Die Suche nach den fehlenden fünf Prozent

Mit Eisbädern und Zweck­optimismus bereiteten sich die ZSC Lions aufs kapitale Spiel 4 in Biel vor.

Die Freude währte nicht lange: Die Zürcher nach dem 2:2-Ausgleich am Donnerstag im Hallenstadion. Foto: Keystone

Die Freude währte nicht lange: Die Zürcher nach dem 2:2-Ausgleich am Donnerstag im Hallenstadion. Foto: Keystone

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50 Runden kämpften die Spitzenteams um den Heimvorteil im Playoff. Und nun ­erweist sich das gar nicht als Plus – im ­Gegenteil. Acht der ersten zwölf Viertel­finalspiele gingen an die Gäste, bei ZSC - Biel und Zug - Davos gab es nur Auswärtssiege. «Es scheint in diesem Playoff an der Tagesordnung zu sein, dass es keinen Heimvorteil mehr gibt», stellte ZSC-Coach Marc Crawford am Tag nach dem 2:3 nach Penaltys erstaunt fest.

Viel mehr liess er sich zu jenem Spiel, das bis nach 23 Uhr gedauert und auch physisch Spuren hinterlassen hatte, nicht mehr entlocken. Nur wenige Stammspieler trainierten auf dem Eis, die ­meisten ­lockerten ihre Beine beim ­Joggen oder auf dem Hometrainer. ­Marathonmann Patrick Geering gönnte sich ein Eisbad – er war am Abend zuvor über 38 Minuten im Einsatz gestanden, länger als jeder seiner Teamkollegen.

Vier von zehn Dritteln schwach

Auch Geschäftsführer Peter Zahner schaute kurz rein in die Trainingshalle, um den Puls des Teams zu spüren. ­Seiner hatte sich wieder normalisiert, nachdem er im Hallenstadion nach dem erneut völlig verpatzten ersten Drittel sehr erzürnt gewesen war. «Wir verloren das Spiel nicht im Penaltyschiessen, sondern in den ersten 20 Minuten», konstatierte er. «Vier von zehn Dritteln von uns ­waren schlecht bis sehr schlecht.» Dass dies nach seinem Gusto zu viele sind, musste er nicht noch explizit erwähnen.

Wie erklärt sich Zahner, dass das Team, nachdem es die Serie in Biel mit einer soliden Leistung ausgeglichen hatte, wieder so verhalten startete? Das müsse man den Trainer fragen. Crawford antwortete darauf indes nur ausweichend: «Wir hatten im Verlaufe des Spiels gute Momente. Aber wir müssen mehr Sorge tragen zum Puck und unsere läuferischen Qualitäten mehr aus­spielen.» Der Kanadier bemühte sich, bereits wieder optimistisch nach vorne zu blicken. «Wir spielten in Biel sehr gut, und ich vertraue darauf, dass uns das ­erneut ­gelingen wird», sagte er.

Der Playoff-Spezialist trifft nicht

Allerdings forderte Crawford auch, dass jeder Spieler noch fünf Prozent mehr leisten müsse – und er bemerkte dazu: «Für einige dürfte es leicht sein, diese fünf Prozent zu finden.» Besonders frappant ist der Unterschied zum letztjährigen Playoff bei Ryan ­Keller, damals mit 11 Toren in 18 Spielen der wertvollste Zürcher. Der Flügel kam am Donnerstag zwar zu einer Vielzahl von Chancen, doch er trifft nicht mehr. In den letzten 22 Partien gelangen ihm nur zwei Tore. Weil die ZSC Lions darauf verzichteten, aufs Playoff hin einen zusätzlichen ausländischen Stürmer zu verpflichten, gibt es zum 31-Jährigen, der um einen neuen Vertrag spielt, keine Alternative.

Sportchef Edgar Salis ist überzeugt, dass es diese auch nicht brauche. Die Mannschaft habe im Sturm genügend Klasse. Jetzt muss sie sie nur noch ausspielen. Was aus Zürcher Sicht immerhin optimistisch stimmen darf: Wenn sie angeschlagen schienen, angezweifelt wurden, präsentierten sich die ZSC Lions ­zuletzt meist von ihrer besten Seite.

Erstellt: 06.03.2015, 22:46 Uhr

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