Auch zu Hause mal ein enges Spiel gewonnen

Der EHC Kloten schlägt den HC Thurgau 4:3, Ramon Knellwolf ist zweifacher Torschütze.

Der erst 21-jährige Klotener Ramon Knellwolf glänzte als Doppeltorschütze.

Der erst 21-jährige Klotener Ramon Knellwolf glänzte als Doppeltorschütze. Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Éric Faille hatte wieder einen seiner genialen Einfälle. Er düpierte seinen Gegenspieler und brachte die Scheibe unter Schlittschuhen hindurch Richtung Tor. Thugaus Goalie Nicola Aeberhard verlor die Übersicht, die Scheibe kam wieder unter dem Schoner hindurch. «Und ich habe sie dann irgendwie reingestochert. Aber vielleicht war sie auch schon vorher drin», sagte Ramon Knellwolf. Er auf jeden Fall wurde als Torschütze bezeichnet. Es war sein zweites Goal an diesem Abend, und sein 4:3 nach 54:31 hielt Bestand.

Damit haben die Klotener zu Hause wieder mal einen Match gegen ein Topteam gewonnen. Und es scheint, als ob sie auf gutem Weg sind, endlich wieder eine Heimmacht zu werden. Nachdem sie sechsmal in Folge saisonübergreifend verloren hatten, gelang ihnen nun immerhin bereits der fünfte Sieg in Serie. Die zwei Verlängerungs- oder Penaltyschiessen-Erfolge gegen Biasca und Zug, das 7:0 gegen Sierre und das 1:0 gegen die GCK Lions waren zwar Siege in der Swiss Arena gewesen. Aber nun haben sie auch ein Topteam bezwungen.

Das war auch nötig, um nicht vom eingeschlagenen Weg abzukommen. Eine Niederlage hätte doch den einen oder anderen Zweifler auf den Plan gerufen. Denn der Gegner hat zwar einen Lauf und er ist gut organisiert. Aber er heisst HC Thurgau. Und wenn eine Mannschaft aufsteigen will – wie Kloten – dann muss man ein solches Team schlagen. Eigentlich müsste man es auch mehr dominieren als das am Freitag der Fall war.

Failles Pässe, Knellwolfs Tore

Der Match zeigt auch auf, dass Kloten noch Raum zur Steigerung hat. Coach Per Hanberg hat vor allem gestört, «wie wir begonnen haben. Das erste Drittel war einfach schlecht.» Das hat er dem Team in der Pause auch deutlich mitgeteilt. «Es war eine gute Ansprache», sagt Knellwolf, der bereits fünf Tore erzielt hat.

Was Hanberg vor allem bemängelte. «Wir arbeiteten nicht hart genug. Wenn wir Spiele gewinnen wollen, dann müssen wir über 60 Minuten hart arbeiten. Dann kann man gute Dinge bewirken.»

Seine Mannschaft begriff die Botschaft. Knellwolf glich auf Vorarbeit Failles den Rückstand zum 1:1 aus, Kellenberger enteilte mit einem magistralen Zuspiel Failles zum 2:1 in Unterzahl. Der Match, in dem Thurgau die ersten Vorteile gehabt hatte, schien zu kippen. Dann allerdings kassierte Kloten zwei Treffer nach Weitschüssen. Die Thurgauer waren eher noch besser als der EHC beim Blockieren von Schüssen, das half ihnen lange.

Kritik an den Schiedsrichtern

Doch Kloten, das im ersten Powerplay nicht einen einzigen Schuss aufs Tor gebracht hatte, erwachte im richtigen Moment im Überzahlspiel. Romano Lemm schoss das 3:3, der Match war wieder offen. Noch im letzten Winter hatte man fast wetten können, dass der Sieger nach 60 Minuten nicht Kloten heissen würde. Aber in dieser Saison ist einiges anders. Kloten beging nicht einen entscheidenden Fehler, sondern erzwang die Entscheidung. Failles Zuspiel für das 4:3 war bereits der 22. Skorerpunkt des Kanadiers in seinem 13. Match.

Hektisch wurde es in den letzten Minuten für Kloten dennoch, auch weil die Schiedsrichter eingriffen. Nach einem angezeigten und gepfiffenen Offside verhängten sie noch zwei Strafminuten gegen Kellenberger wegen Behinderung. Der hatte seinen Gegner aber erst nach dem Pfiff gebremst. «Nicht nur wir, sondern auch die Schiedsrichter müssen besser werden», fordert Hanberg. Der nächste Test auf seinen EHC wartet am Dienstag in Visp.


Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

Die Sendung ist zu hören auf Spotify sowie auf Apple Podcast. Oder direkt hier:

Erstellt: 18.10.2019, 23:04 Uhr

Artikel zum Thema

Klotener Siegtreffer nach 64:58 Minuten

Der EHC Kloten bietet zum Ende grosse Unterhaltung, verliert aber beim 3:2 gegen die EVZ Academy einen Punkt. Mehr...

Planen, schulen, Geschichte schreiben

Patrick von Gunten musste seine Karriere im Januar nach zwölf Jahren beim EHC Kloten abrupt beenden. An der WM 2020 im eigenen Land ist er trotzdem dabei – in besonderer Funktion Mehr...

Kloten begnügt sich mit vier Toren

Kloten hat das «Hinspiel» gegen die EVZ Academy 4:2 (2:0, 1:1, 1:1) gewonnen und in der Tabelle den zweiten Platz hinter Ajoie gehalten. Bereits am Dienstag kommen die Zuger nach Kloten. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Sweet Home Gemeinsam leben an zwei Orten

Geldblog Reisedetailhändler Dufry wächst wieder richtig

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Die Welt in Bildern

Blumen-Idylle: In Kathmandu, Nepal, fliegt ein Sommervogel von Blüte zu Blüte. (8. November 2019)
(Bild: Navesh Chitrakar) Mehr...