Der junge Hollenstein lässt sich nichts anmerken

Das Eishockey-Nationalteam gewann den ersten Test in Arosa gegen Norwegen 3:2 – das Siegtor erzielte ausgerechnet der Sohn des geschassten Kloten-Trainers.

Sieg gegen Norwegen: Denis Hollenstein (links) kämpft um den Puck im Halbfinale der Arosa Challenge. Foto: Gian Ehrenzeller / Keystone

Sieg gegen Norwegen: Denis Hollenstein (links) kämpft um den Puck im Halbfinale der Arosa Challenge. Foto: Gian Ehrenzeller / Keystone

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Nach dem ersten Sichtungstermin vom November mit elf Neulingen kommt das zweite Aufgebot des neuen National­trainers Glen Hanlon einem möglichen WM-Kader schon näher. Immerhin zwei Drittel des Teams von Arosa dürften auch im Frühling in Prag dabei sein. Auf den gestrigen Test wird Hanlon aber wohl mit gemischten Gefühlen zurückblicken: Zwar entschieden die Schweizer das ­Duell mit Norwegen 3:2 für sich, doch wirkten sie auch ziemlich labil in ihrer Defensivorgansation.

Das Siegtor 76 Sekunden vor Ablauf der Verlängerung erzielte ausgerechnet Denis Hollenstein mit einem trockenen Handgelenkschuss. Am Tag der Entlassung seines Vaters in Kloten lieferte der Stürmer eine beachtenswerte Leistung ab, war in viele Offensivaktionen involviert und hätte auch zwei oder drei Tore erzielen können. Mit den Medien wollte Hollenstein angesichts der Ereignisse bei den Flyers nicht sprechen.

Fritsche verpasst sein erstes Tor

Von den beiden Debütanten nordamerikanischen Ursprungs konnte sich nur ­einer in Szene setzen: Dan Fritsche führte als Center zwischen den Tessinern ­Pestoni und Hofmann die beste Schweizer Stumlinie an. Die Mischung in diesem Trio stimmte, es gewann die Mehrheit seiner Bandenkämpfe, sorgte immer wieder für Wirbel und wurde nach drei Minuten mit dem 1:0 belohnt: Pestonis Schuss nahm nach einem ­Prellschlag eine ungewöhnliche Flugkurve an und senkte sich hinter dem norwegischen Goalie. Fritsche versuchte den Puck noch über die Linie zu bugsieren, doch das war ­ohnehin nicht mehr nötig.

Almond, der andere Neuling, erhielt derweil wenig Eiszeit und fiel nur einmal auf, als er Fritsche eine weitere Möglichkeit auflegte, das Premierentor zu erzielen, was jedoch misslang (23.). Dafür erhöhte kurze Zeit später Verteidiger Blindenbacher auf 2:0, als er eine doppelte Überzahl nutzte.

Es schien alles den gewünschten Gang zu nehmen. Die Schweizer kontrollierten die Partie und erarbeiteten sich weitere Gelegenheiten. Doch der dritte Treffer wurde ­ihnen zur Spielmitte verwehrt: Hollenstein hatte den Puck im Nachsetzen über die Linie gestochert, doch wegen eines Fouls von Baltisberger am Torhüter wurde die Szene abgepfiffen. Statt 3:0 hiess es bald 2:1, weil ­Kparghai seinen Gegenspieler aus den Augen verlor. Und von da an verloren die Schweizer ihre Linie eine zeitlang komplett, waren stets einen Schritt zu spät und servierten den Norwegern den Ausgleich: Helbling lenkte einen ­Querpass ins eigene Tor ab.

Dank Hollensteins Vorstoss in der Overtime kam die Schweiz aber doch noch zum Happy End vor bloss 1800 ­Zuschauern. Der Sieg beschert Hanlon zudem heute ein Duell mit seinem langjährigen Arbeitgeber Weissrussland, der im Nachmittagsspiel die Slowakei 2:1 ­bezwungen hatte.

Erstellt: 19.12.2014, 23:35 Uhr

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