Der ZSC nutzt den Stromausfall

Im Duell zweier zweifelnder Liga-Grössen gewinnen die Lions gegen Davos nach einem 0:1 noch 4:2.

Zürcher Jubel, Davoser Ernüchterung: Goalie van Pottelberghe beobachtet den gegnerischen Knäuel.

Zürcher Jubel, Davoser Ernüchterung: Goalie van Pottelberghe beobachtet den gegnerischen Knäuel. Bild: Keystone

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ZSC und HCD verhielten sich bisher wie Brüder im Geiste. Beide sind für ihre Verhältnisse enttäuschend gestartet. Kein Wunder: Beide haben markante Veränderungen hinter sich – mit dem Trainerwechsel in Zürich und dem Abgang von Meistergoalie Genoni in Davos. Und beide bekunden mit einem besonders Mühe: dem Toreschiessen. Waren sie im Vorjahr noch die produktivsten Teams der Liga, ­liegen sie nun in dieser nicht unwesentlichen Sparte nur im Mitteldfeld.

Die Unsicherheit war auch im ­ersten Aufeinandertreffen deutlich zu spüren: Die sonst so selbstbewussten Spitzenteams wussten zuweilen nicht, wo ­ihnen der Kopf stand. Jedes nahm sich im ­Verlauf der Partie eine längere Auszeit, wobei jene des HCD im Mitteldrittel entscheidende Folgen hatte: Die Lions legten da die Basis zum 4:2-Erfolg.

Goalie-Kontraste: Eigentor hier, Glanzparade da

Es war das vermutlich schlechteste ­Davoser Drittel der Saison, nachdem sie zuvor das beste gezeigt, gefühlte 15 Minuten im gegnerischen Drittel verbracht und 1:0 geführt hatten. Doch in der Pause stellte jemand die Strom­zufuhr ab. Die ganze Energie war weg.

Beim emotional wichtigen 1:1 ­machte Goalie van Pottelberghe eine unglückliche Figur: In der Konfusion bugsierte er die hinter ihm liegende Scheibe ins eigene Tor. Die Partie bestätigte, was viele vor der Saison ­geahnt hatten: Mit dem jugendlichen Torhüterduo Senn/van Pottelberghe wird es bittere Momente geben.

Es ist nicht so, dass den beiden das Format für die NLA abzusprechen wäre. Aber sie stehlen dem Gegner noch keine Siege, wie es einst Genoni tat. Sie haben noch nicht diese unerschütterliche Ausstrahlung. Und zeigen noch keine Big Saves – ­Paraden, die die Fans verzücken und dem Gegner zu denken geben. So wie die Aktion von ZSC-Goalie Flüeler, der einmal Marc Wieser mit einem erstaunlichen Stockreflex stoppte, nachdem dieser ihn schon umspielt hatte.

Van Pottelberghe weist nun eine Fangquote von 88,7 Prozent auf, Senn eine von 88,4 Prozent. Das genügt nicht. Und es hilft auch nicht, wenn wie momentan Abwehrleader Du Bois fehlt. Doch die starke Offensivabteilung könnte ja vorne einiges kompensieren, nur hapert es bisher an Präzision und Effizienz. Nach zwölf Partien liegen die Bündner unter dem Strich.

Fragile Zürcher nach einem aberkannten Tor

Auf Zürcher Seite verschaffte man sich nach nur 4 von 12 möglichen Punkten in den vier Begegnungen ­zuvor wieder Luft. Doch wie fragil die Mannschaft noch immer ist, zeigte das Schluss­drittel gegen Davos: Nachdem das vermeintliche 4:1 wegen Goaliebehinderung nicht gegeben worden war, begann noch einmal das Zittern. Im Gegensatz zum Vorabend beim 4:5 nach Verlängerung in Freiburg, brachten die ZSC Lions den Sieg jedoch ins Ziel. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.10.2016, 22:52 Uhr

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