Der SC Bern wird Quali-Sieger

Die National League A startet in eine abenteuerliche Saison. Die Liga gilt als ausgeglichen wie nie zuvor. Wir wagen eine Prognose, wie die zwölf Teams abschneiden werden.

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1. SC Bern
Die Berner werden auch in dieser Saison die Qualifikation gewinnen, zumal sie das Transferrennen um Center Martin Plüss für sich entschieden haben. Aber das Playoff ist ein anderes Business. Und da sind wir sicher, dass es Spieler und der angeschlagene Trainer auch im Frühjahr 2009 nicht schaffen, Meister zu werden – die Nervosität und der Druck der Öffentlichkeit werden die Mutzen an einer erfolgreichen Mission hindern.

2. HC Davos
Gleicher Trainer, fast das gleiche Kader, eine andere Saisonvorbereitung: Der solide HC Davos wird von Experten als heisser Titelkandidat eingestuft. Wetten, dass Trainer Arno Del Curto bei seinen Jüngern auf Schlittschuhen im Meisterschaftsfinale den Turbo zünden wird? Die jungen Goalies sind ein Jahr erfahrener, und die Bündner verfügen über die komplettesten Mittelstürmer der Liga.

3. ZSC Lions
Der Meister hat mit Jean-Guy Trudel und Oliver Kamber mehr Alternativen in der Offensive. Defensiv ist das Löwenrudel ohnehin solid, das wird sich auch unter dem neuen Coaching-Duo nicht ändern. Trotz Mehrbelastung, Champions Hockey League und nicht optimalen Bedingungen im Hallenstadion: Der Titel führt über die Organisation aus Oerlikon.

4. Servette
Wenn sich bei den Genfern keiner der Protagonisten verletzt, werden sich Chris McSorleys Untertanen hartnäckig in der Spitzengruppe behaupten. Die taktisch klug ausgebildeten Eis-Adler sind für jede Mannschaft ein Ärgernis – genauso, wie es der impulsive Regent McSorley für die Heads sein wird.

5. EV Zug
Deshalb darf sich das Publikum in Sachen Unterhaltungswert jetzt schon auf die Duelle zwischen Servette und dem EV Zug, wo mit Doug Shedden ebenfalls ein Mann mit Temperament an der Bande wirkt, freuen. Beim sehr kanadisch ausgerichteten Stil der Zentralschweizer, ist ein Auf und Ab der Formkurve vorgezeichnet. Zum Titel reichts den Zugern in der alten Herti-Halle noch nicht.

6. Kloten Flyers
Erstaunlich, dass die Flieger in der letzten Saison trotz personeller Not in der Abwehr Rang 3 der Qualifikation erreichten. Dieses Unterfangen wird heuer nicht mehr gelingen. Kloten muss überdies zuerst achtmal auswärts antreten, das ist zumindest kein Vorteil. Der Einzug unter die besten Acht sollte aber kein Thema sein rund um den Schluefweg – pardon, rund um die Kolping-Arena.

7. HC Lugano
Die Tessiner haben noch einmal ins Portokässeli gegriffen und ihr Kader mächtig aufgerüstet. Offensiv stimmt es beim HC Lugano, Fragezeichen sind dagegen in der Abwehrfraktion angebracht. Die Bemerkung sei erlaubt: Die Zeit von David Aebischer ist abgelaufen. Der ehemalige NHL-Profi ist nur noch ein durchschnittlicher Torhüter, der im Butterfly-Stil den Puck aus dem Netz fischt. Prognose: Nach den Viertelfinals gibts kein Playoff mehr in der Resega.

8. HC Fribourg-Gottéron
Gottéron hat sich dank der Hilfe der Staatsbank finanziell über Wasser halten können. Es wird fürs Playoff reichen. Aber der ganz grosse Zusammenhalt der Copains wird nie mehr jene Stufe erreichen wie im Frühjahr 2008, als die Underdogs den mächtigen SC Bern aus dem Titelrennen warfen und für eine der grösssten Überraschungen im Schweizer Eishockey sorgten.

9. SCL Tigers
«D’Chäsli», wie sie von SCB-Anhängern mitunter respektlos genannt werden, wollen im zwölften Anlauf endlich um den Titel mitspielen. Das wird den Tigern bei aller Sympathie zum Klub und zur Region nicht gelingen. Dazu steht Jeff Toms zu Saisonbeginn nicht zur Verfügung. Trainer Christian Webers wichtigster Mann plagt sich mit Adduktorenproblemen herum, einer der ärgerlichsten Begleiterscheinungen für einen Eishockey-Profi.

10. Rapperswil-Jona Lakers
Eine Mannschaft schneidet im Winter immer enttäuschend ab, so will es das brutale Gesetz des Sports. Am Obersee wird die Besetzung des Goalie-Postens das grosse Diskussionsthema sein. Und ob Christian Berglund die Seebuben nochmals so mitreissen kann wie in der Spielzeit 2005/06, ist nicht in Stein des Rapperswiler Schlosses gemeisselt. Den Lakers steht eine harte Zeit bevor.

11. HC Ambri-Piotta
Es ist einfach erstaunlich, dass sich die Leventiner auf der NLA-Landkarte behaupten können. Dieses Kompliment an die Führung und die treuen Anhänger genügt nicht, um dem Playout zu entkommen. Zwar wurde das Budget von 7,5 Millionen Franken auf 8,3 Millionen erhöht. Aber das Kader ist zu unausgeglichen besetzt, um für Furore zu sorgen.

12. EHC Biel
Die Seeländer gehören wieder zur Eliteklasse – sie haben die Promotion auch redlich verdient und auf sportlichem Weg geschafft. Auf dem Torhüterposten sind die Bieler mit Marco Wegmüller und Pascal Caminada ungenügend besetzt. Fragezeichen gilt es auch bei den Legionären zu setzen. Der Neuling ist jedoch gut genug, um besser abzuschneiden als der EHC Basel im vergangenen Winter. Das ist auch nicht so schwierig: Der Absteiger verlor 58 von 63 Ernstkämpfen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.09.2008, 16:21 Uhr

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