Der eine Schuss zu viel für die ZSC Lions

Die Zürcher unterlagen in Zug trotz einer Vielzahl von Chancen und einem starken Goalie Flüeler 1:3 – es war die neunte Auswärtsniederlage.

Er wurde in Zug schwer gefordert: ZSC-Goalie Lukas Flüeler. Foto: Freshfocus

Er wurde in Zug schwer gefordert: ZSC-Goalie Lukas Flüeler. Foto: Freshfocus

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Manchmal entscheiden sich Spiele nicht in den üblichen Bereichen: Wer etwa mehr Biss zeigt. Wer über mehr Kraft oder Selbstvertrauen verfügt. Oder die schnelleren Läufer hat. Manchmal entscheiden nur die ­beiden Männer, die rund 50 Meter ­voneinander entfernt ­stehen über Sieg und Niederlage: die Goalies. EVZ gegen ZSC Lions war ein solches Torhüter­duell. Und Tobias ­Stephan entschied es mit 33 Paraden für sich – Zug gewann 3:1.

Die Zürcher wurden für eine engagierte Leistung schlecht belohnt. Vor ­allem im Schlussdrittel hatten sie sich eine Vielzahl von Möglichkeiten erspielt. Einmal hatte Topskorer Wick in Überzahl das ­offene Tor vor sich, doch sah dann den Puck aus dem Nichts in Stephans Fanghand verschwinden. Auf der Gegenseite machte auch Lukas Flüeler einen äusserst sicheren Eindruck, er ­entschärfte 30 Schüsse. Stephan und Flüeler wurden einst in Kloten ausgebildet, waren ­phasenweise die Nummer 1 beziehungsweise 3 bei den Flyers. ­Derzeit sind sie die klar ­besten Torhüter der Liga und erste Anwärter für einen Platz im Schweizer WM-Team. Flüeler besticht mit einer Abwehrquote von 94,1 Prozent, Stephan weist 92,5 Prozent aus.

Bei der späten Entscheidung nach 56 Minuten konnte Flüeler nicht viel ausrichten. Seine Vorderleute hatten in der Angriffsauslösung den Puck verloren – plötzlich stand EVZ-Stürmer Reto Suri frei und traf mit einer kernigen Direkt­abnahme unter die Latte zum 2:1. Später doppelte der Nationalstürmer noch nach, als Flüeler schon ­einem sechsten Feldspieler Platz machen und damit die finale ZSC-Offensive initiieren wollte. Aber Chris Baltisberger blieb in der Vorwärtsbewegung am ersten Gegenspieler hängen. Flüeler hechtete Suris Schuss noch hinterher – vergeblich. «Wir haben verdient, was wir bekommen haben», sagte er. «Es war klar, dass das zweite Tor entscheidend sein würde. Es hat wieder der Gegner erzielt. Irgendwie schaffen wir es auswärts einfach nicht, diese engen Partien für uns zu entscheiden.»

Was ist mit Nilsson los?

Tatsächlich war dieses 1:3 schon die neunte Auswärtsniederlage im 13. Match. Allerdings verloren die ZSC Lions nur einmal mit mehr als zwei Gegentoren, Mitte Oktober beim 0:4 in Zug. Im Hallen­stadion dagegen ­gewannen sie 11 von 13 Partien. Sie zeigen also zwei ­Gesichter. «Es ist nicht so, dass wir schlecht gespielt hätten», befand Coach Marc Crawford. «Diesmal war es ein Problem im Scoring-Bereich. Wir waren einfach nicht effizient vor dem Tor.» Einer, der im Abschluss aber auch als Passeur ­sündigte, war erneut Robert Nilsson. Der Schwede mit Schweizer Lizenz kurvt dieser Tage mit seltsamer Lustlosigkeit übers Eis. Bis anhin fühlte sich Crawford noch nicht genötigt, den Stürmer abzustrafen – etwa in Form von verminderter Eiszeit oder gar der Degradierung auf die Tribüne. Aber vielleicht würde ja das helfen, um ihn aufzuwecken. Der ­Meister braucht mehr offensive Durchschlagskraft. In den letzten vier Partien kam er bloss auf für ihn bescheidene neun Tore. Und in seinem nächsten Spiel vom Sonntag trifft er auf die ­Defensivspezialisten von Lausanne – auswärts wohl gemerkt.

Erstellt: 25.11.2014, 23:59 Uhr

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Blogs

Geldblog Wie sicher sind Anlagefonds?

Mamablog Lust auf ein Sexdate, Schatz?

Die Welt in Bildern

Aufwändige Feier: Farbenfroh ist der Karneval in Macedo de Cavaleiros, Portugal. (25. Februar 2020)
(Bild: Octavio Passos/Getty Images) Mehr...