«Die Stimmung war ernst»

Sean Simpson über die erste Begegnung mit seinem neuen, bekannten Team in Kloten.

Von seinem neuen Chef Philippe Gaydoul vorgestellt: Sean Simpson (r.) an der Medienkonferenz in Kloten. Foto: Keystone

Von seinem neuen Chef Philippe Gaydoul vorgestellt: Sean Simpson (r.) an der Medienkonferenz in Kloten. Foto: Keystone

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Wie klingt das für Sie: Sean Simpson, Trainer und Sportchef der Flyers?
Es ist komisch, wie das Leben so spielt. Wenn mir jemand vor einem Jahr an der Arosa Challenge gesagt hätte, dass ich nicht mehr Schweizer Nationaltrainer sein würde, dafür als Coach in Russland ein Fiasko erleben und heute hier stehen würde: Ich hätte es nie ­geglaubt. Aber ich bin natürlich sehr glücklich, hier zu sein.

Dass Sie nicht mehr in Russland sind, werden Sie kaum bereuen . . .
Nein, allerdings nicht. Wir wurden ja alle in Rubel bezahlt.

Wie lange mussten Sie überlegen, bis Sie Kloten zusagten?
Das ging relativ schnell, die Gespräche waren sehr gut. Eigentlich hatte ich für Weihnachten andere Pläne, aber so ist das Geschäft: Wenn eine super Gelegenheit kommt, musst du die Pläne ändern.

Wie haben Sie die Zeit seit Ihrer ­Entlassung in Jaroslawl verbracht?
Ich hatte zweieinhalb Monate Pause zu Hause in Zug, habe wenig gemacht, meine Gedanken geordnet. Es war das erste Mal in meiner Karriere, dass ich entlassen wurde. Es war das erste Mal, dass ich im Herbst nichts zu tun hatte. Und es ist jetzt das erste Mal, dass ich einen Club während der Saison übernehme.

Wie hat das Team reagiert, als Sie sich am Freitagmorgen vorstellten?
Die Stimmung war ziemlich ernst. Ich habe jeden Spieler einzeln begrüsst, und ich kenne sie ja alle schon, das ist wirklich erstaunlich. Nicht nur die Spieler, sondern auch den Materialwart, den Masseur, den Arzt – die sind alle auch für das Nationalteam tätig.

Worauf liegt nun Ihr Fokus?
Vorerst auf den beiden Spielen vor ­Weihnachten gegen Biel und Lausanne, wo wir unbedingt Punkte brauchen. Dann kommen vier Tage Pause und anschliessend drei weitere Partien bis zum Cup-Halbfinal. Danach erst werden wir normale Abläufe haben.

Sie werden jetzt also wenig ändern?
Genau. Es muss schnell funktionieren, eigene Ideen können wir dann später richtig einbringen. Es geht im Moment darum, dass die Automatismen nicht ­gestört werden und das Team emotional gut drauf ist.

Als Sportchef arbeiten Sie mit Ihrem Vorgänger André Rötheli zusammen, der neu die Junioren betreut. Sind da Konflikte nicht programmiert?
Natürlich wurde darüber diskutiert, auch mit Rötheli. Wir kennen uns seit Jahren, er war mein Captain, als wir in Zug Meister wurden. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass diese Konstellation mit jemand anderem schwieriger werden könnte. Was meinen eigenen Job angeht, sehe ich kein Problem: In der NLA ist man als Trainer ohnehin fast ein Sportchef und in jede Entscheidung ­involviert. (Aufgezeichnet: Philipp Muschg)

Erstellt: 19.12.2014, 22:34 Uhr

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