Der HCD greift nach dem Pokal

Die Davoser gewannen Spiel 4 dank Walsers 4:3 in der 67. Minute – und haben nun drei Chancen auf den Titel.

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Überzeit bringt den ZSC Lions in diesem Final kein Glück. Am Ostermontag hatten sie gegen einen angeschlagenen HCD nach Penaltys verloren, diesmal kam das für sie bittere Ende in der Verlängerung: Walser verwertete in der 7. Minute der Verlängerung einen Abpraller nach ­einem Schuss Paulssons zum 4:3. Die ZSC Lions hatten 2:0 und 3:2 geführt, ­ihren Vorsprung aber jeweils wieder preis­gegeben. Und nun stehen sie mit dem Rücken zur Wand: Sie müssen die nächsten drei Spiele gewinnen, wenn sie wieder Meister werden wollen.

2013 drehten sie den Viertelfinal gegen den HCD nach ­einem 1:3 noch, doch diese Davoser sind punkto Entschlossenheit und mannschaftlicher Geschlossenheit nicht mit dem Team von damals zu vergleichen. Morgen im Hallenstadion treten die Zürcher erstmals an, um ihr Saisonende hinauszuschieben.

Bereits vor Spielbeginn hatte sich der Davoser Medienchef zuversichtlich gegeben. Augenzwinkernd wandte er sich an jene Journalisten, die nur die HCD-Heimspiele besuchen: Man sehe sich am 20. August wieder, zum ersten Davoser Spiel der Champions Hockey League. Die Partie begann dann aber nicht nach dem Gusto der Bündner. Die ZSC Lions nahmen den Schwung der letzten 40 Minuten vom Ostermontag mit, und Malgin traf in der 7. Minute nach einem Abpraller zum 1:0. Das Tor gab den ­Zürchern weiter Auftrieb, und in der 11. Minute erhöhte Nilsson auf 2:0.

Del Curtos wirksames Timeout

Kein Zauderer, was das Einsetzen von ­Timeouts betrifft, rief Arno Del Curto gleich darauf seine Spieler zu sich und redete auf sie ein. Und offenbar fand er die richtigen Worte oder Gesten. Jedenfalls schafften es die Bündner danach, das Geschehen wieder etwas ausgeglichener zu gestalten.

Die ZSC Lions verpassten es, nach dem 2:0 nachzusetzen – setzten aber in einer Szene etwas zu heftig nach: Baltisberger wurde in der 16. Minute auf die Strafbank geschickt, weil er bei Genoni nachgeschlagen hatte. Und die Davoser verkürzten durch einen Ablenker Simions (18.) auf 1:2. Das erste Powerplaytor dieser Serie gab den Bündnern Elan. So waren sie im Mittelabschnitt die bestimmende Mannschaft. Und Paulsson (32.) glich nach einem Abpraller von Flüeler folgerichtig auf 2:2 aus.

Marc Crawford verzichtete auf ein ­Timeout, und mit ­etwas Glück schaffte es sein Team, den unentschiedenen Spielstand in die zweite Pause zu retten. Danach lieferten sich die beiden Teams einen offenen Schlagabtausch, wobei Trachsler (43.) mit einem sehenswerten Treffer nach Vorarbeit Blindenbachers wieder vorlegte für die Zürcher.

Wieder zu passiv geworden

Doch danach wurden diese wieder eine Spur zu passiv und dafür bestraft. Jan von Arx durfte in der 48. Minute unbehelligt in die Zürcher Zone fahren und hatte genug Zeit, den heranbrausenden Paulsson mit einem Querpass zu bedienen. Der Schwede, der seine Treffsicherheit wieder gefunden hat, verwertete souverän zum 3:3. Die Davoser, getrieben von der Aussicht, sich den ersten ­Finalpuck zu verschaffen, waren danach wieder die bessere Mannschaft. Und das Spiel lief nun so, wie sie es sich gewünscht hatten: Es war so wild wie eine Prügelei in einer dunklen Gasse. So entsprach es der Logik, dass am Schluss der vielleicht etwas ­weniger versierte, aber eine Spur kämpferischere HCD siegte.

Erstellt: 09.04.2015, 23:46 Uhr

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