor dem TV wieder Meister, weil Basel gegen GC nicht gewann. 21 Stunden später glänzen die Berner in Zürich nicht, gewinnen aber trotzdem 1:0.

Einmal mehr setzten sich die Young Boys spät, erst während der «YB-Viertelstunde» durch. Die Entscheidung fiel auf fragwürdige Art und Weise. Im eigenen Strafraum hatten die Berner Glück, dass Schiedsrichter Lukas Fähndrich dem FC Zürich einen Foulelfmeter verwehrte. Mit dem Gegenangriff erzielten die Berner durch Jean-Pierre Nsame das einzige Tor des Spiels.

Durchzogene Leistung

Der Auftritt der Berner in Zürich war alles andere als meisterlich. Die besten Chancen vor dem Torerfolg besass YB vor der Pause. Roger Assalé schoss mit dem leeren Tor vor Augen zu lässig und liess Zürichs Verteidiger Andreas Maxso den Ball noch weg grätschen. Und Christian Fassnacht schoss alleine vor Zürichs Goalie Yanick Brecher aus fünf Metern weit übers Tor.

Nicht nur die neuen Meisterspieler glänzten nicht. Auch die Berner Fans leisteten sich einen Faux-pas. Zu Beginn der zweiten Halbzeit musste die Partie für gut drei Minuten unterbrochen werden, weil die YB-Fans ihre Meisterfreude mit permanentem Feuerwerk und Luftheulern zum Ausdruck brachten. Wegen des Rauchs wurde die Partie unterbrochen, die Spieler verliessen den Rasen nicht. Ein Spielabbruch wie bei Sion - GC drohte nicht.

Berner Fans provozieren Spielunterbruch. (Video: Tamedia)

Serie hält weiter an

Zum 60. Mal erzielten die Young Boys in einem Meisterschaftsspiel mindestens ein Tor. Seit dem August 2017 und zwei torlosen Auftritten (0:4 daheim gegen Thun und 0:0 gegen den FC Zürich in Zürich) trafen die Berner in den letzten 20 Monaten stets mindestens einmal.

Nicht nur die Young Boys taten sich mit Toreschiessen schwer: Die Partie Thun - St. Gallen endete am Sonntag torlos, womit die Thuner zwar zum achten Mal in Serie nicht gewannen, aber den 3. Platz in der Tabelle mit Erfolg verteidigten. Bei Lugano - Sion (1:1) fielen die zwei Tore ebenfalls erst in den letzten 16 Minuten.

Nullnummer in Thun

Das Duell im Rennen um Platz 3 und die Europacup-Plätze hinter Meister YB und Basel (2.) endete zwischen Thun (3.) und St. Gallen (5.) mit einer Nullnummer. Das torlose Remis freut den FC Thun mehr als den FC St. Gallen, obwohl die Thuner zum achten Mal hintereinander nicht gewannen. Die Berner Oberländer bleiben zwei Punkte vor Sion und drei Punkte vor St. Gallen. St. Gallens österreichischer Goalie Dejan Stojanovic hielt zum dritten Mal in Folge seinen Kasten sauber (nach 0:0 gegen die Grasshoppers und 1:0 gegen Xamax). Seine grösste Parade zeigte Stojanovic in der 85. Minute gegen Chris Kablan.

Insgesamt erspielte sich aber der Gast aus St. Gallen Vorteile. Die Ostschweizer waren das bessere zweier harmloser Teams. Obwohl die Gäste den offensiven Aufwand erhöhten, je länger die Partie dauerte, blieben gute Chancen Mangelware. Nicolas Lüchinger scheiterte in der 79. Minute an Thuns Keeper Guillaume Faivre, zwei Minuten parierte Faivre auf der Linie einen Kopfball des eingewechselten Tranquillo Barnetta.

Bemerkenswert war ausserdem, dass der eben erst 17 gewordene Leonidas Stergiou als St. Galler Abwehrchef brillierte.

Lugano und Sion teilen die Punkte

Lugano und Sion bauen ihre Serien in der Super League mit einem 1:1 im Direktduell aus. Lugano, das mehrere gute Chancen auslässt, ist seit sieben Spielen ungeschlagen, Sion seit fünf.

Trotz Möglichkeiten auf beiden Seiten dauerte es im Cornaredo 74 Minuten bis zum ersten Treffer. Mit seinem 1:0 für Sion rief der für seinen Abstecher an einen mehrtägiges Pokerturnier in Frankreich während seines verletzungsbedingten Ausfalls intern gebüsste Adryan in Erinnerung, dass er durchaus auch Tore schiessen kann. Allerdings erhielt der wegen einer Verletzung von Bruno Morgado früh eingewechselte Brasilianer in diesem Fall tatkräftige Unterstützung. Er konnte nämlich alleine auf Goalie David Da Costa losstürmen, weil Luganos Miroslav Covilo im dümmsten Moment ausrutschte.

Dass Carlinhos nur drei Minuten später mit einem wunderbar platzierten Schuss aus 22 Metern für Lugano ausglich, war auch deshalb gerecht, weil die grössten Chancen bis dahin den Gastgebern gehörten. Carlinhos hatte das Tor Ende der ersten Halbzeit aus gut elf Metern verfehlt, Numa Lavanchy Anfang der zweiten nach starkem Dribbling aus fünf. In der Schlussphase standen die Tessiner dem Sieg wiederum näher. Zweimal scheiterte Alexander Gerndt, in der 88. Minute bei einem Konter alleine vor Sions Goalie Kevin Fickentscher.

«Angesichts von Luganos Chancen können wir mit dem Punkt zufrieden sein», hielt Sions Trainer Murat Yakin nach dem fünften Spiel ohne Niederlage in Folge fest. Seine Mannschaft liegt im engen Kampf um die letzten Europacup-Plätze damit weiter auf Platz 4, zwei Punkte vor St. Gallen, drei vor den punktgleichen Lugano, Zürich und Luzern. Dahinter lauert Neuchâtel Xamax auf dem Barrageplatz.

Resultate: Lugano - Sion 1:1 (0:0). Thun - St. Gallen 0:0. Zürich - Young Boys 0:1 (0:0).

Rangliste: 1. Young Boys 29/78 (79:27). 2. Basel 29/53 (52:39). 3. Thun 29/39 (52:47). 4. Sion 29/37 (45:44). 5. St. Gallen 29/36 (40:49). 6. Lugano 29/34 (39:42). 7. Zürich 29/34 (36:41). 8. Luzern 29/34 (42:51). 9. Neuchâtel Xamax FCS 29/29 (37:56). 10. Grasshoppers 29/22 (26:52). (sda)

Erstellt: 14.04.2019, 15:46 Uhr

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