Hakan Yakin sagt, was Chikhaoui in Katar erwartet

Der Tunesier geht bei Al Gharafa das gleiche Abenteuer ein wie einst der 87-fache ehemalige Schweizer Nationalspieler.

Hakan Yakin spielte in der Saison 2008/09 in Katar.

Hakan Yakin spielte in der Saison 2008/09 in Katar. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Hakan Yakin, der seine Karriere mittlerweile beendet hat und bei den Junioren von Zug 94 ins Trainerbusiness eingestiegen ist, spielte in der Saison 2008/09 in Katar bei Al Gharafa Sport Club. Dorthin hat es nun auch den tunesischen Nationalspieler Yassine Chikhaoui verschlagen, der die Saison noch als Captain mit dem FC Zürich begonnen hatte.

«Yassine Chikhaoui hat nun schon während acht Jahren in Europa beim FCZ gespielt. Die Umstellung wird für ihn in Katar riesig sein. Er wird in einen richtigen Klimaschock hineinlaufen», prophezeit Yakin.

Er werde lange brauchen, um die klimatischen Bedingungen körperlich und auch mental verkraften zu können. «Es ist nicht bloss die ungeheuerliche Hitze von über 40 Grad im Schatten. Es ist auch jene mörderische Luftfeuchtigkeit, die es noch schlimmer macht. Und das hat mir lange sehr zugesetzt. Damit hatte ich echt Mühe.»

«Er wird schnell integriert»

Ansonsten würde Chikhaoui in Katar herzlich empfangen werden. «Die hilfsbereiten Kataris werden Yassine eine schnelle Integration ermöglichen und sich auf ihn freuen.» Das fussballerische Niveau sei schon damals nicht schlecht gewesen, inzwischen aber wesentlich höher geworden. «Und die Infrastruktur der Clubs, wie Stadion, Trainingsplätze und so weiter, ist mittlerweile auf dem höchsten Stand. Die Kataris bereiten sich bereits auf die WM 2022 vor. Sie wollen der Welt beweisen, dass sie imstande sind, ein tolles Fussballfest auf die Beine zu stellen.»

«Er wird nicht sehr lange in Katar bleiben»

Chikhaoui habe den grossen Vorteil, dass er bei seinem Abenteuer von seiner Familie begleitet werde. «Als praktizierender Muslim und Familienvater hat er eine Tagesstruktur. Das war bei mir nicht der Fall. Wenn die anderen Spieler beispielsweise zum Beten gingen oder sich um die Familie kümmerten, war ich im Supermarkt oder hing sonst irgendwo herum. Ich war in Katar ziemlich alleine. Und diese Einsamkeit hat mich unter anderem schliesslich zurück in die Schweiz getrieben.»

Yakin denkt indes nicht, dass Chikhaoui sehr lange in Katar bleiben wird. «Er ist ein grossartiger Fussballer. Ich denke, dass er es noch einmal in einer Spitzenliga in Europa versuchen wird. Ich glaube nicht, dass er länger als eine Saison dort bleiben wird. Vielleicht wird er sogar wieder in die Schweiz zurückkehren wie ich damals zum FC Luzern nach nur einem Jahr in Katar.»

Erstellt: 05.08.2015, 12:39 Uhr

Artikel zum Thema

Was macht Chikhaoui auf der Brunau?

Trotz Turbulenzen wird beim FCZ trainiert. Coach ad interim Massimo Rizzo hielt sich zurück – mit einer Ausnahme. Mehr...

FCZ-Knall – Coach gefeuert, Star verkauft

Urs Meier ist nicht mehr Trainer beim Stadtclub. Und Captain Yassine Chikhaoui hat einen neuen Arbeitgeber gefunden. Mehr...

So verlief Chikhaouis Verhaftung

Video Zur irrtümlichen Festnahme von FCZ-Star Yassine Chikhaoui ist ein Video aufgetaucht. Es zeigt, dass der Tunesier hart angegangen wurde. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sie wollen täglich die besten Beiträge aus der Redaktion?
Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter «Der Morgen».

Die Welt in Bildern

Glücksfänger: Spärlich bekleidete Männer versuchen im Saidaiji Tempel im japanischen Okyama einen vom Priester in die Menge geworfenen Stab, den «Shingi», zu ergattern. (15. Feburar 2020)
(Bild: Kim Kyung-Hoon ) Mehr...