Das verflixte 7. Jahr in Rapperswil-Jona

Die Lakers standen seit 2008 nicht mehr im Playoff und müssen nun erstmals in der Ligaqualifikation gegen den Abstieg kämpfen. Dabei haben sie eigentlich grosse Pläne.

Bleibt er Lakers-Coach? Anders ­Eldebrink. Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone)

Bleibt er Lakers-Coach? Anders ­Eldebrink. Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Als Sportchef Harry Rogenmoser am Samstagabend kurz vor elf den Medienraum der Diners Club Arena betrat, musste er tun, was er noch nie getan hatte: über die Vorbereitung der Liga­qualifikation sprechen. Zum zweiten Mal in seiner Geschichte steht sein Club vor dem Duell mit dem NLB-Meister. Doch im Gegensatz zum Jahr 2000, als der Gegner Chur hiess und es wegen der Aufstockung der NLA um rein gar nichts ging, droht diesmal der Abstieg. Und damit nach zwei Jahrzehnten der Abschied aus der obersten Liga, das Ende des Farmteamprojekts und der völlige Neuaufbau des Clubs.

Rogenmoser war anzusehen, wie viel Gewicht in diesem Moment auf ihm lastete. Er sprach von der grossen Enttäuschung nach dem 3:6 gegen Ambri, der einen Niederlage zu viel in diesem Playout. Er sprach davon, wie es jetzt «Kraft braucht, vorwärtszuschauen». Als ­einer wissen wollte, ob Anders Eldebrink ­Trainer bleiben werde, entgegnete er: «Nächste Frage.»

Dabei dürfte die Personalie Eldebrink bei den Lakers durchaus diskutiert werden. Denn alle anderen Impulse, welche die Clubführung zu geben versuchte, hielten die Abwärtsspirale nicht auf. Nicht die Zuzüge aus Davos und Lugano, nicht die vielen B-Lizenzen, nicht die Breitseite gegen die Schiedsrichter, mit denen Rogenmoser vor Spiel 6 einen weiteren Schauplatz eröffnete.

Kossmann, Shedden?

Am Samstag hatten die Lakers drei der ersten vier Powerplays, lagen 2:0 in Führung – und fanden dennoch einen Weg in die Niederlage. 21 Jahre nach dem Aufstieg in die NLA steht der Club, der im ­Januar seinen 70. Geburtstag feierte, am sportlichen Abgrund.

Es ist bittere Ironie, dass die Lakers ausgerechnet jetzt in dieser Situation sind, wo sich im Hintergrund nach ­Jahren der Stagnation und strategischer Fehleinschätzungen wirklich etwas tut. Man hat in Herisau ein Farmteam-­Projekt lanciert, reputierte Trainer für den Nachwuchs geholt sowie talentierte junge Spieler. Die Situation erinnert an 2013, als die SCL Tigers just in jener ­Saison abstiegen, als sie endlich mit ­einem neuen Stadion für eine bessere Zukunft gerüstet schienen.

Obwohl die Lakers in den vorangegangenen sechs Saisons das Playoff verpassten, vermieden sie stets den Fall in die Ligaqualifikation. Im verflixten siebten Jahr ist er nun doch da und mit ihm neue Realitäten: dass nur noch zwei statt vier Ausländer spielen dürfen. Dass Captain Hürlimann mit einem Bänderriss fehlt. Dass der NLB-Meister in diesem Jahr tatsächlich aufsteigen will.

Ob der nun SCL Tigers oder Olten heisst, entscheidet sich morgen. Bis dann dürften die Lakers auch ein Bekenntnis zu Eldebrink abgegeben haben – oder eben nicht. Der Name des früheren ­Rapperswil-Stürmers Hans Kossmann geisterte am Wochenende ebenso herum wie jener von Doug Shedden. Eine pikante Variante wäre Konstantin Kuraschew. Der russisch-schweizerische ­Doppelbürger ist ab Sommer ohnehin als Coach der Elite-Junioren bei den Lakers unter Vertrag, eine Freigabe seines aktuellen Arbeitgebers aber nur denkbar, falls morgen Olten gewinnt. Denn Kuraschew steht bisher in Diensten der SCL Tigers.

Erstellt: 29.03.2015, 22:05 Uhr

Artikel zum Thema

Ambri schafft den Ligaerhalt

Der HC Ambri-Piotta sichert sich mit einem 6:3 im sechsten Spiel gegen die Lakers den Verbleib in der NLA. Rapperswil-Jona bangt der Ligaqualifikation entgegen. Mehr...

Von Erleichterung und Existenzangst

Das Playout zwischen Ambri und den Lakers stellt Trainer, Teams und Clubs auf eine nervenaufreibende Probe. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Bitte lächeln: Frankie die Bordeauxdogge stellt sein Löwenkostüm zur Schau. Er nimmt mit seinem Herrchen an der Tompkins Square Halloween Hundeparade in Manhattan teil (20. Oktober 2019).
(Bild: Andrew Kelly) Mehr...