Der gebremste Eishockeyboom

Zwei von drei NLA-Clubs haben in dieser Spielzeit weniger Zuschauer als in der Vorsaison.

Viele Plätze bleiben leer: Zuschauer am Spiel der Rapperswil-Jona Lakers gegen den HC Lugano in der Diners Club Arena in Rapperswil (17. Oktober 2014). Foto: Steffen Schmidt (Keystone)

Viele Plätze bleiben leer: Zuschauer am Spiel der Rapperswil-Jona Lakers gegen den HC Lugano in der Diners Club Arena in Rapperswil (17. Oktober 2014). Foto: Steffen Schmidt (Keystone)

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Sie haben wenig Grund zur Freude derzeit in Kloten. Nicht nur steht der Playoff-Finalist lediglich auf Rang 8, er lockt auch viel weniger Zuschauer an als vor einem Jahr. Genau 5000 sind es bei Halbzeit der Qualifikation pro Partie, 435 weniger als 2013/14. Noch dramatischer ist das Minus mit 589 in Ambri. Es sind die Extremwerte einer Liga, in der zwei Drittel der Clubs einen Rückgang beklagen.

Ambri und Kloten haben noch etwas gemeinsam: sportlichen Misserfolg. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Le­ventiner 22 Punkte weniger, Kloten 13. Es ­erstaunt darum nicht, wenn Klotens Geschäftsführer Matthias Berner sagt: «Der wichtigste Faktor bei den Zuschauerzahlen ist der Erfolg auf dem Eis.»

Den Flyers fehlen 15'000 Franken – pro Spiel

Der schlechte Saisonstart seines Clubs wirkt sich direkt auf die Bilanz aus. Den Flyers fehlen im Vergleich zum Vorjahr nach jedem Spiel rund 15'000 Franken. Leisten will sich so etwas ­natürlich kein Club; nur bei Lugano, dem ZSC, Lausanne und Zug freuen sie sich über ein Plus an Publikum.

Das ist auf den ersten Blick eine ernüchternde Bilanz für eine Liga, die in den letzten fünf Jahren fast stetig wuchs. Einzig 2011/12 gab es einen minimen Rückgang, ansonsten boomte die NLA. In fünf Jahren legte sie über 700 Zuschauer pro Partie zu, oft dank besonderer Ipulse: Im Lockout-Jahr 2012/13 sorgten die NHL-Stars für Wachstum, letzte Saison allein schon Aufsteiger Lausanne, der im Schnitt fast 1200 Zuschauer mehr brachte als zuvor die SCL Tigers.

Der ligaweite Trend ist also auch darin begründet, dass dieses Jahr ein vergleichbarer Impuls fehlt. Schon nächsten Herbst, wenn Biel sein neues Stadion bezieht, könnte sich das wieder ändern. Und für den Spielplanverantwortlichen Willi Vögtlin ist es ohnehin «gefährlich, Zahlen jetzt schon zu vergleichen – es kommt immer auf die terminliche Verteilung der speziell publikumswirksamen Partien an».

Etwas Etikettenschwindel

Eine Steigerung der Zuschauerzahlen in der zweiten Saisonhälfte ist so oder so zu erwarten: In der kalten Jahreszeit ­gerät der Wintersport Eishockey stärker in den Fokus, die Spiele werden wichtiger, es finden mehr der zuschauerträchtigen Sonntagspartien statt.

Etwas Etikettenschwindel ist trotzdem dabei. Denn gezählt werden in der NLA schon lange nicht mehr die wirklich ­Anwesenden, sondern die Anzahl Saisonkarten plus die verkauften Einzeltickets. Wenn ein Club wie Kloten also 3300 Abos verkauft, wären auch in einem völlig leeren Stadion rechnerisch trotzdem 3300 Zuschauer anwesend. Andere Clubs wie Fribourg und ab nächstem Sommer auch Ambri und Lugano haben finanzielle ­Anreize, die Zahlen nicht gegen oben zu schönen: Sie sind gesetzlich ­verpflichtet, für ­jeden Zuschauer einen Franken ­Abgabe für Sicherheitsdienste der Polizei zu leisten. Da hat sogar der Zuschauerschwund noch einen Sparaspekt.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.11.2014, 23:02 Uhr

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NLA

50. Runde

25.02.HC Lugano - ZSC Lions3 : 2
25.02.Geneve-Servette HC - EHC Kloten2 : 4
25.02.Fribourg-Gottéron - SC Bern4 : 7
25.02.HC Davos - SCL Tigers6 : 2
25.02.HC Ambri Piotta - Lausanne HC3 : 2
25.02.EV Zug - EHC Biel-Bienne4 : 3
Stand: 25.02.2017 22:19

Rangliste

NameSpSU+U-NG:EP
1.SC Bern5031649160:114109
2.ZSC Lions5026987166:115104
3.EV Zug50283613153:12296
4.Lausanne HC50235121154:13980
5.HC Davos50224420152:13578
6.HC Lugano50196421142:15573
7.Geneve-Servette HC501841117135:14073
8.EHC Biel-Bienne50212324146:14070
9.EHC Kloten501451021142:16262
10.SCL Tigers50164327124:15459
11.Fribourg-Gottéron50125231130:17748
12.HC Ambri Piotta5098528113:16448
Stand: 25.02.2017 22:23

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