36 Checks und eine Klotener Demonstration

Der EHC Kloten schlägt den HC Thurgau 5:1 und steht in dieser Saison erstmals auf Platz 1 der Rangliste.

Die Klotener um Fabian Ganz und Simon Kindschi bejubeln den Treffer zum 3:1.

Die Klotener um Fabian Ganz und Simon Kindschi bejubeln den Treffer zum 3:1. Bild: Leo Wyden

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«Solid» nannte der schwedische Stürmer Robin Figren die Leistung vor über 5000 Zuschauern. Sie war sogar ein bisschen mehr als das. Und der Flügel hatte daran seinen grossen Anteil. Zum zweiten Mal in Folge stürmte er an der Seite von Éric Faille, das kam dem Powerplay des Heimteams zugute. Figren erzielte das 1:1 mit einem Gewaltsschuss, das 2:1 von Faille bereitete er vor. Der kanadische Center Faille, der vom Novembertief nicht verschont geblieben war, erzielte erneut vier Skorerpunkte, wie schon am Freitag beim 5:0 in Visp.

Diese zwei letzten Partien zeigten, dass der November auch in den Köpfen der Spieler nicht mehr nachwirkt. Obwohl das Wetter weiterhin trüb ist, spielte der EHC in den zwei letzten Partien auf der Sonnenseite. Er demonstrierte gestern, dass das 5:0 in Visp keine Ausnahme war, sondern der wichtige Schritt aus der offensiven Krise. In den ersten sechs Partien des elften Monats hatte das Team nur gerade zwölf Goals erzielt, in den zwei letzten Spielen sind es nach dem gestrigen 5:1 deren zehn.

Dominic Forget (rechts) hilft Torhüter Dominic Nyffeler aus. (Bild: Leo Wyden)

Gegen den HC Thurgau, als Dritter der Tabelle angereist, gewann der EHC das zweite Spitzenspiel innert weniger als 48 Stunden. Dass er dank diesem Sieg erstmals in dieser Saison auf Platz 1 der Rangliste steht, ist eine angenehme Nebenerscheinung. Nach Verlustpunkten ist Ajoie weiterhin die Nummer 1, die Pruntruter aber waren am Wochenende spielfrei. Am Montag steht der Match gegen Sierre an, der exakt 85 Jahre nach der Gründung des EHC stattfindet. Am Samstag trifft Kloten im Spitzenkampf auf Ajoie.

Beeindruckende Intensität

Kloten setzte gegen Thurgau ein Ausrufezeichen in Sachen Physis. Laut Assistenzcoach Björn Lidström setzten seine Spieler in den 60 Minuten nicht weniger als 36 Bodychecks, die meisten davon in der ersten Periode. Diese 20 Minuten waren von der Intensität her etwas vom Besseren, was Kloten in dieser Saison bisher geboten hat. «Wir wussten, dass sie ziemlich hart spielen wollen. Und wir haben ihnen so ziemlich entgegengehalten», sagte Figren. Dass Thurgau in Führung ging, war die Folge eines individuellen Fehlers, brachte aber das Team nicht aus dem Konzept.

Diese ständige physische Präsenz des Gegners – mit Ausnahme vielleicht der ersten zehn Minuten im Mitteldrittel – zermürbte die Thurgauer. Je länger die Partie dauerte, desto müder wurden sie. «Die Drittelsresultate spiegeln ziemlich exakt den Spielverlauf» kommentierte Figren das 1:1, 1:0 und 3:0 in den einzelnen Perioden. Er ist mit seinen drei Goals in den letzten zwei Partien nun zweitbester Torschütze im Team hinter Faille. Der Wechsel an die Seite des Kanadiers habe vor allem im Powerplay positive Auswirkungen, sagt er. Faille bringt die Pucks perfekt durch die Verteidigerbox. «Ich muss noch mehr bereit sein, wenn die Zuspiele kommen.» Das Überzahlspiel brachte nur ein Tor ein, aber es sieht nun schon wieder einiges gefährlicher aus als noch im grauen November. Und Figren fühlt sich in der Zwischenzeit auch wohler, er weiss besser, was seine Mitspieler tun. «Aber ich bin noch nicht dort, wo ich sein will», sagt er.

Emilijus Krakauskas scheitert an Thurgaus Torhüter. (Bild: Leo Wyden)

In gewissen Bereichen ist seine Mannschaft aber schon ziemlich weit. 1,96 Gegentore pro Match ist Spitzenwert, im Powerplay und in Unterzahl sind die Klotener jeweils die Nummer 2 der Liga. «Extrem gut» hat Lidström der Start ins Spiel gefallen. Und wie auch alle vier Linien versuchten, den Gegner unter Druck zu setzen. Dazu sei mit jedem Tor die Energie grösser geworden. «Wir wollen, dass alle Formationen mit gleicher Intensität spielen. Wenn man Erfolg hat, dann glauben die Spieler natürlich mehr an den Gameplan, den wir ihnen vorgeben.»

Kloten - Thurgau 5:1 (1:1, 1:0, 3:0)
5083 Zuschauer. – SR Erard/Hungerbühler, Wermeille/Huguet.
Tore: 5. Frei 0:1. 17. Figren (Faille/bei 5 gegen 3) 1:1. 37. Faille (Figren, Steiner) 2:1. 46. Ganz (Kindschi) 3:1. 49. Sturny (Faille) 4:1. 59. Grossniklaus 5:1. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Kloten, 4mal 2 Minuten gegen Thurgau.

Resultate: Kloten - Thurgau 5:1. Biasca - Olten 1:4. Winterthur - Langenthal 1:4. GCK Lions - La Chaux-de-Fonds 4:5 n.P. – Rangliste: 1. Kloten 25/52. 2. Ajoie 24/50. 3. Olten 25/49. 4. Thurgau 25/47. 5. Langenthal 24/46. 6. Visp 24/44. 7. La Chaux-de-Fonds 25/33. 8. GCK Lions 25/33. 9. Sierre 24/27. 10. EVZ Academy 23/23. 11. Winterthur 25/21. 12. Biasca 25/16.


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Erstellt: 01.12.2019, 19:41 Uhr

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