Der Leader als Lieblingsgegner

Die ZSC Lions schlugen Davos vor 11'200 Zuschauern 4:1 – es war ihr 5. Heimsieg gegen die Bündner in Serie.

Rasanter Schlagabtausch im Hallenstadion: Die Davoser Koistinen (l.) und Goalie Genoni gegen Dan Fritsche. Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Rasanter Schlagabtausch im Hallenstadion: Die Davoser Koistinen (l.) und Goalie Genoni gegen Dan Fritsche. Foto: Ennio Leanza (Keystone)

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Zürcher sind im Kurort Davos (meist) willkommene Gäste. Gleich verhält es sich mit dem HCD im Hallenstadion. ­Erstens darf man, wenn die Bündner bei den ZSC Lions gastieren, mit einer gut besetzten Halle rechnen – gestern war sie mit 11 200 ausverkauft. Zweitens gibt es, da der Rekordmeister ein attraktives Tempospiel pflegt, meist unterhaltsame Partien. Und drittens gibt es in jüngerer Zeit immer ein Zürcher Happy End. Das gestrige 4:1 war für den ZSC der fünfte Heimsieg gegen den HCD in Serie. «Wir spielen gerne gegen die Davoser», gab Verteidiger Blindenbacher unum­wunden zu. «Ihr Stil passt uns.»

Am Freitag hatten sich die Zürcher gegen defensiv eingestellte Lakers sehr schwergetan und 2:3 in der Overtime verloren, gegen den Leader sah man, nicht ganz unerwartet, einen anderen ZSC. «Jedem in der Kabine war klar, dass wir dieses Spiel unbedingt gewinnen mussten», sagte Blindenbacher. Und das sah man dann auch von der ersten ­Minute an. Die beiden Teams lieferten sich einen rasanten Schlagabtausch, bei dem das 1:0 Nilssons (6.) im ersten ­Powerplay die Richtung vorgab. Nachdem Senteler (18.) und Blindenbacher (35.) auf 3:0 erhöht hatten, bekam man nie mehr das Gefühl, die Zürcher könnten das Spiel noch aus der Hand geben.

Del Curto froh um die Pause

Immerhin bewirkte Arno Del Curto mit seinem späten Timeout noch, dass Hofmann (53.) einen weiteren Shutout Flüelers verhinderte und sich die gesteigerte Aggressivität in einem finalen Boxkampf zwischen Guerra und Bergeron entlud, den der kleinere Frankokanadier nach Punkten für sich entschied.

Die ZSC ­Lions rückten mit dem Sieg bis auf einen Punkt an die Davoser heran. Er sei froh, sei nun Nationalteam-Pause, sagte Del Curto. Seit dem Sieg in Bern (3:2) von Ende November habe sein Team Mühe, was nach dem goldenen Herbst aber normal sei. Den gestrigen Auftritt bezeichnete er als den besten während dieser Schwächephase. Es ist nicht zu übersehen, dass Abwehrchef Du Bois fehlt. Wenn der Ex-Klotener nach der Pause zurück ist und Forster nach seinem Kreuzbandriss sein Saisondebüt gibt, muss man sich um den HCD keine allzu grossen Sorgen machen.

Blindenbacher, der Mentor

Die ZSC Lions stellten derweil wieder einmal zur Schau, wie breit besetzt sie sind. «Die Jungen wie Malgin und Senteler waren unsere Besten», sagte Blindenbacher strahlend. «Es macht Spass. zu ­erleben, wie sie immer selbstbewusster werden.» Dabei erwähnte er natürlich auch Siegenthaler, seinen Partner in der Verteidigung: «Seine Entwicklung in den letzten drei Monaten ist verblüffend. Anfangs war er noch ganz schüchtern, jetzt kämpft er in der Ecke gegen Dino Wieser erbittert um den Puck.» Blindenbacher ist auf dem Eis der Mentor für den 17-Jährigen geworden. Und vom Routinier kann sich dieser einiges abschauen. Denn Blindenbacher ist auch in diesem Winter der stabilste ZSC-Verteidiger.

Im Gegensatz zu den Davosern können die ZSC Lions noch keine Pause begehen. Heute Montag steht für sie der Trip nach Visp zum Cup-Viertelfinal an. Sie dürften gewarnt sein, verlor doch der HCD im Oberwallis 2:4. Da ZSC-CEO Peter Zahner einer der treibenden Kräfte war bei der Wiedereinführung des Cups, wird man bei den Zürchern ­einiges daran setzen, die Aufgabe mit der nötigen Ernsthaftigkeit anzugehen.

Erstellt: 14.12.2014, 22:18 Uhr

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