Birners Kinder-Überraschung

Gottéron schlägt am Lion-Kids-Nachmittag selbstgefällige ZSC Lions 4:3 in der Verlängerung und beendet deren schöne Serie.

Die Entscheidung: Gottérons Birner schiesst in der Overtime das 4:3.

Die Entscheidung: Gottérons Birner schiesst in der Overtime das 4:3. Bild: Keystone

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Immerhin boten die ZSC Lions den über 10 000 im Finish noch etwas Unterhaltung. Als sie in der 45. Minute gemerkt zu haben schienen, dass Checks im Eishockey nicht verboten ist, kam an diesem Nachmittag für Lion-Kids tatsächlich noch Stimmung und Spannung auf. Wick (49.) fuhr aufs Tor und erzwang das 2:3, und dann gelang Geering (58.) mit einem platzierten Handgelenkschuss sogar noch der Ausgleich.

In der Overtime hatten Suter, Wick und mehrmals Rundblad das Siegestor auf dem Stock. «Er hätte fünf Tore schiessen können», sagte Hans Wallson über seinen Landsmann kopfschüttelnd. Doch es war dann Gottérons Birner vorbehalten, zehn ­Sekunden vor Ablauf der 65 Minuten den Schlusspunkt zu setzen. Damit ging die schöne ZSC-Serie von fünf oder sechs (inklusive Champions League) ­Siegen zu Ende.

Desolate Bilanz gegen Gottéron

Dass dies gegen Gottéron geschah, war kein Zufall. Denn unabhängig von der Tabellensituation tun sich die Lions gegen niemanden so schwer wie gegen Gottéron. In den letzten fünf Jahren hat dieses gegen sie 21 von 27 Spielen gewonnen – eine imposante Bilanz. Diesmal war in den ersten zwei Dritteln spürbar, dass die erfolgsverwöhnten Zürcher die Punkte weniger nötig haben als die ­Freiburger. Vor allem der Start­abschnitt gefiel Wallson gar nicht. Am Samstag beim 2:1 in Davos hatten die Lions ihren Gegner in den ersten 40 Minuten dominiert, aber zu wenig Tore geschossen. Diesmal spielten sie lange Alibihockey, gewürzt mit dummen Strafen.

Wo blieb das Körperspiel?

«Man sollte auch voll da sein, wenn man fünfmal gewonnen hat», sagte Wallson. «Aber Spieler sind eben keine Roboter.» Zur Hälfte der Qualifikation sind die Zürcher zwar Leader, aber immer noch ein Projekt in Arbeit. Und die Verfolger Zug und Bern haben eines, respektive zwei Spiele weniger bestritten. Am Freitag kommt es in Zug zu einem Spitzenkampf, auf dem man gespannt sein darf. Dass sie es können, wenn sie es wirklich wollen, weiss man ja bei den Zürchern. Auch wenn ihr Körperspiel immer noch viele Wünsche offenlässt.

Cunti war nicht schuld

In Zug sollte auch Shannon wieder dabei sein und damit das Team erstmals ­komplett. Dann stehen harte Entscheidungen an. Denn zwei Stürmer müssen dann zuschauen. Gestern traf es Cunti (Begründung Wallson: «Er war nicht frisch.») Als Gottéron-Coach Larry Huras hörte, dass der Spielmacher nicht verletzt, sondern überzählig gewesen war, verdreht er die Augen. Er würde ihn wohl mit Handkuss nehmen. Huras hat in Freiburg den Turnaround geschafft, dank einem Fünfpunkte-Weekend ist der Strich nur noch drei Punkte entfernt.

Der Kanadier setzt auf klare Rollenverteilung, hat seine sechs talentiertesten Stürmer auf zwei Linien verteilt und lobt die Arbeiter in der Verteidigung wie Stalder, Schilt und Abplanalp und Kämpfertypen im Angriff wie Rivera. Und natürlich seine Goalies. In ­Zürich kam Ersatzmann Saikkonen zu seinem fünften Saisoneinsatz, und immer noch ist er ungeschlagen. Bei ihm stehen nun in der Meisterschaft zwei Siege, im Cup einer (gegen den ZSC) und in der Champions League ein Remis und ein Sieg zu Buche. Der 23-jährige Berner mit Vergangenheit bei den GCK Lions (2012/13) ist eine Entdeckung.

Huras' Dank an Böhme

Huras kostete den Sieg an alter ­Wirkungsstätte aus und schwärmte von früheren Zeiten. «Ich bin Bernd Böhme noch heute dankbar, dass er mich 1994 aus Frankreich hierher holte. Er lancierte meine Schweizer Karriere.» Gottéron ist seine achte Station in der NLA, und er kündigt an: «Wenn wir das Playoff schaffen, sind wir gefährlich.» Ganz bestimmt gegen Lieblingsgegner ZSC.

Erstellt: 20.11.2016, 19:57 Uhr

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