1,3 Millionen Verlust trotz Meistertitel

Die ZSC Lions bekommen die Quittung für ihre verpatzte Qualifikation und brauchen einen Zuschuss von Präsident Walter Frey.

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Den sportlichen Traum des Meistertitels erfüllten sich die ZSC Lions in der vergangenen Saison, nicht aber jenen einer schwarzen Null. Trotz acht Playoff-Heimspielen, von denen sieben ausverkauft waren, schrieben sie 2017/18 einen Jahresverlust von 1,314 Millionen Franken.

Das gab Finanzchef Fritz Eichenberger an der Generalversammlung bekannt. Immerhin gelang es ihnen, den Fehlbetrag gegenüber dem Vorjahr (2,66 Millionen) zu halbieren. Und wären keine Kosten für drei zusätzliche Ausländer (Korpikoski, Vey, Pelletier) sowie für Trainer-Nothelfer Hans Kossmann entstanden, wären sie einer ausgeglichenen Rechnung nahe gekommen.

Man könnte es auf den einfachen Nenner bringen: Die verpatzte Qualifikation kam die Zürcher teuer zu stehen, doch dank ihres Playoff-Runs schafften sie es, den Schaden in Grenzen zu halten. Der Nettoerlös war mit 24 Millionen Franken so hoch wie noch nie, was mit gesteigerten Matcheinnahmen (+ 1,43 Millionen), der zusätzlichen Million aus dem neuen TV-Vertrag, höheren Werbeerträgen (+ 1,8 Millionen) sowie internen Umbuchungen zu tun hat. Was die Einnahmen betrifft, haben die Zürcher ihr Plafond wohl fast erreicht. Das sportliche Happy-End führte immerhin dazu, dass in dieser Saison in neuer Rekord an verkauften Saisonkarten (aktuell 7797) erzielt werden konnte.

Ziel: Gewinn im eigenen Stadion

Selbst in einer perfekten Saison mit Erfolg in der Regular Saison und im Playoff (wie 2013/14) wäre für die ZSC Lions im Hallenstadion ein Verlust wohl nicht zu vermeiden. Sie erhoffen sich allerdings einiges vom Umzug nach Altstetten auf 2022/23. Geschäftsführer Peter Zahner glaubt, in der eigenen Arena wäre in der vergangenen Saison ein Gewinn im tiefen einstelligen Millionenbereich möglich gewesen. Durch zusätzliche Einnahmen aus Catering, Logen und Drittevents, dem Verkauf der Naming Rights und Mieterträgen. Das Stadionprojekt entwickelt sich für die Zürcher ja erfreulich, der Spatenstich soll am 6. März 2019 erfolgen.

Vorerst wurde wegen der kumulierten Verluste der letzten Jahre wieder einmal ein Zuschuss von Mehrheitsaktionär Walter Frey nötig. 2014 hatten sie letztmals frisches Kapital bekommen, diesmal mussten sechs Millionen Franken eingeschossen werden, um das Verhältnis zwischen Eigen- und Aktienkapital wieder ins Lot zu bringen. In den vier Jahren bis zum Umzug dürfte eine weitere Kapitalerhöhung nicht zu vermeiden sein.

Frey junior neu im Verwaltungsrat

Eine interessante Rochade gab es zudem im Verwaltungsrat: Lorenz Frey ersetzt Tarzis Bono. Frey ist der 28-jährige Sohn des Präsidenten und teilt mit ihm die Liebe zum Motorsport und zum Eishockey. Nicht nur auf dem Eis setzen die ZSC Lions also auf den Nachwuchs.

Erstellt: 29.10.2018, 19:06 Uhr

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