«Der Schlüssel ist, dass wir auf dem Boden bleiben»

Die Schweizer Nati hat nacheinander die drei grossen Eishockey-Nationen Schweden, Kanada und Tschechien an einer WM besiegt. Das ist ein Novum. Dennoch heben die Schweizer nicht ab.

Der dritte WM-Coup: Die Schweiz besiegt in Stockholm auch die Tschechen. (Video: Youtube)


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3:2 gegen Schweden, 3:2 nach Penaltys gegen Kanada, nun 5:2 gegen Tschechien - die Schweizer Eishockeyaner verblüffen die Fachwelt an der A-WM in Stockholm. Mit 8 Punkten aus 3 Spielen gegen grosse Nationen steuern sie in Richtung Viertelfinal. Aber trotz des erstaunlichen und kaum erwarteten Höhenflugs hebt das Schweizer Team nicht ab. So sagte Andres Ambühl, der Torschütze zum 1:0 im Powerplay gegen Tschechien, nach der Partie gegenüber den Medien: «Wir nahmen viel Selbstvertrauen aus den ersten beiden Spielen gegen Schweden und Kanada mit. Aber wir wussten, dass es auch gegen die Tschechen hart werden würde. Wir hatten einen schwachen Start, aber wir kamen zurück. Der Schlüssel für weitere Erfolge ist, dass wir weiterhin auf dem Boden bleiben.» Der polyvalente Stürmer, der den ZSC in Richtung Davoser Heimat verlassen wird, aber immer noch mit einem Auge in die NHL schielt, gehörte zu den auffallendsten Figuren eines starken Schweizer Kollektivs.

Philippe Furrer erwähnte die positive Stimmung innerhalb der Mannschaft. «Wir haben einen unglaublich guten Teamgeist. Nach dem zweiten Gegentor haben wir uns in der zweiten Pause gesagt: Wir akzeptieren dieses Remis nicht. Und alle haben dann noch einmal hart gearbeitet. Es ist unglaublich, was wir bisher erreicht haben», meinte der Verteidiger von Meister SC Bern zufrieden.

Die Warnung des Chefs

Drei Schweizer Siege gegen grosse Eishockey-Nationen an einer WM und erst noch de suite – das hat es noch nie in der Neuzeit der Schweizer Eishockey-Geschichte gegeben. Offenbar hat Sean Simpson, wie schon an der A-WM 201o in Deutschland, die richtige personelle Mischung gefunden. Doch der Nati-Coach weiss, dass die Schweiz noch nicht für die Viertelfinals qualifiziert ist und warnte vor den folgenden Aufgaben gegen sogenannt kleine Eishockey-Länder: «All diese Siege gegen die Grossen nützen nichts, wenn wir am Mittwoch das Spiel gegen Slowenien nicht ernst nehmen und verlieren.»

Die Schweiz hat bedeutende Nationen, die ebenfalls für einen Platz unter den ersten Acht erwartet werden, in den Direktbegegnungen geschlagen. Das wäre bei Punktgleichheit ein grosser Vorteil. Dennoch will Simpson nichts anbrennen lassen. «Wir wollen soviele Punkte wie möglich in der Gruppenphase holen», erklärte der Nati-Trainer mit ernster Miene gegenüber den nationalen TV-Kameras. Simpson ist sich bewusst, wie wichtig ein Viertelfinal-Platz für das Schweizer Eishockey an diesem Turnier ist. Und er weiss nur zu gut, dass sein Job bedeutend angenehmer ist, wenn die Leistungen und die Resultate auf dem Eis stimmen. Dieser Höhenflug in Stockholm könnte die WM-Enttäuschungen der letzten beiden Jahre in den Hintergrund drängen. Jedenfalls sieht Simpson in diesen Tagen in Schwedens Kapitale glücklicher und unbeschwerter aus als etwa 2012 in Helsinki und 2011 in Kosice. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.05.2013, 23:23 Uhr

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