«Der Körper siegte über das Herz»

ZSC-Stürmer Patrik Bärtschi muss mit 32 wegen Hüftbeschwerden zurück­treten. Nach einer reichen Karriere mit 235 NLA-Toren und den ZSC-Meistertiteln 2012 und 2014.

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Sie bestritten seit dem 26. November kein Spiel mehr. Wieso jetzt der Rücktritt?
Ich probierte, mich nochmals zurück­zukämpfen. Doch es klappte nicht. Der Körper siegte über das Herz. Letztlich wurde mir die Entscheidung abgenommen. Es ist das Verdikt der Ärzte, das ich zu akzeptieren habe. Aber es tut weh.

War es die Hüfte, die Sie zu diesem Schritt zwang?
Ja. Ich musste ja schon mit 20 die rechte Hüfte operieren lassen. Ich hatte schon damals Arthrose. Trotzdem konnte ich eine sehr lange Karriere machen. Ich war ein paarmal verletzt, kämpfte mich aber immer wieder zurück. Ich investierte alles, aber irgendwann geht es nicht mehr. Schade, ich hätte gerne noch lange weitergespielt.

Droht Ihnen nun ein künstliches Hüftgelenk?
In meinem Alter versucht man, das zu vermeiden. Wie es genau weitergeht, weiss ich noch nicht. Es ist noch alles sehr frisch.

Wie war es, der Mannschaft mitzuteilen, dass Sie zurücktreten?
Sehr emotional. Es war mir wichtig, es allen persönlich zu sagen. Es fühlt sich surreal an. Es war eine lange Zeit, die nun abrupt zu Ende geht.

Was sticht für Sie aus Ihrer Karriere heraus?
Logischerweise stehen die Titel mit dem ZSC ganz oben auf der Liste. Ich fand immer, dass es ein grosses Privileg ist, das Hobby als Beruf auszubüen. Aber es war kein einfacher Weg für mich, ich hatte immer wieder Rückschläge. Wenn ich nie ­gewonnen hätte, wäre es schwieriger. So kann ich positiv zurückschauen, stolz sein. Zudem schätze ich die Begegnungen, die ich durch den Sport hatte. Persönlichkeiten zu treffen wie Seger oder Ambühl, die auch zu ­guten Freunden wurden. Wunderbare Menschen, die mir bleiben werden.

Wie soll man sich an den Spieler Bärtschi erinnern?
Mein Motto war: Gibt stets dein Bestes, damit du dir nichts vorwerfen musst. Ich hoffe, dass ich so wahrgenommen wurde. Und ich nahm mich nie zu wichtig. Das Team stand für mich im Vordergrund. Das Teamleben werde ich vermissen.

Was bringt Ihre berufliche Zukunft?
Ich weiss nicht, wie es weitergeht. Ich brauche nun Zeit, das zu verdauen. Aber die Zukunft macht mir keine Angst. Ich hoffe, ich werde einen Beruf finden, dem ich mit der gleichen Leidenschaft nachgehen kann. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.01.2017, 21:26 Uhr

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